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Niklas Foitzik

Ausbildung zum Medizinsch-Technischen Assistent in der Radiologie

Niklas FoitzikMein Name ist Niklas Foitzik. Ich bin zwanzig Jahre alt und mitten in der Ausbildung zum MTRA. MTRA? Medizinsch-Technischer Assistent in der Radiologie; Klar soweit?

Mir war’s anfangs überhaupt nicht klar. Nach dem bestandenen Abitur vor nun etwas mehr als einem Jahr, wusste ich auf die Frage, was ich nun machen werde, nur dies: Irgendetwas Naturwissenschaftliches, am besten was am Menschen mit Menschen. Ich wollte nicht ins Labor, wo mein einziger Freund das Elektronenmikroskop gewesen wäre; ich wollte (eigentlich) Arzt werden. Aber in einer Zeit mit doppelten Abschlussjahrgängen und Auflösung der Wehrdienstzeit erkannte ich bald die Utopie in dieser Vorstellung: keine Chance!

Wirklich keine? Eine Freundin brachte mich auf die Idee, eine Ausbildung im medizinischen Bereich zu machen, um die lange Wartezeit erstens zu überbrücken und zweitens zu verkürzen. Spontan entschied ich mich Ende September dazu und am 1. Oktober ging es dann auch schon los, obwohl ich immer noch nicht genau wusste, was ein MTRA ist.

Was macht nun eigentlich ein MTRA?

Ein MTRA steht zwischen dem Diagnostiker und dem Patienten. Er macht die Aufnahmen, die ein Arzt benötigt, um dem Patienten eine Diagnose zu stellen, prüft die Güte dieser und bedient die entsprechenden Geräte. So werden MTRAs in vier großen Bereichen in der Medizin eingesetzt: Nuklearmedizin, Strahlentherapie, radiologische Diagnostik (MRT, CT, Röntgen) und im Strahlenschutz. In jedem dieser Bereiche, mit Ausnahme vielleicht des Strahlenschutzes, hat er direkt mit dem Menschen zu tun. Ein guter Umgang mit Patienten ist essentiell für einen guten MTRA. Insbesondere in der Strahlentherapie und Nuklearmedizin arbeitet man mit schwerkranken Menschen, sodass Kontaktfreude und ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen von großer Bedeutung sind. Ein MTRA trägt eine enorme Verantwortung. Er arbeitet mit schädlicher Strahlung, die einen bewussten Umgang erfordern, dies gilt auch schon für den MTA-Schüler, der mit Umsicht seinen und den Schutz seiner Mitmenschen gewährleisten muss.

Bei aller Praxis handelt es sich um dennoch einen technischen Beruf. Man ist zwar im engeren Sinne kein Strahlentechniker, aber man versteht die nötigen physikalischen Zusammenhänge und erlernt den Umgang mit hochtechnischen Geräten. Diese Kompetenz ermöglicht neben dem Einsatz im Krankenhaus oder in Praxen auch eine Stelle in der Forschung oder Wirtschaft.

Die schulische Ausbildung erfolgt an der UKSH Akademie im Bereich MTA-Schule in Lübeck und ab Oktober 2012 in Kiel. Ursprünglich bildete die Schule Labor-MTAs (MTLA) und MTRAs aus. Die Ausbildung im Labor läuft aber zu diesem Jahr aus. Zugangsvoraussetzungen sind entweder eine Mittlere Reife mit Notendurchschnitt 2,0 oder ein Abitur bzw. eine Fachhochschulreife.

Die Ausbildung ist in Semester geteilt. Bei drei Jahren Ausbildung macht das sechs Semester. Hierbei sind die ersten zwei Semester rein schulisch. Unterrichtet wird Grundlegendes in Biologie, Chemie und Physik sowie Anatomie und praktischer und theoretischer Unterricht am Gerät. Das Anforderungsniveau entspricht mit Abstrichen der gymnasialen Oberstufe, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf der Vermittlung themenübergeordneter Zusammenhänge liegt. In Chemie behandelten wir beispielsweise Themen, wie sie auch im Grundkurs auf dem Gymnasium unterrichtet wurden. In den späteren Semestern erfolgen Praktika in verschiedenen Abteilungen des UKSH. Ob Urologie oder Orthopädie, von Radiologie über Nuklearmedizin bis zur Strahlentherapie: überall, wo mit Strahlung gearbeitet wird, findet sich auch ein Arbeitsbereich für einen MTRA. Auf Wunsch können die Standorte des UKSH in Kiel oder in Lübeck gewählt werden. Als waschechter Lübecker absolviere ich meine Praktika natürlich in der schöneren Stadt, aber das bleibt schlussendlich jedem selbst überlassen. Die Kliniken sind, soweit ich weiß, beide sehr gut ausgestattet, auch wenn ich gestehen muss, noch nie im Kieler UKSH gewesen zu sein. Ich bin halt nicht so oft in Kiel, aber das ändert sich ja bald.

Nach drei Jahren beendet man die Ausbildung mit dem Examen; es eröffnen sich neue Perspektiven. Examinierte mit Fachhochschulreife oder Abitur hängen vielleicht noch ein Studium ‘ran. Manche zieht es in die Klinik, andere gehen in radiologische Praxen oder finden Fuß in der Wirtschaft. Wer gut ist und sich pfiffig anstellt geht in die Forschung. Der Beruf bietet ein breites Feld an Möglichkeiten, die erworbenen Kompetenzen sind vielseitig einsetzbar.

Wer die Herausforderung einer nicht ganz einfachen Ausbildung annimmt und bis zum Ende durchhält, wer Interesse an Naturwissenschaften und Medizin hat, wer gerne mit Menschen arbeitet, wer sich nicht zu schade ist, Verantwortung zu übernehmen, der ist in diesem Beruf goldrichtig. Ihm eröffnen sich eine Fülle an Möglichkeiten, sowie ein gesicherter Arbeitsplatz, denn MTRAs werden gebraucht und immer gesucht.

In diesem Sinne wünsche ich einem jeden viel Glück bei der Job- und Ausbildungssuche. Ich hoffe ich konnte zumindest einen groben Überblick verschaffen. Vielleicht trifft man sich ja mal, eventuell ja sogar als MTRA. Bis dahin: Alles Gute und reingehauen.