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Wie können Herz und Gehirn bei Kinderherzoperationen noch besser geschützt werden?

Dienstag, 30. März 2010

Dr. Patrick Meybohm, Anästhesist am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, hat auf der diesjährigen Jahrestagung der International Anesthesia Research Society in Honolulu (Hawaii) gemeinsam mit drei amerikanischen Kollegen den klinischen Forschungspreis in Höhe von 320.000 Dollar erhalten. Damit fördert die internationale Fachgesellschaft seine Forschung am Campus Kiel und eine aktuell geplante Studie zur sogenannten "Fern-Präkonditionierung". Dr. Meybohm untersucht weltweit erstmalig, wie Kinder bei Herzoperationen vor Schäden durch Sauerstoffmangel geschützt werden können, indem ihr Körper bereits vor der Operation durch eine kurzzeitige Durchblutungsminderung "trainiert" wird.

Bei Kinderherzoperationen mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine kann es zur Unterversorgung des Herzens und des Gehirns mit lebenswichtigem Sauerstoff kommen. Stirbt dabei Herzmuskelgewebe ab oder treten neurologische Funktionsstörungen auf, werden sowohl die Lebensqualität als auch die frühkindliche Entwicklung beeinträchtigt. Um dem vorzubeugen, erzeugen die Wissenschaftler bei der "Fern-Präkonditionierung" einen kurzzeitigen Sauerstoffmangel in robusten Körperteilen wie dem Unterarm oder Unterschenkel durch Aufblasen einer Blutdruckmanschette. Dadurch bilden sich in diesem Körperteil Botenstoffe, die die Widerstandsfähigkeit von lebenswichtigen Organen wie dem Gehirn und dem Herzen erhöhen - wenn es anschließend zu einem operativ bedingten Sauerstoffmangel kommen sollte. Im übertragenen Sinne hat der Körper gelernt, einen Sauerstoffmangel zu überbrücken.

An der von Privatdozent Dr. Berthold Bein (Stellv. Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin), Dr. Jens Scheewe (Bereichsleiter der Kinderherzchirurgie der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie) und Professor Dr. Hans-Heiner Kramer (Direktor der Klinik für Kinderkardiologie) gemeinsam geleiteten Studie sollen 180 Kinder mit angeborenen Herzfehlern teilnehmen.

 
Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
PD Dr. Patrick Meybohm und PD Dr. Berthold Bein
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Tel.: 0431/597-2971, Fax: 0431/597-2230
Email: meybohm@anaesthesie.uni-kiel.de
 
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