Forschung1

Nationales Netzwerk Universitätsmedizin (NUM)

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ist Teil des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin (NUM).
Ziel dieses Netzwerks ist es, die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu bündeln und zu stärken. Bundesministerin Anja Karliczek hatte das NUM im April 2020, in der Hochphase der Coronavirus-Pandemie, initiiert. Durch diese Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen sollen Strukturen und Prozesse in den Kliniken geschaffen werden, die eine möglichst optimale Versorgung der COVID-19-Erkrankten sicherstellen.

Nach intensiven Vorbereitungen hat das NUM 13 Verbundprojekte auf den Weg gebracht, die zum besseren Verständnis von Covid-19 beitragen und Deutschland auf die zweite Welle und auch andere Pandemien vorbereiten sollen. Das UKSH ist an neun der 13 Projekte beteiligt. Das Netzwerk der Universitätsmedizin wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zunächst für ein Jahr mit 150 Millionen Euro gefördert.


Aktuelle Projekte mit UKSH Beteiligung

AKTIN-EZV

Ausbau des aus einem früheren BMBF-Projekt hervorgegangenen AKTIN-Notaufnahmeregisters um weitere 29 Notaufnahmen, sowohl universitär als auch nicht-universitär, zu einer flächendeckenden Infrastruktur für Echtzeit-Versorgungsforschung in Notaufnahmen. Analysen von Routinedaten aus der aktuellen Pandemie werden dazu beitragen, Erkenntnisse über die Inanspruchnahme zentraler Notaufnahmen zu erhalten. Zudem werden kontinuierlich tagesaktuelle Daten aus den Notaufnahmen für epidemiologische Auswertungen automatisiert bereitgestellt und COVID-19-spezifische Forschungsfragen in diesem Zuge bearbeitet.

B-FAST

Entwicklung einer integrierten Plattform zur Test- und Surveillance-Strategie für unterschiedliche Settings, beispielsweise Gesamtbevölkerung, Schulen und Kitas, Risikobereiche und Kliniken. Die im Netzwerk zusammengeführten Bewertungen von Testmethoden und die gemeinsame Erarbeitung und Bewertung von Surveillance-Ansätzen werden dazu beitragen, nachhaltig einsetzbare, skalierbare und auf zukünftige Pandemien übertragbare Surveillance- und Teststrategien zu entwickeln.

CEO-sys

Aufbau eines nationalen Evidenznetzwerks zu Covid-19 unter der Federführung von Cochrane Deutschland – als Teil des internationalen Cochrane-Netzwerkes, das wissenschaftliche Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitswesen bereitstellt. Durch die Identifikation, Aufarbeitung, Bewertung, Synthese und zielgruppengerechte Kommunikation wissenschaftlicher Daten und Ergebnisse zu Covid-19 wird sichergestellt, dass individuelle Therapieentscheidungen, institutionelle und öffentliche Versorgungsstrategien sowie politische Entscheidungen auf der Basis der aktuell verfügbaren Evidenz getroffen werden können.

DEFEAT PANDEMIcs

Aufbau eines deutschlandweiten Obduktionsnetzwerks für den Pandemiefall, um schnell, systematisch und standardisiert Daten, Biomaterialien und Erkenntnisse möglichst vollständig, umfassend und zeitnah zu erfassen, zusammenzuführen und den Netzwerkpartnern zur Auswertung zur Verfügung zu stellen.  Die einzigartige Vernetzung der meisten pathologischen, neuropathologischen und rechtsmedizinischen Institute der deutschen Universitätsklinika sowie nicht-universitärer Partner wird mit dem Aufbau einer dauerhaften Struktur zum besseren Verständnis in der Covid-19-Forschung und -Patientenversorgung beitragen.

EViPan Unimed

Aufbau eines Pandemiemanagements und einer Pandemic Preparedness mit den jeweiligen Universitätskliniken als Supra-Maximalversorger als Teil regionaler Gesundheitsnetzwerke in Kooperation und in Abstimmung mit den für das Pandemiemanagement verantwortlichen Einrichtungen. Optimiertes regionales und föderales Pandemiemanagement unter Berücksichtigung des teilweise landesindividuellen komplexen Geflechts des Gesundheitssystems.

FoDaPl (CODEX | COVID-19 Data Exchange Platform)

Aufbau einer bundesweit einheitlichen, datenschutzkonformen Infrastruktur zur Speicherung und Bereitstellung von Covid-19 Forschungsdatensätzen. Vorgesehen sind unter anderem eine umfassende Datenbank, Datenerfassungsinstrumente, Use & Access-Verfahren und eine Treuhandstelle. Die Infrastruktur wird in der Lage sein, komplexe Covid-19-Forschungsdatensätze, darunter klinische Daten, Bilddaten und Daten zu Bioproben, multizentrisch, patientenbezogen und pseudonymisiert abzubilden und der Forschung zur Verfügung zu stellen.

MethodCOV (beratend)

Aufbau eines wissenschaftlichen Expert*innen-Netzwerks zur Erfassung sozialer und kontextueller Faktoren im Bereich der Pandemieforschung. Durch die Bündelung der Methodenkompetenzen können Auswirkungen kontextueller Faktoren auf das Erkrankungsrisiko, den Erkrankungsverlauf und den gesellschaftlichen Umgang mit der Pandemie analysiert werden. Die Erkenntnisse werden in neue Präventionsansätze und klinische Therapiekonzepte einfließen und zum Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen eingesetzt.

NAPKON

Etablierung eines Netzwerks zur Erfassung qualitativ hochwertiger klinischer Phänotypisierungsdaten, einschließlich Daten zu Bioproben und Bildgebung. Das Vorhaben ist eng verzahnt mit dem Aufbau der Forschungsdatenplattform, die unter anderem zur Zusammenführung der aus NAPKON generierten Daten dient. Anhand geeigneter Kohorten können beispielsweise Langzeitfolgen infolge einer Covid-19-Erkrankung systematisch unter Einbeziehung aller Gesundheitssektoren analysiert werden. Dies gewährleistet zeit- und kosteneffiziente Ressourcennutzung bei hoher Daten- und Biomaterialqualität und zentral koordinierten Zugangsmöglichkeiten.

RACOON

Das Projekt wird als erstes dieser Größenordnung eine landesweite Infrastruktur zur strukturierten Erfassung radiologischer Daten von Covid-19-Fällen errichten. Der Datenbestand wird zum einen die in Echtzeit befundeten und analysierten Daten Covid-19-verdächtiger Pneumoniefälle nutzbar machen. Zum anderen können hochstrukturierte Daten, beispielsweise zur Unterstützung von KI-Entwicklungen, bereitgestellt werden. Die Daten dienen einerseits als wertvolle Entscheidungsgrundlage für epidemiologische Studien, Lageeinschätzungen und Frühwarnmechanismen. Andererseits bietet sich die Möglichkeit für die Automatisierung diagnostischer und bildverarbeitender Schritte.

Weitere Studien zu Covid-19 am UKSH


Weitere Projekte ohne UKSH Beteiligung

COMPASS

Ziel des Projekts COMPASS ist der Aufbau einer Plattform für die nachhaltige Koordination von Pandemieapps sowie die Bereitstellung konkreter Methoden und Werkzeuge für deren Umsetzung nach dem Stand der Wissenschaft, Technik und Gesetzgebung. Der bundesweite Ansatz von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft wird durch die koordinierte Erfassung, Aufbereitung und Bewertung von Pandemieapps sowie die Erstellung von Handlungsempfehlungen dazu beitragen, die Entwicklung und den Einsatz von digitalen Lösungen nachhaltig in der Pandemiebewältigung zu verankern.

COVIM

Aufbau einer Kohorte zu immunologischen Fragestellungen durch ein bundesweites Netzwerk von Universitätsklinika in Kooperation mit dem NAPKON-Projekt. Der gemeinsame Ansatz zur Bestimmung der Immunität wird neue Erkenntnisse zur Covid-19 Immunität und deren Übertagbarkeit auf andere Personen generieren und damit maßgeblich zu den Lösungen zum Schutz der Bevölkerung vor Covid-19 beitragen.

Organo-Strat

Aufbau einer Kohorte zu immunologischen Fragestellungen durch ein bundesweites Netzwerk von Universitätsklinika in Kooperation mit dem NAPKON-Projekt. Der gemeinsame Ansatz zur Bestimmung der Immunität wird neue Erkenntnisse zur Covid-19 Immunität und deren Übertagbarkeit auf andere Personen generieren und damit maßgeblich zu den Lösungen zum Schutz der Bevölkerung vor Covid-19 beitragen.

PallPan

Entwicklung einer nationalen Strategie für die Betreuung schwerkranker, sterbender sowie verstorbener Erwachsener und deren Angehörige in Pandemiezeiten. Alle Versorgungsbereiche, die schwerkranke und sterbende Menschen behandeln und begleiten, werden gemeinsam Handlungsempfehlungen und Informationsmaterial zur Palliativversorgung von Patienten mit/ohne Infektionen erstellen. Dieser bisher größte strukturierte Zusammenschluss der universitären Palliativmedizin in Deutschland wird dafür sorgen, die Belange schwerkranker und sterbender Menschen und deren Angehörigen effektiv im Vorgehen gegen die Pandemie zu berücksichtigen und damit die Behandlung zu verbessern.