Zielgruppen
Gesundheits- und Krankenpflegende
Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende
Altenpflegefachkräfte
Besonderheit der Zielgruppe
Alle Pflegefachkräfte arbeiten im stationären Bereich
Sofern nicht auf einer Palliativstation eingesetzt, haben die Pflegefachkräfte eine Expertenstellung auf Station, da Palliative Care einen Teilbereich der jeweiligen Fachgebiete betrifft
Vorgaben
Gesetzliche Vorgabe von 160 h
Nationaler Krebsplan fordert, dass die Fortbildung an das Curriculum von Kern, Müller und Aurnhammer angelehnt ist
Pflegeleitbild der Sektion Pflege in der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“
Kernkompetenzen der European Association of Palliative Care
Zielsetzung
Pflegefachkräfte können ihre eigene Lebensphilosophie, ihr Welt- und ihr Menschenbild benennen. Ihre daraus resultierende Haltung respektiert die Würde, den Wert, die Autonomie und die Individualität jedes menschlichen Wesens als Basis palliativpflegerischen Handelns.
Pflegefachkräfte wenden palliatives Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten reflektiert und bewusst an, um schwerkranke Menschen mit begrenzter Lebenserwartung professionell zu begleiten. Die pflegerische Aktivität ist auf das subjektive Wohlbefinden der Patienten in Bezug auf die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse ausgerichtet.
Pflegefachkräfte praktizieren Palliative Pflege kompetent im Beziehungsgeflecht von Pflegefachkräften, den Patienten und ihren An- und Zugehörigen, dem interdisziplinären Team und der Gesellschaft.
Inhalte
Philosophie und Zielsetzung sowie Spekulatives Wissen
Menschenbild / Weltanschauung
Wahrnehmung / Kommunikation / Konstruktivismus
Ethik
Konzepte: Angst, Hoffnung, Würde, Wahrheit, Schuld, Sinn
Spiritualität / Religiosität / Rituale
Familie als System
Trauer
Kultur und Transkultur
Faktenwissen und pflegehandwerkliche Fähigkeiten in Palliative Care
Ausgewählte Krankheitsbilder aus Pädiatrie, Kardiologie, Neurologie (ALS) und Geriatrie (Demenz)
Symptome und Symptomkontrolle: Schmerz / Übelkeit / Erbrechen / Mundpflege / Gastrointestinale Symptome, Obstipation, Ileus, Diarrhoe / Neurologische Symptome / Dyspnoe / Ernährung /Flüssigkeit / Körperbild /Wundmanagement / Lymphödem
Palliative Sedierung als Symptomkontrolle
Sterbephasen und letzte Stunden
Gesprächstechniken, Aufklärung, Beratung
Supportive Ansätze (Basale Stimulation, Aromapflege, Wickel)
Beziehungsgestaltung in Palliative Care
Patienten (Pflegeprozess, Biographiearbeit, Genogramm)
An- und Zugehörige (z.B. Kinder erkrankter Eltern)
Versorgungssysteme (SAPV / Hospiz / Palliativstation)
Interdisziplinäre Ansätze: Musiktherapie/ Ehrenamt / Physiotherapie / Psychologie / Bestattung / Sozialarbeit
Gesellschaftlicher Auftrag: Nationale und internationale Entwicklungen, Rechtliche Aspekte am Lebensende (indirekte, passive und aktive Sterbehilfe, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht)
Selbstpflege (Salutogenese und Resilienz)
Modulstruktur
152 Stunden theoretischer Unterricht
3 Stunden Praxisbegleitung
5 Stunden schriftliche Hausarbeit
Abschluss
1 Leistungsnachweis: Hausarbeit Ethische Fallbesprechung