Günstige Perspektiven für das UK S-H
38,5 Mio Euro aus dem Konjunkturprogramm II fließen in die Modernisierung / Bauliche Masterpläne nehmen Gestalt an / Vorstand und Aufsichtsrat setzen Sanierungsauftrag weiter um
Kiel, 19. Februar 2009
Im Rahmen einer Pressekonferenz zur wirtschaftlichen Entwicklung des UK S-H kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende Staatssekretär Jost de Jager an, dass für 2009 und 2010 insgesamt 38,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II für Baumaßnahmen an den Standorten Kiel und Lübeck bereitgestellt werden. Die Umsetzung der baulichen Masterpläne hat angesichts des Investitionsstaus von über 700 Millionen Euro hohe Priorität. Sanierungsmanager Dr. Carl Hermann Schleifer berichtete über die Halbierung des Vorjahresdefizits und somit über erste nachhaltige Erfolge bei der Umsetzung des Sanierungsauftrages. Über die Perspektiven für das UK S-H in den nächsten Jahren sowohl aus Sicht der universitären Medizin als auch der weiteren wirtschaftlichen Gesundung informierten der Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Klaus Diedrich und der kaufmännische Vorstand des Klinikums Julia Kähning.
Etappenziele auf dem Weg in die Zukunft
"Das erste Etappenziel wurde 2008 erreicht," betonte Schleifer. Das Betriebsergebnis des UK S-H weist für 2008 ein Defizit von 8,1 Mio. Euro aus. Somit konnte das Vorjahresdefizit von 16,9 Mio. Euro um mehr als die Hälfte verringert werden. Für dieses gute Ergebnis hat die Sanierung insgesamt 16 Mio. Euro Kosten- und Erlösverbesserung erwirtschaftet. Aus der Liste der etwa 50 Einzelprojekte wurden besonders erwähnt die Projekte Zentralisierung der Labore mit einem Beitrag von rd. 1,9 Mio Euro, die Verschlankung der Verwaltung im Zuge des Konzentrationsprozesses mit rd. 1,5 Mio, die Straffung der Ambulanzen mit rd. 1,3 Mio oder die Optimierung der Prozesse im chirurgischen Zentrum Kiel mit rd. 1 Mio Euro.
Schleifer nannte als einen der wichtigsten Gründe dafür, dass dieses Ergebnis möglich geworden ist, den Einsatz der Mitarbeiterinnen und der Mitarbeiter für ihr Universitätsklinikum. Er dankte ihnen sehr herzlich für den gemeinschaftlichen Erfolg, den alle Bereiche, Zentren und Kliniken des Unternehmens an beiden Standorten erzielt haben. Für ihre konstruktive Begleitung des Sanierungsprozesses dankte er auch den Personalräten des Universitätsklinikums.
Das zweite Etappenziel - im Jahr 2009 zu einer weiteren Halbierung des Vorjahresverlustes zu gelangen - ist aus der Sicht von Frau Kähning und Herrn Schleifer durchaus erreichbar. Der Wille, dieses Ziel zu erreichen, ist bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorhanden. Auch werden die eingeführten optimierten Prozesse gelebt, so dass die Nachhaltigkeit gesichert ist.
Schleifer nannte als eine zentrale Voraussetzung für die perspektivische Entwicklung des UK S-H die Beseitigung der infrastrukturellen Mängel. " Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein muss auf beiden Campi über eine wettbewerbsfähige Gebäudestruktur verfügen, und zwar gleichermaßen für die Krankenversorgung wie für Forschung und Lehre." Nur so können die Zukunftsfähigkeit des Universitätsklinikums gesichert sowie Erwartungen von Patienten und Besuchern erfüllt werden. Da das UK S-H die Mittel für die erforderlichen Investitionen nicht aus eigener Kraft aufbringen kann, ist das Land als Eigentümerin gefordert.
Für Schleifer heißt "Bauen" zugleich Wirtschaftsförderung und Zukunftsinvestition. "Ein Baukran über einem Unternehmensgelände bedeutet immer auch Aufbruch. Um die Zukunftsfähigkeit des Universitätsklinikums zu sichern, müssen jetzt die Eckpfeiler gesetzt werden." Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise ist besorgniserregend. "Allerdings entwickeln sich in einer Krise stets auch die Gewinner von morgen. Dazu soll das UK S-H gehören und zwar im Hinblick auf die wachsende Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für Schleswig-Holstein."
Schaffen einer wettbewerbsfähigen Gebäudestruktur
Für den Erfolg des Jahres 2008 bedankte sich auch der Aufsichtsratsvorsitzende de Jager beim Sanierungsmanager, dem Vorstand sowie vor allem bei der gesamten Belegschaft des UK S-H an den Standorten in Kiel und Lübeck und auch bei den Tarifpartnern. "Mit dem strikten Sanierungskurs am Universitätsklinikum wird", so de Jager, "keineswegs nur eine Kür absolviert, sondern eine strikte Pflicht eingelöst - nämlich die Umsetzung eines klar definierten Kabinettsauftrags vom Sommer 2007." Dafür ist das Ergebnis 2008 ein wichtiger Etappenerfolg. "Aus landespolitischer Sicht brauchen wir ein wettbewerbsfähiges Universitätsklinikum mit exzellenter universitärer Medizin. Dafür ist ein sicheres finanzielles Fundament unverzichtbar."
De Jager ist sich durchaus bewusst, dass die infrastrukturellen Nachteile das UK S-H mit jährlichen zusätzlichen Kosten von rd. 30 Millionen Euro belasten. Wenn jetzt noch keine konkreten Maßnahmen genannt würden, mit denen eine zukunftsweisende Gebäudestruktur in Kiel und in Lübeck geschaffen werden kann, dann aus Rücksicht auf den noch nicht abgeschlossenen Willensbildungsprozess. Allerdings erinnerte de Jager an die Kabinettspressekonferenz des Ministerpräsidenten zum Konjunkturprogramm II, wonach rund 77 Millionen Euro für den Hochschulbau und die Universitätskliniken zur Verfügung stehen. In den Jahren 2009 und 2010 sollen insgesamt 38,5 Millionen Euro in Baumaßnahmen an den Standorten des UK S-H in Kiel und Lübeck gesteckt werden. "Deutlicher," so de Jager, "kann ein Bekenntnis zur Vordringlichkeit dieser Aufgabe kaum ausfallen."
Abschließend stellte de Jager zum gegenwärtig erarbeiteten Masterplan für die baulichen Maßnahmen an beiden Standorten des Uniklinikums fest, dass es sich um ein Jahrhundert-Projekt handele. Dabei wird der Masterplan nicht nur sämtliche Aspekte der Krankenversorgung berücksichtigen, sondern auch Forschung und Lehre mit einschließen. "Alles in allem," betonte de Jager, "bin ich optimistisch, dass das Kabinett den Masterplan noch im Sommer verabschieden wird. Und am Ende des langen Weges, den wir vor knapp zwei Jahren beschritten haben, wird das UK S-H buchstäblich als Leuchtturm der norddeutschen Gesundheitswirtschaft erstrahlen."
Universitäre Medizin als Alleinstellungsmerkmal
Prof. Diedrich erinnerte daran, dass das UK S-H mit 51 Kliniken und Instituten, mit mehr als 2.200 Betten sowie den etwa 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jeden Tag enorme Beiträge für die Versorgung der kranken Menschen in diesem Land leistet. Dabei erfüllt dieses Klinikum eine ganz besondere Aufgabe: "Nur an einem solchen Universitätsklinikum kommen die Ergebnisse der medizinischen Forschung einer verbesserten Krankenversorgung permanent zugute."
In der engen Kombination zwischen medizinischer Forschung und medizinischen Effekten sieht Diedrich das Alleinstellungsmerkmal des UK S-H. Einige der bisher erbrachten Leistungen - wie die Kardiologie mit der Identifizierung der genetischen Ursachen des Herzinfarkts oder das Exzellenzcluster in der Entzündungsmedizin - haben weltweite Beachtung gefunden. Diedrich will während seiner Amtszeit diese zum Teil herausragenden Leistungen an den beiden starken Standorten des fusionierten UK S-H offensiv vertreten. "Es geht darum geht, im Bewusstsein der jeweils eigenen Stärken an den beiden Standorten die Fusion wirklich zu leben und unser Gemeinschaftsgefühl zu stärken."
Planung für den wirtschaftlichen Erfolg 2009
Deutlich bekannte sich Frau Kähning zu der Möglichkeit, 2010 ein ausgeglichenes Betriebsergebnis für das UK S-H zu erreichen. "Mit dem Ergebnis 2008 sind wir diesem Ziel ein wesentliches Stück näher gekommen. Und ich bin überaus zuversichtlich, dass wir 2009 mit 4,3 Mio Euro eine erneute Halbierung des Vorjahresdefizits erreichen werden."
Zur Erfolgsplanung 2009 wird wesentlich die Erlössteigerung beitragen, die durch Leistungssteigerungen und die Positionierung am Markt bewirkt wird. Die Sanierungsvorhaben - zu denen auch Kosteneinsparungen und Optimierungen der Prozesse zählen - werden mit rd. 16 Mio Euro wiederum einen wichtigen Beitrag leisten.
Um die Erfolge zu verstetigen, sind am UK S-H weitere strukturelle Entwicklungen geplant. Als Beispiel nannte Frau Kähning die vorgesehene Schaffung einer klaren, nachvollziehbaren Organisationsstruktur zwischen dem Vorstand und den beiden Campi in Kiel und in Lübeck. Künftig sollen die Campusleitungen gleichgewichtig werden. Sie sind einerseits dem Vorstand des Gesamtunternehmens UK S-H zugeordnet und andererseits einzelnen medizinischen Zentren in Kiel und in Lübeck vorgeordnet. Auch die Zunahme des unternehmerischen, betriebswirtschaftlichen Denkens im Unternehmen insgesamt ist nach Frau Kähning eine gute Grundlage für den angestrebten Erfolg der Wirtschaftsplanung 2009.
20090219 Presseinformation des Vorstandes zur Landespressekonferenz" i_tp="4" /]
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
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