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UKSH eröffnet neues interdisziplinäres onkologisches Behandlungszentrum am Campus Kiel

Samstag, 13. April 2013

Mehr als 2.000 Besucher beim Tag der offenen Tür im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord

Mehr als 2.000 Besucher nutzten am heutigen (13. April 2013) Tag der offenen Tür im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord die Gelegenheit, einen Blick in eines der modernsten interdisziplinären onkologischen Behandlungszentren im Norden zu werfen. Im Rahmen einer Feierstunde während des Tages der offenen Tür wurde die neue Einrichtung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Aufnahme der ersten Patientinnen und Patienten im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord ist für den 29. April 2013 geplant.

Zur feierlichen Eröffnung des neuen Behandlungszentrums begrüßten die Kieler Oberbürgermeisterin Dr. Susanne Gaschke, die ehemalige Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz, der UKSH-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Jens Scholz, Prof. Dr. Christoph Röcken, komm. Leiter des Krebszentrums Nord, und Dr. Monika Böske, Tochter des Namensgebers Prof. Dr. Dr. Karl Lennert, die Gäste. Prof. Dr. Scholz dankte der Stadt Kiel, die das Gelände zur Verfügung gestellt hatte. „Nach der schmerzlichen Erfahrung, dass die Realisierung der Partikeltherapie unmöglich geworden war, haben wir darum gerungen, dass aus der Krise eine Chance wächst. Gemeinsam mit Siemens ist eine Lösung gelungen, ein zukunftsweisendes Zentrum für die Krebstherapie zu errichten. Mit dem Karl-Lennert-Krebscentrum Nord haben wir jetzt eine Antwort auf die Frage des Patienten, der mit der Diagnose Krebs umgehen muss: Wohin kann ich mich jetzt wenden?“

„Ich freue mich sehr, dass dieses moderne Gebäude den Namen des Mannes trägt, der unsere Landeshauptstadt mit seiner Kiel-Klassifikation auch namentlich in die medizinische Welt getragen hat“, sagte die Kieler Oberbürgermeisterin Dr. Susanne Gaschke: „Allen hier im Kampf gegen den Krebs Forschenden, Behandelnden und Pflegenden wünsche ich viel Energie und Ausdauer. Allen Patientinnen und Patienten wünsche ich viel Mut, Zuversicht und Kraft auf ihrem Weg.“

„Bei der Verwirklichung dieses großen Projekts zum Wohle Erkrankter hat sich der Bürgersinn vieler Kielerinnen und Kieler bewährt, die sich dem Vorhaben nicht in den Weg gestellt, sondern ihre Zustimmung gegeben haben“, sagt Angelika Volquartz, Oberbürgermeisterin der Stadt Kiel a.D.

Dr. Monika Böske, Tochter von Prof. Dr. Dr. Karl Lennert sagte: „Das hätte unseren Vater wirklich sehr gefreut, darin sind meine Schwester und ich uns einig. Es entspricht so ganz seiner Vorstellung von einer guten Medizin, unterschiedliche Experten um einen Patienten zu versammeln, um ihm so die bestmögliche Diagnostik und Therapie anbieten zu können. Gerade in der Spezialisierung sah er die Möglichkeit höchster Effektivität - aber zum Wohl des Patienten unbedingt gepaart mit kollegialem Dialog, um so der Vielschichtigkeit des Menschen mit seiner Erkrankung gerecht werden zu können. Möge die Freude an der Arbeit, der Respekt und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Patienten sowie der kollegiale Austausch zum Wohl des Erkrankten wie auch seiner Ärzte als guter Geist stets in diesem Hause sein.“

„Unsere Patienten profitieren vom Karl-Lennert-Krebscentrum Nord, weil die Spezialisten hier Schulter an Schulter stehen. Dies erspart nicht nur Wege, sondern beschleunigt auch die Kommunikation, die für eine fachübergreifende Diagnose und Therapie von hoher Bedeutung ist. Damit setzen wir einen Meilenstein auf dem Weg einer zukunftsweisenden Behandlung bei Krebs“, sagte Prof. Dr. Christoph Röcken, komm. Leiter des Krebszentrums Nord.

Mit seiner neuen Einrichtung ehrt das UKSH Prof. Dr. Dr. h.c. (mult.) Karl Lennert. Er war einer der bedeutendsten Pathologen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und mehr als 25 Jahre am Campus Kiel tätig. Karl Lennert leitete das Institut für Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie der Christian-Albrechts-Universität und rief mit dem Kieler Lymphknotenregister das weltweit erste Tumorregister ins Leben. Mit der Kiel-Klassifikation maligner Lymphome machte er die Landeshauptstadt zu einem internationalen Zentrum für klinisch-pathologische Forschung. Dafür erhielt er auf der Kieler Woche 2001 den ersten Wissenschaftspreis der Landeshauptstadt.

Im Anschluss an die feierliche Eröffnung stellten Ärzte, Wissenschaftler, MTRA und Pflegekräfte des UKSH beim Tag der offenen Tür vielfältige Aspekte ihrer Arbeit anschaulich vor. Dabei hatten die Besucher die Möglichkeit, auf einem Rundgang durch das Gebäude die hochmoderne Medizintechnik aus der Nähe kennenzulernen. Gezeigt wurden unter anderem die nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie wie z.B. die PET-CT, die Behandlungsmöglichkeiten der Strahlentherapie oder die Methoden der radiologischen Diagnostik per MRT. Die Chemotherapie-Ambulanz gab Einblicke in ihre fachübergreifende Arbeit und die Besucher konnten sich ein Bild von den Bettenstationen im neuen Gebäude machen. Im Foyer informierten das Krebszentrum Nord, die Interdisziplinäre Schmerz- und Palliativstation des UKSH und der Förderverein für Palliativmedizin Kiel e.V., der Sozialdienst des UKSH, die Psycho-Onkologie des Zentrums für Integrative Psychiatrie, die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft, das Hospiz Kieler Förde, die MTA-Schule der UKSH Akademie und der Freunde- und Förderverein des UKSH.

Im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord werden als Teile des campusübergreifenden Radiologiezentrums des UKSH die Kliniken für Strahlentherapie und Radiologie (Abteilungen für Nuklearmedizin und Diagnostische Radiologie) sowie die Interdisziplinäre Chemotherapie-Ambulanz der Klinik für Innere Medizin II des Campus Kiel unter einem Dach arbeiten. Somit entsteht ein interdisziplinäres Zentrum, das einen wegweisenden Baustein in der onkologischen Behandlung am UKSH darstellt. Neben onkologischen Patienten werden in der Abteilung für Nuklearmedizin auch Patienten mit chronischen Gelenkschmerzen und Schilddrüsenfunktionsstörungen von der modernen Medizintechnik profitieren. Ein zentrales Aufnahmemanagement sorgt im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord für reibungslose Abläufe. Die neue Einrichtung ist mit ihrer hochmodernen räumlichen und medizintechnischen Ausstattung der Garant für eine noch bessere Vernetzung der einzelnen Fachbereiche und bietet so die Möglichkeit, langfristig Krankenversorgung und Forschung auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Darüber hinaus ist durch die Kooperation mit dem Medizinischen Versorgungszentrum Prüner Gang der direkte Austausch mit dem ambulanten Sektor gewährleistet. Dies erspart Patienten nicht nur Wege und Zeit, sondern ist auch ein Beispiel für eine zeitgemäße Lösung zur Zusammenarbeit von niedergelassen Ärzten mit der Klinik.

Das neue Klinikgebäude verfügt über eine Nutzfläche von 8700 Quadratmetern und verfügt über sechs Geschossebenen, davon zwei Untergeschossebenen. Neben großzügigen Behandlungs- und Diagnoseeinheiten umfasst das Karl-Lennert-Krebscentrum Nord eine Bettenstation der Klinik für Strahlentherapie mit 31 Betten und acht Betten der Nuklearmedizin. Der Interdisziplinären Chemotherapie-Ambulanz stehen 24 Therapieplätze zur Verfügung. Der transparente Klinikbau orientiert sich zur neu gestalteten Parkanlage. Großzügige Verglasungen und niedrige Fensterbrüstungen geben den Blick frei und schaffen auch für stationäre Patienten eine angenehme helle Atmosphäre. Die im Innenraum verwendeten Materialien und Ausstattungen aus Naturstoffen runden das Bild einer angenehmen Innenraumatmosphäre ab.

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