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Ärzte des UK S-H erzielen Erfolge mit katheterbasierter Behandlung der Nieren

Freitag, 03. Dezember 2010

Mit einer innovativen Methode setzen Ärzte der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, jetzt neue Maßstäbe bei der Behandlung des Bluthochdrucks (Hypertonie). Dabei wird unter örtlicher Betäubung ein Katheter über die Leiste in die Nierenarterien eingeführt, um dort mit Hochfrequenz-Niedrigstrom Nervenenden zu veröden. Durch diesen Eingriff reduziert sich die Hyperaktivierung des sympathischen Nervensystems, die häufig für eine chronische Hypertonie verantwortlich ist. „Wir erwarten durch die neue Methode erhebliche Fortschritte bei der Therapie des Bluthochdrucks. Langfristig kann sie dazu beitragen, Spätschäden wie Schlaganfälle, Herzinfarkte und Nierenschäden zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Heribert Schunkert, Direktor der Medizinischen Klinik II.

Das UK S-H ist eines von 24 Zentren weltweit, die die neue Methode bereits erfolgreich erprobt haben. „Wir haben mehr als 30 Patienten in unserer Klinik damit behandelt und konnten bei allen eine deutliche Senkung des Blutdrucks um etwa 20-30 mm Hg systolisch erreichen“, erklärt Prof. Dr. Joachim Weil, stellvertretender Direktor der Klinik. Das Komplikationsrisiko ist nicht höher als bei jeder anderen Katheterbehandlung. Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Das neue Verfahren ist allerdings im Augenblick vorbehalten für Patienten, deren Bluthochdruck nicht ausreichend mit Medikamenten behandelt werden kann.

Dass die Therapie mit dem neuartigen Kathetersystem wirksam und verträglich ist, belegt eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie mit 190 Patienten mit Therapie-resistentem Bluthochdruck im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, deren Ergebnisse jetzt in den USA vorgestellt worden sind. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Katheterbehandlung langfristig zu einer durchschnittlichen systolische Blutdruckverringerung von 32 mm Hg führt. Die Nierenfunktion wird durch die Therapie nicht beeinträchtigt, schwerwiegende Verletzungen der Gefäße an den Behandlungsstellen wurden nicht beobachtet. Die Ergebnisse der Studie sind bemerkenswert, weil Patienten, die ansonsten nicht behandelbar waren, eine deutliche Blutdrucksenkung aufwiesen und dies mit einer einzigen Sitzung zu erzielen war.

Hypertonie gilt als Risikofaktor Nummer 1 für einen frühzeitigen Tod. In Deutschland ist etwa jeder zweite Erwachsene betroffen. Da Bluthochdruck lange Zeit keine Beschwerden verursacht, wird er oft erst spät erkannt. Behandelt wird eine Hypertonie mit Medikamenten, die die Patienten in der Regel ihr Leben lang einnehmen müssen, unter Umständen verbunden mit Nebenwirkungen. Unbehandelt kann Bluthochdruck zu Arterienverkalkung und damit zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. Die neue Methode ist dann anzuwenden, wenn die Medikamente nicht zur Normalisierung des Blutdrucks ausreichen.

Blutdruck wird üblicherweise in systolisch (maximaler Druck während des Herzzyklus) und diastolisch (geringster Druck während des Herzzyklus) eingeteilt und in Millimeter Quecksilber (mmHg) gemessen. Bei Werten über 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Man unterscheidet zwischen „sekundärer Hypertonie“, die durch bestimmte Erkrankungen wie z.B. Nierenarterienstenose verursacht wird, und „essentieller Hypertonie“, für die keine Ursache identifiziert werden kann. Die Nieren spielen bei der Regulierung des Blutdrucks im Körper eine zentrale Rolle.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Medizinische Klinik II
Prof. Dr. Joachim Weil, Tel.: 0451 500-4731, E-Mail: joachim.weil@uk-sh.de

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Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
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