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UK S-H-Mediziner erzielen gute Ergebnisse mit Botulinumtoxin

Donnerstag, 06. Mai 2010

Mit modernen Therapieverfahren werden in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, (Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie), der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Abteilung für Neuropädiatrie) und der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, der übermäßige Speichelfluss und Schluckstörungen behandelt.

Was Mediziner als Hypersalivation oder Drooling bezeichnen, ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen oft eine enorme Belastung im Alltag. Und was als normales Entwicklungsphänomen bis zur Einschulung bei fast jedem in unterschiedlicher Ausprägung vorkommt, kann z. B. bei Kindern mit einer Hirnschädigung wie der Zerebralparese fortbestehen. Auch bei Erwachsenen nach einem Schlaganfall oder mit einer neurologischen Erkrankung wie Parkinson kann es zum Verlust über die Speichelkontrolle kommen. Enormer Pflegeaufwand durch häufigen Kleidungswechsel, ständiges Wischen und Absaugen ist oft die Folge. Für viele Patienten stellt das Stigma des "Sabberns" darüber hinaus eine erhebliche Einschränkung des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität dar. Bei zusätzlichen Schluckstörungen droht in vielen Fällen eine "künstliche Ernährung".

Bis vor wenigen Jahren gab es nur wenige Verfahren, um den von Hypersalivation betroffenen Patienten zu helfen. Zwar existiert eine Reihe von Wirkstoffen als Tablette oder Pflaster. Sie führen allerdings aufgrund der neurologischen Grunderkrankungen häufig zu Nebenwirkungen oder unerwünschten Wechselwirkungen mit den anderen notwendigen Medikamenten. Jetzt wird am UK S-H eine Therapie mit Botulinumtoxin eingesetzt. Botulinumtoxin unterbricht an der Schaltstelle zwischen Nervenende und Muskel bzw. Speichel- oder Schweißdrüse für mehrere Monate die Signalübertragung. Damit es bei der Behandlung nicht zu Fehlplatzierungen des Medikaments kommt, erfolgt das sichere Einspritzen zumeist unter Ultraschallkontrolle. Auf diese Weise kann langfristig eine sehr schmerzarme Minderung des Speichelflusses ohne größere Nebenwirkungen erreicht werden. Dabei wird stets darauf geachtet, dass es zu keiner gegenteiligen Mundtrockenheit kommt.

Am Campus Lübeck hat sich für die oft schwerkranken Patienten eine intensive Kooperation zwischen den verschiedenen Fachrichtungen etabliert, da die Interdisziplinarität den jeweiligen Einzelfällen besser gerecht wird. Während in der Klinik für Neurologie und in der Abteilung für Neuropädiatrie der Schwerpunkt auf der oft begleitenden Spastikbehandlung liegt, wird in der HNO-Klinik und ihrer Abteilung für Phoniatrie die eigentliche Speicheldrüsentherapie durchgeführt. Mit speziellen endoskopischen Untersuchungstechniken werden die einzelnen Phasen des Schluckvorgangs analysiert, um Übungsmaßnahmen z.B. gegen das gefährliche Verschlucken zu entwickeln. Damit kann die Übungstherapie beim Logopäden viel wirkungsvoller durchgeführt werden. Zusätzlich ergibt sich gerade bei Kindern eine weitere Behandlungsmöglichkeit in der Korrektur von Zahnfehlstellungen oder durch den Einsatz von speziellen Gaumenplatten.

Der Einsatz vieler Spezialdisziplinen ist die Basis der erfolgreichen Behandlung, jedoch kann die Abstimmung von Terminen und beteiligten Kliniken eine Herausforderung für die Patienten sein. Daher steht die Klinik für Hals-, Nasen-Ohren-Heilkunde mit ihrer Speichelflusssprechstunde sowie die Abteilung für Phoniatrie als erster Ansprechpartner zur Verfügung. Hier wird nach ausführlichen Vorgesprächen und Untersuchungen die sinnvolle Koordination der Behandlungsmethoden überprüft. Ein wichtiger Punkt ist die Einbeziehung der Krankenkassen, die z. B. die Kostenübernahme für das Medikament Botulinumtoxin für jede Einzelsituation prüfen. Die Sparkassenstiftung zu Lübeck unterstützt die HNO-Klinik großzügig durch die Kostenübernahme für die Erstanwendung des Medikaments bei Neupatienten.


Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Dr. Armin Steffen, Tel.: 0451 500-6065, Fax: 0451 500-4192, E-Mail: armin.steffen@uk-sh.de

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