Mikroskop_Auge

Clinician Scientist Program Connecting Brain, Metabolism, and Inflammation – Mechanisms and Disease Expression

Leitung:

Univ.-Prof. Dr. med. Christian Sadik (Christian.Sadik@uksh.de), Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, UKSH Lübeck.

Zusammenfassung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Universität zu Lübeck (UzL) die Einrichtung eines dualen klinischen und wissenschaftlichen Weiterbildungsprogramms zur gleichzeitigen Erlangung der Facharzt- und Habilitationsreife.

Das Weiterbildungsprogramm wurde gemeinsam mit der Landesärztekammer Schleswig-Holstein entwickelt und wird durch die neugegründete Clinician Scientist School Lübeck (CSSL) an der Universität zu Lübeck fächerübergreifend organisiert. Das Weiterbildungsprogramm ermöglicht explizit die Facharztausbildung in jeder klinischen Fachdisziplin.

Im Gegenzug für eine Verlängerung der Facharztausbildung um 1 Jahr erhalten die Weiterzubildenden eine insgesamt zweijährige Forschungsrotation und durchlaufen eine komplette aber kondensierte klinische Facharztausbildung ermöglicht durch privilegierte Klinikrotationen.

Während der Forschungsrotation bearbeiten die Weiterzubildenden ein eigenes Forschungsprojekt zum übergeordneten Forschungsthema "Connecting Brain, Metabolism, and Inflammation (BMI) - Mechanisms and Disease Expression". Das Forschungsthema verbindet die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Universität zu Lübeck und dient der weiteren Aufklärung der immer offensichtlicher werdenden engen Interaktion zwischen Nervensystem, Metabolismus und Immunsystem in der Entstehung von Erkrankungen.

Das jeweilige Forschungsprojekt führen die Weiterzubildenden unter der Anleitung eines Universitätsprofessors aus einem klinischen Fach und eines Universitätsprofessors aus den vorklinischen/klinisch-theoretischen Fächern durch.

Des Weiteren durchlaufen die Weiterzubildenden ein Transferable Skill-Programm, um umfangreiche methodische Kompetenzen und wichtige Schlüsselqualifikationen des späteren eigenständigen wissenschaftlichen Arbeitens, wie z.B. wissenschaftliches Schreiben und Präsentieren, Projektplanung und Patentrecht, zu erwerben.

Zielgruppe

Die Ausschreibung richtet sich an in Deutschland

  • approbierte Ärztinnen und Ärzte, die

  • nach einer abgeschlossenen Promotion

  • eine Facharztausbildung anstreben und

  • Interesse an der translationalen Forschung haben sowie

  • fließend deutsch und englisch sprechen.

Außerdem vorteilhaft:

  • zusätzliche Forschungserfahrung nach dem Studium

  • bereits teilweise absolvierte Facharztausbildung (bis zu drei Jahre)

Angebot

  • duale Qualifikation

  • Mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein abgestimmte Curricula für die Facharztweiterbildung

  • Komprimierte klinische Ausbildung mit fokussierter und anspruchsvoller Vermittlung der Fähigkeiten, die für das jeweilige medizinische Fach- und Teilgebiet relevant sind

  • Geschützte Zeit für die Forschung, unabhängig von klinischen Aufgaben

  • Intensives, interdisziplinäres Mentoring durch die klinischen und wissenschaftlichen Leiter/innen für Facharztreife und Habilitation

  • Ausbildung und Forschung in einem international führenden Forschungszentrum auf den Gebieten Metabolismus, Genetik und Entzündung, einschließlich der vom Bund finanzierten Forschungszentren Center for Brain, Behavior, and Metabolism (CBBM) und Center for Research on Inflammation of the Skin (CRIS)

Wissenschaftlicher Schwerpunkt

Das Programm erforscht die Interaktionen zwischen Nervensystem, Stoffwechsel und Immunsystem, die mit der Entstehung von chronischen Erkrankungen wie dem metabolischen Syndrom, neurodegenerativen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang stehen. Die Forschungsprojekte zielen darauf ab, pathogenetisch relevante Mechanismen zu entschlüsseln und die Interaktionen der wichtigsten Regulationssysteme des Körpers sowie deren Dysfunktion bei komplexen Erkrankungen zu ergründen. Die Forschungsansätze umfassen präklinische Modelle, Forschung am Menschen und systemmedizinische Ansätze.

Mentoring

Die Clinician Scientists und die jeweiligen Mentoren/innen werden während des Bewerbungssymposiums zusammengebracht und entwickeln gemeinsam das wissenschaftliche Projekt. Hierbei kommt jeweils mindestens ein/e Mentor/in aus einem klinischen und einem grundlagenwissenschaftlichen Fachgebiet.

Der Standort

Forschungsschwerpunkte der Universität zu Lübeck sind die Themen Infektion und Entzündung sowie Gehirn, Hormone und Verhalten. Die Forschung dieser beiden Schwerpunkte wurde vom Wissenschaftsrat als exzellent und von international hoher Bedeutung eingestuft. Beide Forschungswerte erhielten auf Grundlage dieser Bewertung insgesamt rund 75 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel zur Einrichtung des Center for Research on Inflammation of the Skin (CRIS) und des Center for Brain, Behavior, Metabolism (CBBM) und modernst eingerichtete Forschungsinfrastrukturen. Zusätzlich stellt die Humangenetik einen wichtigen Forschungsschwerpunkt dar und erforscht insbesondere die Genetik neurodegenerative, kardiovaskulärer und chronisch-entzündlicher Erkrankungen. Die UzL verfügt zu diesen wissenschaftlichen Schwerpunkten über eine Reihe DFG-geförderter Verbünde und ist zudem Partner der Christian-Alberts-Universität in Kiel im Excellence Cluster Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI).

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Abbildung 1:
Wissenschaftlicher Fokus des CSSL-Programms. Die Forschung der CSSL fokussiert auf die bidirektionalen Interaktionen zwischen ZNS, Immunsystem und Metabolismus (inneres Dreieck) und die hieraus entstehenden, wechelseitig aggravierenden Beziehung in der Pathogenese neurodegenerativer, autoimmuner, metabolischer Erkrankungen (äußeres Dreieck).

Abbildung 2 und 3: Mustercurriculum der integrierten wissenschaftlichen und klinischen Ausbildung in der CSSL

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