Pflege

Ausbildung

Welche Aufgaben habe ich als Pflegefachfrau/ Pflegefachmann?

Sie steuern den Pflegeprozess und die Pflegedignostik für pflegebedürftige Menschen mit folgendem Auftrag:

  • Übernahme vorbehaltener Tätigkeiten wie Gestaltung des Pflegeprozesses und Sicherung pflegerischer Qualität.

  • Allgemeine und spezielle pflegerische Leistungen im Rahmen von Lebensaktivitäten und therapeutischer Versorgung. Das heißt zum Beispiel: Unterstützung/ Übernahme von Körperpflege, Darreichen von Nahrung, Unterstützung bei der Mobilisation, Infusionen richten, Injektionen verabreichen, Verbände anlegen, Medikamente stellen

  • Pflegerische Arbeit findet immer im Team statt, in Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Berufsgruppen.

Die Einsatzorte sind sehr vielfältig z.B.

  • in der akutstationären Versorgung, das heißt im Krankenhaus in den unterschiedlichsten Fachgebieten

  • in der Langzeitversorgung, z.B. im Alten- und Pflegeheim

  • in der ambulanten Pflege

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung gliedert sich in theoretische (min. 2100 Std.) und praktische (min. 2500 Std.) Ausbildung, die in Blöcken erfolgt.

Wir starten mit einem zweimonatigen Blockunterricht in der Akademie zur Vorbereitung auf den ersten Praxiseinsatz. Der erste Praxiseinsatz dient zur Orientierung im UKSH und dauert 3 Monate. Dafür kommen alle pflegerischen Stationen in unterschiedlichen Fachgebieten in Frage, z.B. chirurgische Stationen, internistische Stationen, allgemeine Kinderstation, Stationen der Augenklinik,  der Hautklinik und der Klinik für Neurologie.

Praktische Pflichteinsätze sind zudem in der stationären Langzeitpflege (Pflegeheim), in der ambulanten Pflege, in der Kinderklinik und in der psychiatrischen Pflege vorgesehen.
Es gibt auch Wunscheinsätze - nach Möglichkeit, z. B. im Kreißsaal, Aufwachraum, OP, Hospiz, in der Endoskopie oder auf der Intensivstation. Diese Einsätze sind auch campusübergreifend oder im europäischen Ausland möglich.

Vor Beginn der Ausbildung entscheiden Sie sich für einen praktischen Vertiefungseinsatz, der im dritten Ausbildungsjahr stattfindet. Dafür stehen zur Wahl: stationäre Akutpflege, psychiatrische Pflege und die pädiatrische Pflege (Pflege von Kindern).

Wenn Sie die pädiatrische Pflege gewählt haben, entscheiden Sie sich zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres:
Entweder Sie wählen den Abschluss in der generalistischen Pflege (Pflegefachfrau/ Pflegefachmann), Vertiefung Pädiatrie, oder den Abschluss Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Sie lernen über drei Jahre hinweg in einem Kursverband. Dies hilft Ihnen, sich mit anderen Azubis auszutauschen und Ihren individuellen Lernprozess aktiv zu gestalten und sich gegenseitig zu ergänzen. Zudem lernen Sie im Unterricht in der theoretischen Ausbildung an Fallbeispielen aus der Praxis und trainieren somit, die direkte Pflege in den unterschiedlichen Handlungssettings gut zu begründen. Damit Sie sicher in die Praxis gehen können, üben Sie zudem die notwendigen Fähigkeiten aus dem jeweiligen Theorieblock in unseren  Skills-Labs. Hierbei werden Sie intensiv von den Lehrenden der Pflegeschulen Lübeck und Kiel begleitet.

Wo findet die Ausbildung statt?

Die theoretische Ausbildung erfolgt in den Räumen der UKSH Akademie, die praktische Ausbildung findet im UKSH statt. Für den externen Pflichteinsatz „ambulante Pflege“ stehen zahlreiche Einrichtungen am jeweiligen Ausbildungsort zur Verfügung.

Wer bildet mich aus?

In der theoretischen Ausbildung begeleitet Sie ein motiviertes Team von gut ausgebildeten Lehrkräften. Wir bieten zusätzlich Lerncoaching und Unterstützung durch Sprachlehrkräfte an. Bei Bedarf steht eine Sozialarbeiterin zur Verfügung.

Praxis: Das Ausbildungsmanagement des UKSH plant die praktischen Einsätze. Hauptamtliche Praxisanleiter:innen (HPA) begleiten Ihren Lernprozess in der Praxis. Mitarbeiter:innen und Praxisanleiter:innen der jeweiligen Einsatzgebiete leiten Sie direkt vor Ort an.

Geld gibt´s natürlich auch:

Eine Ausbildungsvergütung wird gewährt. Im ersten Ausbildungsjahr beträgt sie rund 1380 € brutto und steigert sich auf 1553 € brutto im dritten Ausbildungsjahr.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung hängt vom Tarifvertrag/ Arbeitgeber ab und ist ca. 2800 - 3000 € brutto.

Und Urlaub:

Jeder Lernende erhält 30 Tage Urlaub pro Kalenderjahr, der größtenteils im Vorfeld fest geplant wird.

Die Ausbildung kann in Teilzeit geleistet werden.- Das bezieht sich auf die praktischen Einsätze. Die Theorie-Blöcke bleiben davon unberührt.

Ein Einblick in die Ausbildung

Pflege ist Beziehungsgestaltung von klein bis groß!

Babybad HL März 2025

In der Pflege begegnen wir vielen verschiedenen Menschen mit individuellen Ansprüchen, Bedürfnissen, Sorgen und Ängsten. Wir begleiten Menschen unter anderem ganz zu Beginn des Lebens.  Unserer Auszubildenden sind genauso vielseitig und einzigartig. Um unsere Auszubildenden individuell auf diesen facettenreichen Beruf vorzubereiten, begleiten wir sie an drei Lernorten: in der Schule, der Praxis und im Skills-Lab.

Wir üben mit Ihnen zum Beispiel das versorgen von Neugeborenen und Säuglingen. Hierbei geht es neben den hygienischen Aspekten sehr viel um die Beziehungsgestaltung mit den Kleinsten. Auch das Handling und die Wahrnehmungsförderung wird bei den Übungen beachtet.

Ja und wer darf jetzt nicht vergessen werden? Richtig, die frisch gebackenen Eltern. Bei denen kommen so viele Gefühle zusammen; Freude über das neue Leben und den neuen Lebensabschnitt aber auch Fragen wie: Mache ich das alles richtig? Kann ich meinem Kind das bieten, was es braucht?

Um die Eltern gut auf dem Anfang dieses Lebensabschnittes zu begleiten, ist die Beratung und Anleitung eine sehr wichtige pflegerische Aufgabe. Mit viel Geduld und Fingerspritzengefühl üben unsere Auszubildenden zum Beispiel eine Stillberatung ein. Dabei werden nicht ausschließlich Fachinformationen weitergegeben. Die Auszubildenden lernen eine Gesprächsatmosphäre aufzubauen, aktiv zu zuhören um somit Bedürfnisse und Bedarfe zu erkennen.

Eine Sache darf beim Lernen dabei nie vergessen werden und das ist der Spaß -  in der Ausbildung und im Leben.

Das Gelernte in der Praxis umsetzen: Auszubildende leiten eine Station 

Kurs L-PS 08/2023, auf der Station 124, vom 23.06. - 20.07.2025
ALES 2025

Im August 2023, haben wir die Ausbildung zur Pflegefachfrau und Pflegefachmann gestartet, seitdem haben wir viel gelernt und erlebt. Sodass wir am Ende das zweiten Lehrjahres, unser Projekt Lernende leiten eine Station starten konnten.

Als angehende Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, durften wir die Station 124 (Station für Gastroenterologie und Rheumatologie) übernehmen. Das bedeutete für unseren Kurs: Pflege organisieren, Patient:innen versorgen, Abläufe koordinieren- und das alles als Team auf Augenhöhe.

Ziel war es, unser Wissen praxisnah anzuwenden, Eigenverantwortung zu übernehmen und den Pflegealltag aktiv mitzugestalten. Dieses haben wir trotz anfänglicher Unsicherheiten als Kurs erfolgreich gemeistert. Unterstützung hatten wir jederzeit von Praxisanleitern und dem gesamten Stationsteam.

Wir hatten eine intensive, lehrreiche und spannende Zeit hinter uns - und nehmen jede Menge Motivation mit für den weiteren Weg in der Pflege. Nun freuen wir uns auf das letzte Jahr und die letzten Schritte zur Examinierten Pflegefachkräften.

Vielen lieben Dank an das Team der A124 für die tolle Begleitung und Unterstützung während des Projekts!

Besonderheiten der Ausbildung am UKSH

  • Als Krankenhaus der Maximalversorgung bietet das UKSH Ihnen zahlreiche interessante Einsatzmöglichkeiten in der Praxis z.B. Stroke Unit, Einheit für Schwerbrandverletzte (HL), Krebszentrum (KI), Schmerzambulanz, Herzchirurgie.

  • Diese Vielfalt ermöglicht Ihnen eine umfassende, generalistische Ausbildung.

  • Zur Auswahl stehen der Campus Kiel oder der Campus Lübeck

  • Zahlreiche übergeordnete Praxisanleiter betreuen Sie während Ihrer Praxiseinsätze zusätzlich zu den Praxisanleitern der Stationen.

  • Eine Ausbildungskoordinatorin pro Campus plant und organisiert Ihren gesamten praktischen Ausbildungsverlauf und steht Ihnen ebenfalls als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

  • Es ist möglich, parallel zur Ausbildung einen dreieinhalbjährigen Studiengang mit dem Abschluss Bachelor auf Science an der Universität zu Lübeck zu belegen.

Wie hat sich die Pflegeausbildung verändert?

Und nach der Ausbildung?

Der Pflegeberuf bietet nach der Ausbildung eine große Vielfalt von Einsatzbereichen. In einer berufsbegleitenden Fachweiterbildung kann man hierfür seine Kompetenzen vertiefen, z.B. in der Notfallpflege, Intensivpflege, Anästhesiepflege, psychiatrischen Pflege oder Onkologiepflege.

Um Auszubildende in den praktischen Einsätzen unterstützen zu können, gibt es eine Weiterbildung zur Praxisanleiterin/ zum Praxisanleiter.  Für Managementaufgaben qualifiziert man sich in der Weiterbildung Leitung einer Pflegeeinheit.

Hygienebeauftragte:r, Wundexperte:in, Demenzexperte:in sind einige, weitere Spezialisierungsmöglichkeiten.

Nach der Ausbildung ist auch ein Studium möglich, z.B. Gesundheits- und Pflegepädagogik, Pflegewissenschaft, Gesundheitsmanagement, Gesundheitswissenschaften oder ANP-Studiengänge (Advanced Nursing Practice).