Phifa steht für pharmazeutische und infektiologische Assistenz. Ziel dieses interdisziplinären Ansatzes ist die optimale Unterstützung der Ärzte und Pflegekräfte auf Station bei individuellen Therapieentscheidungen und -strategien.
Den steigenden Raten multiresistenter Erreger und dem explodierenden Verbrauch von Reserveantibiotika setzt das UKSH seit Mitte 2011 zwei Antibiotic Stewards als Teil des PhifA-Teams entgegen. Das UKSH ist damit das erste Universitätsklinikum Deutschlands, das 2 Stellen ausschließlich für Antibiotic Stewardship (ABS) geschaffen hat! Ziel von ABS-Maßnahmen ist es, die Antibiotikatherapie zu optimieren, Reserveantibiotika gezielter einzusetzen und die Entstehung von multiresistenten Erregern zu reduzieren (www.antibiotic-stewardship.de).
Ein von beiden Campi gemeinsam gestellter Antrag im Rahmen einer Ausschreibung des Bundesgesundheitsministeriums zur Eindämmung der Clostridium difficile-assoziierten Diarrhoen (CDAD) wurde kürzlich bewilligt.
Eine akzeptierte und in englischsprachigen Ländern, insbesondere den USA, Großbritannien und Ozeanien, bereits umgesetzte Strategie zur Optimierung der patientenindividuellen Arzneimitteltherapie beinhaltet die Mitarbeit eines Klinischen Pharmazeuten auf der Station.
Durch die Aktivitäten vor Ort können arzneimittelbezogene Probleme vom klinischen Pharmazeuten direkt am Krankenbett erkannt, angesprochen und mit den anderen Berufsgruppen ein Lösungsansatz entwickelt werden. Ebenso können patientenorientierte oder generelle Fragestellungen der anderen Heilberufe sofort aufgenommen und unmittelbar oder nach dem Stationsbesuch geklärt werden.
Beispiele für arzneimittelbezogene Probleme sind Doppelmedikationen, indizierte, aber nicht angeordnete Medikamente, nicht optimale Dosierungen und Applikationsfrequenzen (z. B. fehlende Anpassung bei eingeschränkter Organfunktion) oder unerwünschte Arzneimittelwirkungen sowie klinisch relevante Wechselwirkungen und Inkompatibilitäten. Ein weiterer Schwerpunkt des klinischen Pharmazeuten ist das Vorbeugen, Entdecken und die Analyse von Medikationsfehlern.
Ziel ist eine evidenzbasierte und für den Patienten in Bezug auf Effektivität, Sicherheit, Patientenzufriedenheit und Kosten-Nutzen optimierte Arzneimitteltherapie.
Zu besonders häufig auftretenden arzneimittelbezogenen Problemen und Medikationsfehlern führt der klinische Pharmazeut Schulungen durch oder es werden hausinterne Leitlinien erstellt. So profitieren alle Abteilungen und arzneimittelbezogene Probleme sowie Medikationsfehler werden vermieden.
Außerdem trägt der Klinische Pharmazeut zu einer verbesserten abteilungsübergreifenden Kommunikation und damit zu einer besseren Koordination der Arzneimittelversorgung bei.
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Zuletzt aktualisiert am 13.06.2012