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Ausländische Patienten stützen Maximalversorgung in Schleswig-Holstein

Freitag, 11. Juni 2010

Die medizinische Exzellenz mit ihren hochkomplexen Diagnostik- und Therapieverfahren am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) hat sich in wenigen Jahren zum "Exportschlager" entwickelt. Allein über das International Department (ID) des UK S-H fanden 245 Patienten die Hilfe der Universitätsmediziner in Kiel und Lübeck. Die Erlöse stiegen in 2009 um weit mehr als die Hälfte auf rund 3,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Damit ist die Anerkennung, die das UK S-H durch die Patienten, aber auch Behörden im Ausland erfährt, auf einem klaren wirtschaftlichen Kurs.

Anders als vielen Universitätsklinika in Deutschland fehlen dem UK S-H die Investitionsmittel um notwendige Rücklagen und damit Planungssicherheit zu schaffen. Gleichzeitig verhindert eine politisch bedingte Preisbindung (Landesbasisfallwert) gerechte Wettbewerbschancen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Behandlung der schwersten Erkrankungen und Verletzungen - die nur durch die Universitätsmedizin überhaupt versorgt werden können - im Verhältnis mit weniger Geld vergütet werden als Fälle, die durch die Grund- und Regelversorgung abgedeckt werden.

"Offensichtlich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UK S-H trotz schwieriger Rahmenbedingen immer wieder in der Lage Höchstleistungen zu erbringen - und, was in diesen Tagen fast noch wichtiger ist, ökonomische Glanzlichter zu setzen", sagt Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. "Auch mit der Entwicklung in der Behandlung ausländischer Patienten haben wir bewiesen, dass wir in der Lage sind, aus einer Krise, in die wir ohne eigenes Verschulden getrieben sind, einen Erfolg zu generieren." Von Erlösen aus der Krankenversorgung ausländischer Patienten profitieren alle Patienten, da die Gewinne als Investition der Diagnostik, Therapie und Pflege am UK S-H zugeführt werden. "Mittelfristig bauen wir deshalb die internationale Kooperation zu einem bedeutenden Geschäftsfeld des UK S-H aus", sagt Prof. Scholz, "wir befinden uns bereits mit zahlreichen Ländern in sensiblen Gesprächen über die dauerhafte Einrichtung von Patienten-, Technologie- und Wissenstransfer. Bestes Beispiel hierfür ist das wegweisende Partikeltherapiezentrum NRoCK."

Aufgabe des International Departments am UK S-H ist die Betreuung ausländischer Patienten vor Ort sowie die Bekanntmachung des Leistungsspektrums der schleswig-holsteinischen Universitätsmedizin. Dies geschieht oftmals im Verbund mit den anderen Bundesländern im Norden. In 2008 konnten durch die Vermittlung der drei ID-Mitarbeiter auf den Campi Kiel und Lübeck 149 Patienten durch die Spezialisten der verschiedensten Kliniken am UK S-H versorgt werden. Erlöst wurden daraus knapp 1,5 Millionen Euro. Bereits im folgenden Jahr steigerte sich dieser Zuspruch durch 245 Patienten auf mehr als 3,5 Millionen Euro. Eine erste Prognose für das laufende Jahr lässt eine weitere erhebliche Steigerung erwarten.

Die schlechtere Vergütung aufgrund des Sanierungstarifvertrages, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UK S-H im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen für die gleiche Arbeit hinnehmen müssen, stellt sich aus Sicht ausländischer Patienten als günstigerer Preis für exzellente Versorgung dar - da die Kosten für Therapie und Pflege ausländischer Patienten analog zu deutschen Patienten abgerechnet werden. Im Zusammenhang mit den sowieso schon geringen Behandlungskosten aufgrund der im Bundesdurchschnitt politisch bedingt niedrigsten Vergütung für die gleichen Leistungen (Landesbasisfallwert), stellt dies die einzige Möglichkeit dar, den erheblichen Wettbewerbsnachteil wenigstens in geringem Maße auszugleichen, den die stationäre Krankenversorgung im Gesundheitsland Schleswig-Holstein hinnehmen muss.

Zusätzlich muss ein rechtgutachterlich abgesicherter Gemeinkostenzuschlag von 20 Prozent in Rechnung gestellt werden. In anderen deutschen Kliniken liegt der Zuschlag bei bis zu 60 Prozent. Dieser - auch im Vergleich zu anderen Universitätsklinika äußerst moderate Aufschlag - rechtfertigt sich durch den logistischen Aufwand, etwa durch die Kommunikation mit Behörden im Ausland, Unterstützung bei Visumfragen und Hilfen bei der Einreise oder Erfüllung besonderer Speisen aus religiösen Gründen, Vermittlung von Übergangswohnraum für Angehörige, Shuttle-Service etc. "Diesen professionellen Service halten wir rund um die Uhr vor", sagt Jörg Meyer, Leiter des International Department am UK S-H, "nicht nur um im Krankheitsfall ohne Zeitverlust die Vorleistung für die notwendige medizinische Hilfe sicherstellen zu können, sondern auch um dem Risiko von Forderungsausfällen zu begegnen, die die Behandlungskosten um ein vielfaches übersteigen können."

Randaspekt ist übrigens die Tatsache, dass allein die ausländischen Patienten des UK S-H in 2009 rund 10.000 Hotelübernachtungen gebucht haben. Dieser tertiäre Gesundheitsmarkt profitiert allerdings nicht nur im Hotel- und Gaststättengewerbe und dem Einkauf täglicher Gebrauchsgüter - einigen Patienten gefällt es in Schleswig-Holstein so gut, dass sie bereits Wohneigentum erworben haben.


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