Forschung

Das Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA) befasst sich mit arbeitsmedizinischer, arbeitspsychologischer sowie arbeits- und gesundheitswissenschaftlicher Forschung. Ergänzend werden Erkenntnisse und Methodik angrenzender Fachdisziplinen einbezogen, insbesondere der Implementations- und Partizipationsforschung wie auch der Interkulturalitätsforschung.

Die Forschungsfelder umfassen die Analyse von Arbeitssystemen und Gestaltungskriterien für humane, gesunde und sichere Arbeitswelten. Ausgang und Ziel der Betrachtungen sind es, evidente Erkenntnisse über physische und psychische Gefährdungen, Risiken und Ressourcen heutiger Arbeitswelten zu gewinnen und für Präventionsmaßnahmen zugänglich zu machen. Dies inkludiert auch Themen wie etwa die kollegiale Zusammenarbeit von Teams, Führung und das individuelle Verhalten am Arbeitsplatz. Dabei steht die wechselseitige Beziehung von Verhaltens- und Verhältnisebene durch das Zusammenwirken von Menschen mit allen Aspekten ihrer Arbeit (Arbeitsinhalte, Arbeitsorganisation, Arbeitsumgebung, Arbeitsformen, Organisationskultur, individuelle Leistungsvoraussetzungen) im Mittelpunkt.

In unserem noch jungen Institut LIA haben sich zwei Forschungsschwerpunkte etabliert:

Arbeitsgruppe „Muskulo-skelettale Erkrankungen und Beschwerden erwerbstätiger Menschen“ (LIA-AG MSE)

AG-Leitung: Prof. Dr. Elke Ochsmann

Ein wichtiger thematischer Forschungsschwerpunkt am Institut bilden muskulo-skelettale Erkrankungen (MSE) und Beschwerden Erwerbstätiger. Dieser Themenfokus ist angesichts hoher Inzidenzen und Prävalenzen von unvermindert hoher Relevanz. Sowohl der Bereich der Individualprävention als auch die Verbindung zwischen MSE und psychischer Belastung bilden in diesem Zusammenhang wichtige Arbeitsschwerpunkte. Die Forschungsansätze sind teilweise experimentell angelegt, etwa im mehrjährigen Forschungsprojekt „Einzelstöße auf das Hand-Arm-System“.

Arbeitsgruppe „Psychische Gesundheit im Wandel der Arbeit“ (LIA-AG Psyche)

AG-Leitung: Dr. Marlies Jöllenbeck

Arbeit wird schneller, flexibler, mobiler, digitaler, globaler. Die Einflüsse des Wandels der Arbeit auf die Gesundheit Erwerbstätiger sind gravierend. Dies gilt für nahezu alle Branchen. Nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie hat diese Entwicklung maßgeblich beschleunigt. Es braucht ein umfassendes Verständnis gesundheitlicher Gefährdungen wie auch Ressourcen, die aus den Transformationen der Arbeitswelt resultieren. In verschiedenen Forschungsprojekten sind wir insbesondere mit der Entwicklung von Analyseverfahren und der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastung im Rahmen digitaler Transformationsprozesse befasst. Weiterhin werden Evaluationen durchgeführt und praxisnahe Handlungsempfehlungen und Präventionsmaßnahmen für Unternehmen bereitgestellt.

Neben diesen beiden Forschungsschwerpunkten werden eine Vielzahl von Studien und Begleitforschungsprojekte zu weiteren arbeitsmedizinischen Themen realisiert. Dies umfasst u.a. die Evaluation und Wirksamkeitsforschung von Maßnahmen & Konzepten im Kontext Arbeitssicherheit und Gesundheit, systematische Literatur-Reviews sowie Bedarfsanalysen für neue Präventionspfade in der Arbeitsmedizin.

  • arbeitsmedizin
  • gesundheitsmanagement
  • praevention