BMBF unterstützt onkologische Projekte mit 4,2 Mio Euro / Sozialministerium fördert klinisches Krebsregister / Strukturelle Probleme verhindern die Förderung des Zentrums durch die Deutsche Krebshilfe
Heute (1. April) hat die Deutsche Krebshilfe das Ergebnis der zweiten Ausschreibung zur Förderung onkologischer Spitzenzentren in Deutschland bekanntgegeben. Auf die Ausschreibung waren 18 Bewerbungen eingegangen.10 Bewerber kamen in die engere Wahl und wurden von einem Expertengremium unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Eggermont (Rotterdam) evaluiert. Unter diesen Einrichtungen war auch das Krebszentrum Nord - CCC, im Februar 2008 als Zentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) am Campus Kiel gegründet. Die Begutachtung fand im November 2008 statt. Sie wurde dank des Engagements der landesweit aufgestellten Kooperationspartner und der Vertreter beider Standorte des UK S-H sehr positiv aufgenommen.
In der Schlussphase des Verfahrens konnte sich das Krebszentrum Nord des UK S-H jedoch nicht gegen die letztlich geförderten Zentren durchsetzen. Strukturelle Schwierigkeiten wie die Synchronisierung von 23 Kliniken und 12 Instituten auf zwei Campi in einer heterogenen Bausubstanz standen einer besseren Positionierung im Wege. Dennoch bedeutet bereits die "Vor-Ort-Begutachtung" in dem bundesweit ausgeschriebenen Förderprogramm eine Bestätigung der hochqualifizierten Patientenversorgung und Forschung in Kiel und Lübeck.
Professor Dr. Bernd Kremer, klinischer Direktor des Krebszentrums Nord, erklärt dazu: "Die in der Endausscheidung verpasste Förderung durch die Deutsche Krebshilfe wäre eine willkommene Hilfe bei der Bewältigung der Strukturprobleme gewesen. Die Herausforderung, die Strukturen für onkologische Forschung und Patientenversorgung weiter zu verbessern, nehmen wir gern an." Mit dem Masterplan des UK S-H werden künftig Strukturen geschaffen, die mittelfristig auch eine Verbesserung für das Krebszentrum Nord bedeuten. So wird zum 1. April mit der Verlegung der derzeit im Städtischen Krankenhaus angegliederten 2. Medizinischen Klinik begonnen. Professor Dr. Michael Kneba übernimmt die Leitung der rund um die Uhr erreichbaren Interdisziplinären Onkologischen Ambulanz auf dem Kieler Campus des UK S-H. Zudem wird diese Einrichtung erstmals zu einer auch am Campus Kiel bettenführenden Klinik ausgebaut. Für den Patienten bedeutet dieses mehr zentral organisierte Leistung.
Neue Stellenbesetzungen
Des Weiteren sind die derzeitige Besetzung einer W3-Stelle für Experimentelle Tumorforschung und die gerade erfolgreich abgeschlossene Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Allgemeine Pathologie klare Signale der Medizinischen Fakultät Kiel für eine weitere Stärkung der onkologischen Forschung am UK S-H. Auch die bewilligte Förderung des Kindertumorregisters mit rund 2 Mio. Euro durch die Deutsche Krebshilfe zeigt, dass das onkologische Netzwerk des Krebszentrums Nord grundsätzlich auf dem richtigen Weg ist. Dieses wird außerdem durch die aktuelle Förderung onkologischer Projekte in Höhe von rund 4,2 Mio. Euro durch das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) im Rahmen des NGFN-Plus (Nationales Genomforschungsnetz Deutschland) unterstrichen.
Klinisches Krebsregister wird aufgebaut
Der Auftrag des Landes Schleswig-Holstein an das Krebszentrum Nord, ein landesweites klinisches Krebsregister - zusätzlich zu dem bereits bestehenden epidemiologischen Krebsregister - aufzubauen, ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur strukturellen Verbesserung und Qualitätssicherung in der Krebsbehandlung in Schleswig-Holstein. Das Sozialministerium fördert dieses Projekt auch finanziell und trägt einen großen Teil des personellen Mehrbedarfs, der im Zusammenhang mit der landesweiten Vernetzung aller Partner entsteht. Das ehrgeizige Projekt startet in Kürze mit der Einbindung zweier Pilotkliniken, die Partner im Netzwerk des Krebszentrums Nord sind.
Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Geschäftsstelle des Krebszentrums Nord - CCC, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 11, 24105 Kiel
Tel. 0431 597 8081 oder -8088, Fax: -8090
E-Mail: info@krebszentrum-nord.de, www.krebszentrum-nord.de
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de
- Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel,
Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704 - Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
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