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Neuer Sonderforschungsbereich für die Erforschung der Vielfalt des biologischen Geschlechts

Freitag, 24. November 2023

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet an der Universität zu Lübeck einen Sonderforschungsbereich zum Thema „Determinants, meanings and implications of sex diversity in sociocultural, medical and biological landscapes“ ein und fördert das interdisziplinäre Verbundprojekt zunächst für vier Jahre mit knapp zwölf Millionen Euro. 27 Forschende aus Medizin, Biologie und Genetik, Geistes- und Sozialwissenschaften werden in 17 Projekten die Auswirkungen des biologischen Geschlechts ergründen – von medizinischen Fragestellungen bis hin zur soziokulturellen Bedeutung in gesellschaftlichen Zusammenhängen. Beteiligt sind neben der Universität zu Lübeck auch das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Geschlecht und seine Auswirkungen sind zurzeit viel diskutierte Themen, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wissenschaft. An der Universität zu Lübeck wird schon seit über drei Jahrzehnten an der biologischen Vielfalt von Geschlecht geforscht, das UKSH, Campus Lübeck, bietet eine interdisziplinäre Sprechstunde für Menschen mit biologischen Varianten der Geschlechtsentwicklung.

Eine gemeinsame Forschung, an der neben Medizin auch die Geistes- und Lebenswissenschaften beteiligt sind, fehlte jedoch bislang. Hier setzt das neue, nun von der DFG geförderte, Großprojekt an: Insgesamt 27 Forschende haben sich für die Erforschung der Vielfalt des biologischen Geschlechts unter der Leitung der Universität zu Lübeck zusammengefunden, um im Rahmen von 17 Teilprojekten aus der Biologie, Genetik, der Medizin, sowie aus Geistes- und Sozialwissenschaften am Themenbereich zu forschen. Sie werden die Bedeutungen und Auswirkungen von Geschlecht von der einzelnen Zelle über das Organsystem bis hin zu medizinischen Fragestellungen und auch deren soziokultureller Bedeutung in gesellschaftlichen Zusammenhängen ergründen.

Die Forschenden wollen untersuchen, inwiefern sich das biologische Geschlecht auf verschiedenen Ebenen unterschiedlich darstellen und ausprägen kann. Daher nennt sich der Sonderforschungsbereich im Kurztitel auch „sexdiversity“ (von Englisch „sex“ = biologisches Geschlecht). Forschungsergebnisse dazu haben weitreichende Folgen, vor allem im Bereich der Medizin: „Geschlecht und seine Auswirkungen sind ein wesentlicher Zugang zu einer personalisierten Medizin. Daher ist die Erforschung der vielfältigen Ausprägungen des biologischen Geschlechts sehr wichtig“ sagt der Sprecher des Sonderforschungsbereichs der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. Olaf Hiort, Leiter der Sektion für Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH, Campus Lübeck: „Es ist ein Thema von großer Tragweite. Das menschliche Selbstverständnis und die Gerechtigkeit gesellschaftlicher Strukturen sind berührt.“, ergänzt Co-Sprecher Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter vom Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck. 

Über den Sonderforschungsbereich 1665

Ein Sonderforschungsbereich ist eine Forschungsmaßnahme, bei der die DFG zusammen mit der leitenden Universität einen wissenschaftlichen Schwerpunkt aufbaut und langfristig unterstützt. Der neue Sonderforschungsbereich wird seine Arbeit am 1. April 2024 aufnehmen. Die Leitung des Projekts liegt an der Universität zu Lübeck, beteiligt sind zudem Forschende der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, sowie Forschende von Universitäten in Berlin, Hannover, Magdeburg und München. Das Leitungsgremium des SFBs spiegelt den inter- und transdisziplinären Zugang des Projekts wider: Der Kinder- und Jugendmediziner Prof. Dr. Olaf Hiort ist Experte in der Endokrinologie, der Philosoph Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter hat einen Hintergrund in Molekularbiologie und Bioethik. Von den drei weiteren Mitgliedern des Leitungsgremiums kommt Prof. Dr. Ulrike Krämer aus den Neurowissenschaften, Prof. Dr. Lisa Malich aus der Wissenschaftsgeschichte und Prof. Dr. Malte Spielmann aus der Humangenetik.

Pressetext: Vivian Upmann, Universität zu Lübeck

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