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Kinderorthopädie am Campus Lübeck nimmt als bisher einziges deutsches Zentrum an internationaler Studie zu Morbus Perthes teil

Freitag, 13. Dezember 2013

Therapie der Hüfterkrankung bei Kindern soll verbessert werden

Als bisher einziges Zentrum in Deutschland nimmt die Kinderorthopädie der Sektion für Orthopädie, Klinik für Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates, Campus Lübeck, an einer weltweiten Studie zu Therapieformen und Outcome-Entwicklung beim Morbus Perthes teil.

Morbus Perthes ist eine Erkrankung des kindlichen Hüftgelenks – benannt nach Georg Clemens Perthes, der sie 1910 erstmals beschrieb. Als Auslöser gelten Durchblutungsstörungen im Hüftkopfbereich und ein dadurch verursachtes Absterben von Knochengewebe im Hüftkopf. Die Erkrankung tritt meistens zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr auf. Jungen sind vier- bis fünfmal häufiger betroffen als Mädchen. Symptome können u.a. Hüft- und Knieschmerzen, Hinken und Einschränkungen der Beweglichkeit der Hüfte sein.

„Der Morbus Perthes ist zwar eine gutartige, aber langwierige Erkrankung. Sie hat ganz unterschiedliche Verläufe und führt zu entsprechend unterschiedlichen Ausheilungsstadien“, erklärt Prof. Dr. Martin Russlies, Chefarzt der Sektion für Orthopädie. Morbus Perthes kann ohne bleibende Schäden abheilen, im schlimmsten Fall aber die Gelenkmechanik dauerhaft beeinträchtigen.

„Leider ist noch unklar, wie der Verlauf und das Endergebnis tatsächlich günstig beeinflusst werden können“, sagt Dr. Barbara Behnke, Kinderorthopädin und Funktionsoberärztin in der Sektion für Orthopädie. Randomisierte oder verblindete Studien gibt es zu Morbus Perthes bisher nicht.

Die aktuelle, in den USA nun erstmals weltweit aufgelegte Multicenterstudie verfolgt mehrere Therapiearme in unterschiedlichen Altersklassen gemäß standardisierten Nachuntersuchungskriterien. Dabei wird den einzelnen Zentren absolute Therapiefreiheit gelassen. „Ziel ist es, mittelfristig tatsächlich wirksame von weniger wirksamen Therapieformen unterscheiden zu können“, erläutert Prof. Russlies.

Die Kinderorthopädie am Campus Lübeck arbeitet bei Morbus Perthes seit längerem u. a. mit Prof. Dr. Ludwig Meiss (ehemals UKE/Kinderkrankenhaus Altona) zusammen, der nach seiner Emeritierung konsiliarisch in Schwerin und in einer orthopädischen Praxis in Hamburg tätig ist.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Klinik für Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates, Sektion für Orthopädie
Prof. Dr. Martin Russlies, Tel: 0451 500-2300

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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