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Neue Technik aktiviert die Regeneration von Gelenkknorpel

Dienstag, 13. April 2010

Gesunde Gelenke sind eine wichtige Voraussetzung für körperliche Aktivität, Bewegungsfreiheit und Belastbarkeit. Wenn Gelenke z. B. durch einen Unfall verletzt wurden und ein Knorpelschaden entstanden ist, müssen die Ärzte genau abwägen, wie der Defekt am effektivsten zu behandeln ist. Schnell kann nämlich aus einer zunächst begrenzten Verletzung eine schmerzhafte Arthrose werden, die dem Patienten dann möglicherweise ein Leben lang zu schaffen macht.

Die Unfallchirurgen am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, operieren verletzte Gelenke mit einer besonders schonenden und wirksamen Technik, die sie selbst mit entwickelt haben. "Wir arbeiten mit einem neuen Therapieansatz, bei dem wir mit nur einer Operation das Gelenk reparieren können", erläutert Dr. Justus Gille, Oberarzt in der Klinik für Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates, Sektion Unfallchirurgie, das neuartige Verfahren, das bisher nur in ganz wenigen Kliniken in Deutschland eingesetzt wird.

Bei der als AMIC (Autologe Matrixinduzierte Chondrogenese) bezeichneten Technik bohrt man während eines minimal-invasiven Eingriffs kleine Löcher in den Knochen. Dadurch werden Stammzellen aktiviert, neue Knorpelzellen zu bilden. Eine Kollagenmembran dient als Gerüst, an dem die Zellen "andocken" können. Neues Knorpelgewebe kann entstehen. "Nach der OP muss man das Gelenk dann vier bis sechs Wochen schonen, bevor mit dem Belastungsaufbau begonnen werden kann", sagt Dr. Gille. Seit mehreren Jahren wird die neue Technik im UK S-H angewendet. "Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend", freut sich der Unfallchirurg. Die Patienten - sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet - schätzen das Verfahren, weil es nur eine OP erfordert. Im Gegensatz hierzu mussten bei der Knorpelzelltransplantation in einem ersten Eingriff zunächst Knorpelzellen entnommen werden, die dann außerhalb des Körpers angezüchtet und in einer zweiten OP transplantiert wurden.

Neben dieser innovativen Behandlung von Gelenkschäden bietet die Klinik das gesamte Spektrum der Unfallchirurgie von der Akuttraumatologie bis zur Wiederherstellungschirurgie auf höchstem Niveau an. "Patienten können an 365 Tagen, 24 Stunden täglich mit jeder Verletzung zu uns kommen", betont Privatdozent Dr. Andreas Paech, Chefarzt der Sektion. "Das schließt eine Prellung ebenso wie eine schwere Verletzung z.B. nach einem Autounfall ein." Jährlich werden hier rund 2.000 Patienten stationär und ca. 10.000 Patienten ambulant versorgt. Die Unfallchirurgie umfasst 60 Betten und es steht eine eigene Station des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg für Arbeits- und Wegeunfälle zur Verfügung.

Aktuell ist die Klinik für Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates unter der Direktion von Prof. Dr. Christian Jürgens als "Überregionales Trauma-Zentrum" zertifiziert worden. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat damit die hervorragende Qualität der unfallchirurgischen Versorgung am UK S-H bestätigt. Das Trauma-Netzwerk soll für jeden Schwerverletzten in Deutschland rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung ermöglichen.

 
Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates, Sektion für Unfallchirurgie
PD Dr. Andreas Paech, Dr. Justus Gille, Tel.: 0451 500-2642, E-Mail: tanja.schmalz@uk-sh.de
 
Verantwortlich für diese Presseinformation:
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
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Mobil: 0173 40 55 000
E-Mail: oliver.grieve@uk-sh.de 
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