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Komapatienten verstorben

Montag, 06. April 2009

Am Donnerstag, dem 2. April 2009, wurden in den späten Abendstunden ein 17-jähriger und ein 19-jähriger junger Mann auf die internistische Intensivstation der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H), Campus Lübeck (Direktor: Prof. Dr. Heribert Schunkert), aufgenommen. Die Einweisung erfolgte nach einem Transport per Ambulanzflugzeug als Übernahme aus einem Krankenhaus in Antalya, Türkei, auf dessen Intensivstation beide Patienten nach einer schweren Vergiftung seit der Vorwoche behandelt worden waren. Beide Patienten wurden zum Zeitpunkt der Übernahme maschinell beatmet und befanden sich nach den Unterlagen der vorbehandelnden Ärzte seit Tagen im Koma.

Unmittelbar nach der Aufnahme der Patienten auf die Intensivstation des Lübecker UK S-H erfolgten durch die hier tätigen Ärzte und unter kontinuierlicher Einbeziehung der Kollegen aus den Kliniken für Neurologie und Neurochirurgie sowie des Instituts für Neuroradiologie zahlreiche klinische und apparative Untersuchungen. Aufgrund der mutmaßlichen, im Vorfeld stattgefundenen Vergiftung wurden die Untersuchungen durch das Institut für Rechtsmedizin des UK S-H sowie das toxikologische Labor des Instituts für Rechtsmedizin des UKE unterstützt.

Im Ergebnis musste bei beiden Patienten das Vorliegen einer schwersten Hirnschädigung mit komplettem, irreversiblem Ausfall aller Hirnfunktionen diagnostiziert werden. Nach Abschluss der Untersuchungen wurde am Samstag, dem 4. April 2009, bei beiden Betroffenen der Hirntod diagnostiziert. Unter Berücksichtigung der Krankengeschichte und des Vorliegens eines nichtnatürlichen Todes wurde das Ergebnis der Untersuchungen an die Lübecker Staatsanwaltschaft übermittelt.

Begleitend zur Behandlung und den Untersuchungen erfolgten Gespräche mit den Eltern der Patienten. Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Krankenversorgung des UK S-H, erklärt: "Die vorliegende Verlautbarung über den Tod ihrer Söhne erfolgt nach Abstimmung und mit ausdrücklichem Einverständnis der Eltern der Verstorbenen. Den Familien und Freunden der beiden jungen Männer gilt unsere große Betroffenheit und tiefe Anteilnahme."

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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