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2. Lübecker Notfalltag im UKSH stieß auf großes Interesse

Montag, 10. November 2014

Rettungsdienst und UKSH stellten zeitgemäße Notfalltherapie vor

Mehr als 350 Besucher konnten die Organisatoren des 2. Lübecker Notfalltages Anfang November im UKSH begrüßen. „Wir freuen uns über den Erfolg der Veranstaltung“, sagte Dr. Sebastian Wolfrum, Ärztlicher Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am Campus Lübeck. Auch der erste Notfalltag im April 2014 war bereits auf großes Interesse gestoßen. Die Medizinische Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin) unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Thiele hatte den Notfalltag gemeinsam mit der Interdisziplinären Notaufnahme ins Leben gerufen.

„Bei der Behandlung von Notfallpatienten arbeiten Rettungsdienst und Klinikum Hand in Hand. Insofern ist es von besonderer Bedeutung, dass die verschiedenen Berufsdisziplinen jeweils über die Arbeit der anderen informiert sind. Auch beim 2. Notfalltag haben wir ein Programm zusammengestellt, das die zeitgemäße Notfalltherapie bei wichtigen Krankheitsbildern aus unterschiedlichen Fachgebieten für Mitarbeiter des Rettungsdienstes und der Krankenhäuser zusammenfasst“, berichtet Klinikdirektor Prof. Thiele.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Tobias Beyer, Leiter des Rettungsdienstes der Hansestadt Lübeck, die Möglichkeiten des Lübecker Rettungsdienstes bei einem Massenanfall an Verletzten dar und erläuterte die Erwartungen des Rettungsdienstes an das weiterbetreuende Krankenhaus. Dr. Sebastian Wolfrum schilderte die Erwartungen der Notaufnahme an den Rettungsdienst und sagte: „Gerade bei zeitkritischen Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder bei Schwerstverletzten ist eine standardisierte Voranmeldung der Patienten an das Krankenhaus und eine strukturierte Übergabe medizinischer Informationen vom Rettungsdienst an das Krankenhauspersonal wichtig, um den Patienten schnellstmöglich die optimale Versorgung zukommen zu lassen“.

Prof. Dr. Andreas Paech, Chefarzt der Sektion für Unfallchirurgie und Orthopädie am UKSH, Campus Lübeck, erörterte die Besonderheiten der Behandlung von alten Patienten mit Knochenbrüchen. Da ältere Menschen andere Grundvoraussetzungen mit sich bringen als jüngere und fast immer mehrere Begleiterkrankungen vorliegen, sei es notwendig, sich als Klinikum speziell darauf einzustellen. In Zusammenarbeit mit dem DRK-Krankenhaus Marli sei das UKSH mit der Bildung des Zentrums für Alterstraumatologie hier ein gutes Stück vorangekommen. Neben speziellen Operationstechniken für ältere Menschen gebe es ein besonders durchdachtes Konzept der frühen Physiotherapie und der Würdigung aller Begleiterkrankungen durch interdisziplinäre Visiten.

Über den Einsatz der maschinellen Maskenbeatmung im Rettungsdienst referierte Dr. Jan Wnent, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Campus Lübeck. Was auf den Intensivstationen bereits Standardtherapie sei, werde jetzt immer häufiger auch im Rettungsdienst eingesetzt. Der frühzeitige Einsatz der präklinischen Maskenbeatmung habe das Potential, die Liegedauer der Patienten auf der Intensivstation zu reduzieren und die Anzahl an Notfallnarkosen für eine traditionelle Beatmung zu verringern.

PD Dr. Jan Gräsner, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Campus Kiel, führender Experte des deutschen Reanimationsregisters, erläuterte anhand aktueller Zahlen aus ganz Deutschland die Erfolgsaussichten von Patienten, die nach einem Unfall eine Herzlungenwiederbelebung erhalten müssen. Auch wenn ein solches Ereignis selten ist und mit einer schlechten Prognose einhergeht, ist die Situation nicht aussichtlos. Jeder 50. Patient mit einer solchen Erkrankung kann so gerettet werden, dass er im Anschluss ein normales Leben führen kann.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Themen Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Vergiftungen und dem Myokardinfarkt.

Der Lübecker Notfalltag soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Zur nächsten Veranstaltung am 7. März 2015 möchten die Organisatoren bereits jetzt einladen.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Medizinischen Klinik II
Tel.: 0451 500-2501, E-Mail: holger.thiele@uksh.de

Dr. Sebastian Wolfrum, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme
Tel.: 0451 500-5039, E-Mail: sebastian.wolfrum@uksh.de

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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