Pflege

Erfahrungen

Marie Curie Hospice Hampstead/UK - FIDAN RASMUSSEN 04/18 1

Mein Auslandspraktikum: Hospize - nur von Trauer und dem Sterben umgeben?

Praktikum Hospiz England Juli 20

Im Rahmen eines ambulanten Pflichteinsatzes während der Ausbildung war es mir möglich ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Das Praktikum hat sich bei mir über Dezember 2019 und Januar 2020 gestreckt, ja über das Fest der Liebe und Neujahr. Ich habe an den Feiertagen gearbeitet und wir haben alle gemeinsam mit den Ärzten, Pflegern, Leitungen, Managern etc. und auch mit Patienten und deren Familien gefeiert. Es war eine einzigartige Erfahrung zu sehen, wie sich alle auf Augenhöhe begegnen und zu spüren was für ein schönes Miteinander herrscht.

Ich habe mir bewusst Hospizarbeit ausgesucht, um der Leitfrage eines nur von Trauer und dem Sterben umgebenden Ortes nachzugehen und mich somit, mit Unterstützung von Frau D’Aria, für das Marie Curie Hospice in Hampstead/UK entschieden. Ich war dort immer einer Krankenschwester zugeteilt, die mir alle meine Fragen beantwortet hat, mich in Entscheidungen mit einbezogen hat und mich nie alleine gelassen hat. Dort habe ich interdisziplinäre Versorgung kennengelernt, die mir den Atem geraubt hat. Der Mensch stand im Mittelpunkt. Die Aufklärung stand im Mittelpunkt. Die ganzheitliche integrative Versorgung stand im Mittelpunkt.

Nur ein Beispiel aus meiner Zeit dort: Es gab einmal wöchentlich eine Versammlung vom ganzen interdisziplinären Team aus Pflegern, Ärzten, Pharmakologen, Physio-, Musik-, Atem-, Aromatherapeuten, dem Sozialdienst und Sterbebegleitern zur ganzheitlichen Besprechung jedes Patienten. Das hat mich sprachlos vor Faszination gemacht. So wie die Patienten, so wurden auch alle Mitarbeiter wertgeschätzt. Zweimal wöchentlich gab es ein sogenanntes "Mental Health Training", welches zur bezahlten Arbeitszeit zählt. Das hat eine 60-minütige Traumreise beinhaltet an der jeder Mitarbeiter teilnehmen durfte, denn die Gesundheit der Mitarbeiter sieht das Marie Curie Hospice als hohes Gut. Die „Nurse“ in England hat einen ganz „anderen“ Stellenwert, als die Krankenschwestern in Deutschland ihn haben. Das zu erleben hat mich inspiriert und ich denke, ich habe auch einen gewissen Teil des Selbstbewusstseins und der großen Bedeutsamkeit der Pflege mit zu uns nach Kiel nehmen können. Abschließend kann ich sagen, dass ein Praktikum in dem Hospiz wirklich eine Erfahrung wert ist. Ich kann dieses Auslandspraktikum jedem empfehlen und würde selber immer wieder dorthin reisen.

Ayubowan!

Ein Praktikumsbericht von Jonas Werth Kurs 10/18A

Sri Lanka

Ich denke man kann behaupten, dass 2020 für jeden von uns ein Jahr war, in welchem wir mit neuen und ungewohnten Dingen konfrontieren wurden – freiwillig oder unfreiwillig. Für mich war das schon im Februar und März der Fall, da ich mein ambulantes Pflegepraktikum nicht in Deutschland verbringen durfte, sondern auf Sri Lanka – einer Insel südöstlich von Indien, nicht größer als Bayern. Für mich war es die perfekte Gelegenheit, ein neues Land zu erkunden, im ganz normalen und tagtäglichen Arbeitsalltag eines Krankenhauses mitwirken zu dürfen und die Menschen so kennenzulernen, wie sie wirklich sind – kombiniert mit dem Pflichteinsatz des Praktikums.

Ich wollte meine (geplanten) sieben Wochen im Teaching Hospital Karapitiya in Galle verbringen, einem Lehrkrankenhaus für Pfleger und Ärzte, die den Bewohnern „free-healthcare“ bietet und viele Stationen beherbergt. Eingesetzt wurde ich in verschiedenen Bereichen, in der Allgemein-Chirurgie, der dazugehörigen Post-Op. Station, im Rehabilitation Center, auf einer pädiatrischen Kardiologie und ab und zu noch auf ein paar weiteren Stationen – der Ablauf wurde recht flexibel gestaltet.

Vergleichbar sind das UKSH in Kiel und das Krankenhaus auf Sri Lanka sicherlich nicht - in einem OP-Saal beispielsweise wurden bis zu vier Operationen gleichzeitig durchgeführt, sterile Instrumente wurden in Zeitungspapier oder Leinentücher eingewickelt, Handdesinfektionsmittel war eher eine Rarität und irgendwie schien es auch niemanden zu stören, wenn sich mal ein Gecko auf der Station oder im OP Saal verirrt hat – ich frage mich heute noch, wie die dort hingekommen sind. An einem Tag wurde auch mal ein Patient behandelt, der in einen Schwertkampf hineingeraten ist. Kein Spaß.

Auch der pflegerische Alltag unterschied sich sehr zum gewohnten deutschen Ablauf. Aufgaben wie das Waschen wurden sehr häufig durch die Angehörigen übernommen, diese waren teilweise auch morgens bereits früher da als ich und gingen abends später. Im Rehabilitation Center werden beispielsweise Menschen nach einem Schlaganfall oder einem Motorradunfall (was einen beim singhalesischen Straßenverkehr nicht wundert) behandelt. Es war vollkommen normal, dass die Mutter, der Sohn oder der Freund beim Patienten blieb und den Liebsten mobilisiert und nach Anleitung auch therapeutische Übungen durchgeführt hat. Die Pflege des Personals umfasste mehr die Wundversorgung und die Gabe von Medikamenten und Infusionen.

Interessant fand ich, dass Krankenpfleger in Sri Lanka fünf Jahre an einer Universität studieren und überdurchschnittlich bezahlt werden. Schade fand ich es aber, dass sich die Sprachbarriere hier deutlicher zeigte, da die Universitäten die Vorlesungen nicht auf Englisch wie bei den Ärzten abhielten, sondern auf Singhalesisch, also der Amtssprache des Landes. Es war dementsprechend ab und zu etwas schwierig sich zu verständigen, trotzdem durfte ich auch viele Menschen kennenlernen, die sich sehr gut auf Englisch ausdrücken konnten und wo der Austausch sehr angenehm war. Nicht nur ich hatte viele Fragen, sondern auch die Arbeitskollegen. Diese wollten einmal von mir wissen, ob es denn stimme, dass in Deutschland alle Menschen nackt rumlaufen würden, da ein Kollege vor Jahren einmal München besuchte und er das scheinbar so wahrgenommen hatte. Ich glaube sie haben mir das immer noch nicht geglaubt, nachdem ich dies vehement verneint hatte.

Nach der Arbeit und am Wochenende hatte ich auch viel Zeit für den Strand und das Herumreisen. Wer lernen möchte zu surfen, kann das hier auf jeden Fall tun, entweder auf eigene Faust oder mit Trainer. Sri Lanka bietet aber auch deutlich mehr als Strand, das Land ist geprägt von hohen Bergen, tiefen Tälern und einer beeindruckenden Flora und Fauna. Es gibt schier endlose Möglichkeiten, ich durfte u.a. eine Tour im Nationalpark machen, den Spuren der Pilger auf den 5.200 Stufen zum Berggipfel des Adam´s Peak folgen oder an befahrenen Bahngleisen entlanggehen, um die Aussicht auf Ella genießen zu können.

Sri Lanka war definitiv eine einmalige und eindrucksvolle Erfahrung, die ich absolut nicht bereut habe. Leider zwang mich die Coronakrise zum vorzeitigen Abbruch meines Aufenthaltes.

Vielleicht auf ein baldiges Wiedersehen!

Jonas Werth aus dem Kurs 10/18A

Stimmen aus der Pflegeausbildung

Vanja Capin - Ausbildung: Gesundheits- und Krankenpflege

Vanja Capin

Mein Interesse an Menschen und Gesundheit hat mich dazu bewogen diesen Beruf zu wählen. Ich bin im 2. Ausbildungsjahr und bis jetzt sind meine Erfahrungen trotz hoher Anforderungen gut. Manchmal sind Dienste auf Station auch anstrengend, aber überwiegend finde ich die Arbeit positiv. Beachten sollte man, dass man Schichtdienst hat. Besonders gefallen mir die Gespräche mit den Patienten, die vielseitigen Aufgaben und das Erlernen der Behandlungsmöglichkeiten und Techniken der Pflege.

Ausbildung: Gesundheits- und Krankenpflege

Philip Peters

Philip Peters

Ich bin 29 Jahre alt und im 3. Ausbildungsjahr zum examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger. Diese Ausbildung ist nicht meine erste. Zuvor habe ich eine Ausbildung im Handwerk absolviert. Nach meinem Abschluss habe ich schnell gemerkt, dass dieser Beruf mich nicht erfüllt. Mir fehlte etwas. Mir fehlte der rege soziale Kontakt, die Begleitung und pflegerische Unterstützung anderer Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. Daher habe ich mich zunächst für ein Praktikum im pflegerischen Bereich entschieden. Das Praktikum hat mir sehr gut gefallen, insbesondere die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Krankheitsbildern der Patientinnen und Patienten war sehr spannend und abwechslungsreich. Das Praktikum hat mir gezeigt, dass der Beruf des examinierten Gesundheits- und Krankenpflegers all das erfüllt, was mir in der vorherigen Ausbildung gefehlt hat. Während meiner Ausbildung und meiner längeren Praxisphasen konnte ich nun die Wertschätzung der Patientinnen und Patienten sowie der Angehörigen wahrnehmen. Diese Wertschätzung und Dankbarkeit bestärkt mich in meinem Tun und vermittelt mir ein positives Gefühl und noch mehr Freude bei meiner Arbeit.