Campus Kiel - Luftbild 2019_1240x400

UK S-H-Mediziner zerstören Gebärmuttermyome mit Ultraschallwellen

Dienstag, 07. September 2010

Mit einer neuen Methode können Ärzte der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin und der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Campus Lübeck des UK S-H jetzt gutartige Tumore aus der Gebärmutter entfernen. Vorteil für die Patientinnen: Die Gebärmutter bleibt als Ganze erhalten. Die Behandlung erfolgt ambulant, ohne Operation und ist nahezu schmerzfrei. Die Patientinnen können die Klinik am selben Tag verlassen und bereits am nächsten Tag ihre gewohnten Aktivitäten wieder aufnehmen.

Die innovative Technik ist eine Kombination aus Magnet Resonanz Tomographie (MRT) und hochintensiver fokussierter Ultraschalltherapie (MRT-HIFU). Dabei werden Ultraschallwellen auf den Zielbereich innerhalb des Uterustumors, eines sogenannten Myoms, gerichtet. Durch die Bündelung des Ultraschalls im Körper auf einen Fokus konzentriert sich die gesamte Energie auf ein kleines Volumen. Dort führt die Energiedichte zu einer Erhitzung des Gewebes bis hin zu Temperaturen von 60-70° C, bei denen der Tumor verödet wird. Umliegendes Gewebe und die Haut nehmen keinen Schaden.

Damit der hochfokussierte Ultraschall exakt das Myom trifft, wird die Therapie unter Sichtkontrolle mittels Magnet Resonanz Tomographie (MRT) durchgeführt. Die MRT-Überwachung bietet mehrere entscheidende Vorteile: Erstens können der Tumor und das umliegende gesunde Gewebe sowie alle zu schonende Strukturen kontinuierlich dargestellt werden. Zweitens kann die MRT Temperaturänderungen sichtbar machen und so die Behandlung überwachen. Dadurch wird sichergestellt, dass die gewünschte Temperatur nur im Zielvolumen im Myom erreicht wird und sich benachbartes Gewebe nicht miterwärmt. Abschließend kann anhand der MRT-Bilder die erfolgreiche Behandlung des Myoms dokumentiert werden.

"Die Methode gibt uns zum ersten Mal die Möglichkeit, Eingriffe im Körperinneren vorzunehmen, ohne die Oberfläche zu verletzen", erklärt Prof. Dr. Jörg Barkhausen, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin. "Die neue Technik ist sehr zukunftsträchtig, vor allem weil sie ambulant eingesetzt werden kann und damit auch kostensparend ist", sagt Prof. Dr. Klaus Diedrich, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Uterusmyome stellen die am häufigsten auftretenden gutartigen Tumore bei Frauen im gebärfähigen Alter dar. Sie können sehr schmerzhaft sein und starke Blutungen verursachen. Die Standardtherapie bestand bisher darin, die Myome operativ herauszuschälen oder sogar die Gebärmutter zu entfernen. Mit dem Eingriff war ein mehrtägiger Klinikaufenthalt verbunden. Bei der MR-HIFU-Behandlung benötigen die Patientinnen nur ein leichtes Schmerzmittel, eine Operation unter Narkose ist ebenso überflüssig wie eine stationäre Aufnahme.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Prof. Dr. Klaus Diedrich, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Tel.: 0451 500-2134, E-Mail: klaus.diedrich@uk-sh.de
Prof. Dr. Jörg Barkhausen, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin
Tel.: 0451 500-2128, E-Mail: joerg.barkhausen@uk-sh.de

Verantwortlich für diese Presseinformation:
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uk-sh.de
Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel, Tel.: 0431 597-5544, Fax: 0431 597-4218
Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Haus 1, 23538 Lübeck, Tel.: 0451 500-5544, Fax: 0451 500-2161

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708