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Lernende aus der Pflege leiten eine Station

04.12.2019

Wir sind die Auszubildenden des Kurses 10/17b (gemischt aus Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) an der UKSH Akademie in Kiel und haben im Zeitraum vom 23.09.2019 bis zum 13.10.2019 die Interdisziplinäre Schmerz- und Palliativstation (ISPS) am UKSH in Kiel geleitet. Klingt verrückt? War es auch!
Als wir am Anfang unserer Ausbildung von dem Projekt erfahren haben, sah man in manchen Augen Aufregung, Vorfreude und Aktionismus, in anderen Augen aber auch Respekt, Angst und Sorgen. Palliativ- wir alle haben mit diesem Wort den Tod, Sterben und Trauer assoziiert. Keiner wusste so genau was auf uns zukommen würde…
Zu einem riesigen Projekt wie diesem gehört natürlich eine Menge Vorbereitung. Wir starteten also weit im Voraus mit zweiwöchentlichen Treffen, um Aufgaben zu verteilen und uns als Team zu strukturieren. Außerdem befassten wir uns mit Krankheitsbildern der Station.


Am 23. startete das Projekt mit zwei letzten Vorbereitungstagen in der Schule. Auf einmal realisierten wir, dass all das geplante wirklich stattfinden wird. Die Aufregung und Anspannung stiegen und unheimlich viele Fragen kamen auf. Hier bekamen wir nun durch geschultes Personal kurze Fortbildungen, unteranderem zum Thema psychische Betreuung. Und schon war der erste Tag auf Station gekommen.
Mittwochmorgens um 6 Uhr ging es dann los, das Chaos. Übergabe, Aufnahmen, Entlassungen, Morgenbesprechung, Visite, Angehörigengespräche, Telefonate und das alles während wir unsere Patienten versorgen mussten. Das konnte ja nichts werden. Zumindest nicht von Anfang an. Gott sei Dank gab es die „Schattenprofis“ (Pflegekräfte von Station). So einige Male haben sie uns in der ersten Woche tatkräftig unter die Arme greifen müssen. Sie waren immer für uns da, guckten über unsere Schulter, waren für Fragen offen, halfen bei Problemen.Viele von uns machten während des Projektes ihre ersten Erfahrungen mit dem Tod. Vom ersten Tag an wurden wir mit dem Sterben konfrontiert. Was mache ich eigentlich, wenn ein Patient verstirbt? Wie gehe ich mit den Angehörigen um? Wie komme ich eigentlich damit klar, wie kann ich das Erlebte verarbeiten? All dies sind Fragen auf die man im Voraus keine richtige Antwort geben kann.


Tag für Tag wurden wir selbstständiger, wir lernten voneinander und wuchsen immer mehr zu einem Team zusammen. Der Stationsalltag lief schnell fast wieder normal und wir benötigten die Schattenprofis immer weniger. Wir lernten schnell, dass das A und O dabei Struktur und Kommunikation sind. Sobald wir die täglichen Routine Tätigkeiten im Griff hatten ermöglichte uns dies unser Augenmerk auf weitere Projekte zu lenken. Wir schafften es z.B. mit dem auf Station etablierten Projekt „Wundervoll“ ein Familienabendessen für eine Patientin zu organisieren, oder ermöglichtem einem Patienten mit Bett nachts raus zu fahren. Sogar ein kleines Klavierkonzert von einer Lernenden von uns war im Spätdienst drin. Die Tage vergingen wie im Flug.
Wir haben gelacht und geweint, Patienten versorgt und uns um uns selbst gekümmert, die Nebentätigkeiten abgearbeitet, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Wir sind stolz, auf uns als Individuen und stolz auf uns als Kurs. 26 Aufnahmen, 21 Entlassungen und 14 verstorbene Patienten. All das haben wir gemeinsam mit den Schattenprofis gemeistert.
Wir können gar nicht in Worte fassen wie viel wir aus diesem Projekt für die Ausbildung, den Berufsalltag und unser Leben mitnehmen. Die Kurzfassung: Unendlich viel! Danke an das gesamte Team und alle Beteiligten für diese wundervollen Erfahrungen.

Schüler Station Kiel 19 d

 Schüler Station Kiel 19 b

Schüler Station Kiel 19 c

Schüler Station Kiel 19 a