Pflege

Ausbildung

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Deine Ausbildung in der Pflege ist abwechslungsreich und kombiniert Theorie und Praxis in etwa zu gleichen Teilen, die in Blöcken organisiert sind.

Du startest mit einem zweimonatigen Schulblock an der Akademie. Dort lernst du die wichtigsten Grundlagen, bevor dein erster Praxiseinsatz im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) beginnt. Dieser dauert drei Monate und dient zur Orientierung. Du kannst dabei auf verschiedenen Stationen eingesetzt werden – zum Beispiel in der Chirurgie, Inneren Medizin, Neurologie, Augen- oder Hautklinik sowie auf einer allgemeinen Kinderstation.

Während der Ausbildung sammelst du außerdem Erfahrung in Pflegeheimen, der ambulanten Pflege, der Kinderklinik und in der psychiatrischen Pflege.

Zusätzlich kannst du Wunscheinsätze absolvieren – etwa im Kreißsaal, OP, Aufwachraum, Hospiz, in der Endoskopie oder auf der Intensivstation. Solche Einsätze sind, unter bestimmten Voraussetzungen, auch campusübergreifend oder im europäischen Ausland möglich.

Vor Ausbildungsbeginn entscheidest du dich für einen Vertiefungseinsatz im dritten Ausbildungsjahr:

  • Stationäre Akutpflege

  • Psychiatrische Pflege

  • Pädiatrische Pflege (Pflege von Kindern)

Wenn du die pädiatrische Pflege wählst, triffst du am Ende des zweiten Ausbildungsjahres die Entscheidung, ob du den generalistischen Abschluss mit Schwerpunkt Pädiatrie oder den Abschluss als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekraft machen möchtest.

Was bedeutet "Vertiefungseinsatz"?

Schon beim Start deiner Ausbildung entscheidest du dich, in welchem Bereich du später tiefer einsteigen willst. Im dritten Ausbildungsjahr spezialisierst du dich – und lernst in der Praxis, was es heißt, wirklich Profi zu werden. Du kannst zwischen drei spannenden Einsatzbereichen wählen:

Stationäre Akutpflege
In der Akutpflege arbeitest du mit erwachsenen Patient:innen, die nach einer OP oder wegen einer Krankheit wie Diabetes oder Krebs gerade intensive Unterstützung brauchen. Hier ist kein Tag wie der andere: Du versorgst Menschen, beobachtest Veränderungen ihres Gesundheitszustands und arbeitest eng mit Ärzt:innen und Therapeut:innen zusammen. Dein Ziel ist es, dass die Patient:innen wieder so selbstständig wie möglich leben können – zu Hause, mit neuer Kraft.

Pädiatrische Pflege
Wenn du gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeitest, ist das hier genau dein Bereich. Du kümmerst dich um junge Patient:innen bis 16 Jahre, begleitest sie während ihrer Behandlung und hast auch für ihre Eltern oder Angehörigen ein offenes Ohr. Du lernst, wie du auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern eingehst und wie wichtig Vertrauen und Einfühlungsvermögen in der Pflege sind.

Psychiatrische Pflege
In der psychiatrischen Pflege unterstützt du Menschen mit psychischen Erkrankungen oder in schwierigen Lebenssituationen. Hier zählt echtes Mitgefühl und Geduld. Du hilfst deinen Patient:innen, ihren Alltag besser zu meistern, stärkst ihre Selbstständigkeit und förderst ihre seelische Gesundheit. Beratung, Gespräche und gemeinsame Lösungen stehen dabei im Mittelpunkt.

Egal, für welchen Bereich du dich entscheidest – dein Wissen, dein Einfühlungsvermögen und dein Engagement machen jeden Tag einen echten Unterschied im Leben anderer. Nach der Ausbildung kannst du in allen Pflegebereichen arbeiten.

Wo findet die Ausbildung statt?

Die theoretische Ausbildung erfolgt in den Räumen der UKSH Akademie. Im Skills Lab kannst du das Gelernte erstmal in einem geschützten Rahmen ausprobieren und mit der VR-Brille bewegst du dich in einem virtuellen Patientenzimmer.

Die praktische Ausbildung findet im UKSH statt. Für den externen Pflichteinsatz „ambulante Pflege“ stehen zahlreiche Einrichtungen am jeweiligen Ausbildungsort zur Verfügung.

Wer bildet mich aus?

In der theoretischen Ausbildung begeleitet dich ein motiviertes Team von gut ausgebildeten Lehrkräften. Wir bieten zusätzlich Lerncoaching und Unterstützung durch Sprachlehrkräfte an. Bei Bedarf steht eine Sozialarbeiterin zur Verfügung.

Praxis: Das Ausbildungsmanagement des UKSH plant die praktischen Einsätze. Hauptamtliche Praxisanleiter:innen (HPA) begleiten deinen Lernprozess in der Praxis. Mitarbeiter:innen und Praxisanleiter:innen der jeweiligen Einsatzgebiete leiten dich direkt vor Ort an.

Geld gibt´s natürlich auch:

Im ersten Ausbildungsjahr beträgt die Ausbildungsvergütung rund 1380 € brutto und steigert sich auf 1553 € brutto im dritten Ausbildungsjahr.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung hängt vom Tarifvertrag/ Arbeitgeber ab und ist ca. 2800 - 3000 € brutto.

Und Urlaub:

Jeder Lernende erhält 30 Tage Urlaub pro Kalenderjahr, der größtenteils im Vorfeld fest geplant wird.

Die Ausbildung kann in Teilzeit geleistet werden.- Das bezieht sich auf die praktischen Einsätze. Die Theorie-Blöcke bleiben davon unberührt.

Einblick in die Ausbildung

Pflege ist Beziehungsgestaltung von klein bis groß!

Babybad HL März 2025

In der Pflege begegnen wir vielen verschiedenen Menschen mit individuellen Ansprüchen, Bedürfnissen, Sorgen und Ängsten. Wir begleiten Menschen unter anderem ganz zu Beginn des Lebens.  Unsere Auszubildenden sind genauso vielseitig und einzigartig. Um unsere Auszubildenden individuell auf diesen facettenreichen Beruf vorzubereiten, begleiten wir sie an drei Lernorten: in der Schule, der Praxis und im Skills-Lab.

Wir üben mit ihnen zum Beispiel das Versorgen von Neugeborenen und Säuglingen. Hierbei geht es neben den hygienischen Aspekten sehr viel um die Beziehungsgestaltung mit den Kleinsten. Auch das Handling und die Wahrnehmungsförderung wird bei den Übungen beachtet.

Ja und wer darf jetzt nicht vergessen werden? Richtig, die frisch gebackenen Eltern. Bei denen kommen so viele Gefühle zusammen; Freude über das neue Leben und den neuen Lebensabschnitt aber auch Fragen wie: Mache ich das alles richtig? Kann ich meinem Kind das bieten, was es braucht?

Um die Eltern gut auf dem Anfang dieses Lebensabschnittes zu begleiten, ist die Beratung und Anleitung eine sehr wichtige pflegerische Aufgabe. Mit viel Geduld und Fingerspritzengefühl üben unsere Auszubildenden zum Beispiel eine Stillberatung ein. Dabei werden nicht ausschließlich Fachinformationen weitergegeben. Die Auszubildenden lernen eine Gesprächsatmosphäre aufzubauen, aktiv zu zuhören um somit Bedürfnisse und Bedarfe zu erkennen.

Eine Sache darf beim Lernen dabei nie vergessen werden und das ist der Spaß -  in der Ausbildung und im Leben.

Das Gelernte in der Praxis umsetzen: Auszubildende leiten eine Station 

Kurs L-PS 08/2023, auf der Station 124, vom 23.06. - 20.07.2025
ALES 2025

Im August 2023, haben wir die Ausbildung zur Pflegefachfrau und Pflegefachmann gestartet, seitdem haben wir viel gelernt und erlebt. Sodass wir am Ende das zweiten Lehrjahres, unser Projekt Lernende leiten eine Station starten konnten.

Als angehende Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, durften wir die Station 124 (Station für Gastroenterologie und Rheumatologie) übernehmen. Das bedeutete für unseren Kurs: Pflege organisieren, Patient:innen versorgen, Abläufe koordinieren- und das alles als Team auf Augenhöhe.

Ziel war es, unser Wissen praxisnah anzuwenden, Eigenverantwortung zu übernehmen und den Pflegealltag aktiv mitzugestalten. Dieses haben wir trotz anfänglicher Unsicherheiten als Kurs erfolgreich gemeistert. Unterstützung hatten wir jederzeit von Praxisanleitern und dem gesamten Stationsteam.

Wir hatten eine intensive, lehrreiche und spannende Zeit hinter uns - und nehmen jede Menge Motivation mit für den weiteren Weg in der Pflege. Nun freuen wir uns auf das letzte Jahr und die letzten Schritte zur Examinierten Pflegefachkräften.

Vielen lieben Dank an das Team der A124 für die tolle Begleitung und Unterstützung während des Projekts!

Und nach der Ausbildung?

Mit deiner Pflegeausbildung stehen dir später viele Wege offen!
Nach dem Abschluss kannst du dich in ganz unterschiedlichen Bereichen weiterentwickeln – je nachdem, was dich interessiert. In berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildungen vertiefst du dein Wissen, zum Beispiel in der NotfallpflegeIntensivpflegeAnästhesiepflegepsychiatrischen Pflege oder Onkologiepflege.

Wenn du gerne andere Auszubildende auf ihrem Weg unterstützt, kannst du dich zur Praxisanleiterin oder zum Praxisanleiter weiterbilden.Oder du übernimmst Verantwortung im Team und qualifizierst dich für eine Leitungsposition – etwa als Leitung einer Pflegeeinheit.

Außerdem gibt es viele spannende Spezialisierungen, z. B. als Hygienebeauftragte:rWundexpert:in oder Demenzexpert:in.

Und wenn du Lust auf ein Studium hast, stehen dir auch hier viele Türen offen – zum Beispiel in PflegepädagogikPflegewissenschaftGesundheitsmanagement oder in modernen Advanced Nursing Practice (ANP)-Studiengängen.

Egal, welchen Weg du wählst: In der Pflege bleibst du nie stehen – du kannst dich immer weiterentwickeln, Neues lernen und richtig was bewegen!