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Transplantationszentrum des UK S-H lädt zum wissenschaftlichen Symposium am 6. November ins Lübecker Rathaus

Mittwoch, 03. November 2010

Eine 60-jährige Patientin war am 4. November 1980 die Empfängerin der ersten Niere, die in Lübeck transplantiert wurde. Seither sind im Interdisziplinären Transplantationszentrum des UK S-H, Campus Lübeck, einer gemeinsamen Einrichtung der Klinik für Chirurgie und der Medizinischen Klinik I, 1710 Nieren transplantiert worden, davon 27 simultan mit Pankreas (Bauchspeicheldrüse). 220 Eingriffe waren Lebendspenden.

30 Jahre erfolgreiche Nierentransplantation in Lübeck - Grund genug, um auf die Anfänge in Lübeck zurückzublicken und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Aus diesem Anlass lädt das Transplantationszentrum am 6. November zu einem wissenschaftlichen Symposium in den Audienzsaal des Lübecker Rathauses ein. Auf dem Programm der Jubiläumsveranstaltung, mit der die erfolgreiche Arbeit der vergangenen 30 Jahre gewürdigt werden soll, stehen u.a. Vorträge zum Beginn der Nierentransplantation in Lübeck, zur Entwicklung der Immunsuppression (Therapie zur Verhinderung der Abstoßung von Spenderorganen) und zur minimal-invasiven OP-Methode (sog. Schlüssellochoperationen mit kleinsten Hautschnitten).

Mit rund 80 Eingriffen pro Jahr gehört das Lübecker Transplantationszentrum zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Transplantation der Nieren von lebenden Organspendern. Mit einem Anteil von nahezu einem Drittel liegt das Zentrum hier deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Diese hohe Anzahl ist sicher auch der Tatsache zu verdanken, dass die Entnahme eines Organs ausschließlich mit minimal-invasiver Technik erfolgt. Aktuell ist in diesem Jahr auch ein schonendes Verfahren für die Transplantation selbst, die Mini-Inzision, eingeführt worden.

"Im Transplantationszentrum am Campus Lübeck wird eine vorbildliche Einheit von Chirurgie und Innerer Medizin gelebt, die zu einer hohen Qualität in der Versorgung unserer Patienten führt", sagt Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UK S-H. "Dies beweist die Tatsache, dass unsere Ärzte Menschen neues Leben schenken, die vielerorts so nicht behandelt werden können. Jüngstes Beispiel dieser multidisziplinären Erfolge aus Nephrologie, Transplantations- und Transfusionsmedizin sind Lebendspenden, die selbst bei nicht passenden Blutgruppen erfolgreich verlaufen." Mit der Bildung eines fach- und standortübergreifenden Transplantationszentrums sollen die Erfahrungen der Ärzte und Wissenschaftler aus Kiel und Lübeck in Zukunft gebündelt und damit die Prozess- und Ergebnisqualität weiter optimiert werden.

"Das Transplantationszentrum des UK S-H ist mit seiner hervorragenden wissenschaftlichen und medizinischen Expertise von ganz entscheidender Bedeutung für die Stadt Lübeck als Medizinstandort. Die Ärzte leisten ausgezeichnete Arbeit auf dem wichtigen, lebenserhaltenden Gebiet der Nierentransplantation und eröffnen den Betroffenen die Chance, wieder ein beschwerdefreies Leben führen zu können", erklärt Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe.

"Die Transplantationszahlen in unserem weit über die Grenzen Lübecks hinaus bekannten Zentrum steigen seit Jahren kontinuierlich an. Das ist ein Beleg dafür, dass das Transplantationszentrum bei den einweisenden Ärzten und deren Patienten einen sehr guten Ruf genießt", sagt Prof. Dr. Hendrik Lehnert, Direktor der Medizinischen Klinik I. "Geschätzt wird einerseits die enge Verzahnung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung mit kurzen Entscheidungswegen und einheitlichen Standards und andererseits die sehr persönliche und fast familiäre Ausstrahlung des Zentrums", ergänzt Prof. Dr. Jürgen Steinhoff, Internistischer Leiter des Interdisziplinären Transplantationszentrums.

"Wir freuen uns über 30 erfolgreiche Jahre. Unser Ziel ist es, unseren Patienten auch in Zukunft die fachlich beste Versorgung mit innovativer medizinischer Technik zu bieten. Ebenso großen Wert legen wir aber in unserem Zentrum auf ein von Menschlichkeit geprägtes Umfeld", sagt Prof. Dr. Hans-Peter Bruch, Direktor der Klinik für Allgemeine Chirurgie.

"Unsere Patienten profitieren von modernsten medizinischen Methoden. So erfolgt die Organentnahme bei Lebendspenden hier in Lübeck seit fünf Jahren ausschließlich minimal-invasiv. Damit liegen wir deutlich über dem Durchschnitt. Seit neuestem können wir bei geeigneten Patienten auch die Transplantation mit kleinsten Schnitten von sieben bis acht Zentimetern vornehmen und erzielen damit hervorragende Ergebnisse", erläutert PD Dr. Conny Bürk, Chirurgischer Leiter des Transplantationszentrums.

Das Interdisziplinäre Transplantationszentrum verfügt über eine Station mit 14 Betten, davon vier Intermediate Care (IMC)-Betten, mit höherer Betreuungsqualität. Ein Team aus Nephrologen (Dialyseärzte, Nierenspezialisten) und Chirurgen übernimmt gemeinsam die Betreuung der Patienten vor, während und nach der Transplantation. Es werden überdurchschnittlich viele Patienten behandelt, die bereits die zweite, dritte oder sogar vierte Transplantation benötigen. Auch die Zahl der Organempfänger über 65 Jahre ist überdurchschnittlich hoch.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Interdisziplinäres Transplantationszentrum
Prof. Dr. Jürgen Steinhoff, Tel.: 0451 500-2366
PD Dr. Conny Bürk, Tel.: 0451 500-2055

Verantwortlich für diese Presseinformation:
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uk-sh.de
Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel,
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Tel.: 0451 500-5544, Fax: 0451 500-2161

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