Forschungsprojekte

Hier finden Sie eine Übersicht über laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte des Instituts.

 Unsere Forschungsprojekte auf einen Blick:

Einzelstöße auf das Hand-Arm-System

Einzelstöße auf das Hand-Arm-System durch Maschinen und Werkzeuge: Expositionen, Übertragung und gesundheitliche Effekte (SSHE)

Single shock exposure to the hand-arm system by machines and tools: exposures, transmission and health effects

Projektprofil

Untersuchungen zu beruflichen Vibrationsexpositionen zeigen, dass bei impuls- bzw. stoßhaltige Schwingungen je nach Frequenzbereich gesundheitliche Effekte auftreten können, z.B. auf periphere Gefäße, Nerven und Strukturen des Muskel-Skelett-Systems. In der vorliegenden Studie werden diese potenziellen Gefährdungen umfassend, systematisch und an Probanden an zwei Standorten untersucht und hinsichtlich ihres gesundheitlichen Risikopotenzials beurteilt.

Je nach Erkenntnisstand lassen sich daraus ableitend berufliche Expositionsrisiken minimieren und konkrete präventive Maßnahmen konfektionieren. Untersucht wird die berufliche Exposition in exemplarischer Abgrenzung zu Belastungen durch Freizeitaktivitäten.

In den Arbeitspaketen des Projekts wird a) ein genereller Überblick zu realen Expositionen durch Einzelstöße erhoben, b) werden biomechanische Simulationsmodelle entwickelt und diese c) im experimentellen Setting auf anatomische Strukturen und medizinische Endpunkte je nach Werkzeug/ Maschine übertragen. Im Ergebnis soll ein sekundärpräventives Bewertungsverfahren konzipiert und vorgelegt werden.

Die auf diese Weise generierten Erkenntnisse zu beruflichen Vibrationsexpositionen werden das bisherige pathophysiologische Wissen zu Berufskrankheiten des Hand-Arm-Systems erweitern.

Ziele

  • Definieren, Messen und Bewerten schon früher medizinischer Effekte auf das Hand-Arm-System bei stoßartigen Expositionsmustern

  • Entwickeln eines geeigneten & validen Bewertungsverfahrens

  • Empfehlen adäquater Präventionsmaßnahmen analog erhobener Präventionsbedarfe

Methoden

  • Systematische Expertenbefragungen & standardisierte Arbeitsplatzmessungen

  • Mathematische Simulationsmodelle

  • Entwicklung eines standardisierten diagnostischen Instrumentariums

  • Ableiten von Empfehlungen mittels DELPHI-Prozess

Laufzeit

2018-2021

Projektbeteiligte

  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)

  • RISE, Schweden (vormals: Swerea IVF AB)

  • Lübecker Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und BGM (LIA)

Förderung

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Ansprechpartner

Gesundheitseffekte bei sich änderndem Schichtsystem

Gesundheitliche Effekte einer Umstellung polizeilicher Arbeitszeitmodelle des Wechselschichtdienstes

Health effects of a change in police working time models for alternating shifts

Projektprofil

Bekannt ist, dass Schichtarbeit je nach Lage, Dauer und Verteilung der Arbeitszeit mit Risiken für Gesundheit, Sicherheit und Sozialleben assoziiert ist. Kombinationseffekte können dies zusätzlich verstärken. Da weitgehend unklar ist, wie sich Umstellungsprozesse von Schichtdienstsystemen auf Gesundheit und Sozialprozesse von Beschäftigten auswirken, werden diese hier am Beispiel der Polizeiarbeit untersucht.

Das bisherige Wechselschichtsystem der Mitarbeitenden des zu untersuchenden Polizeireviers wird durch ein neues Arbeitszeitmodell ersetzt.

Dieser Umstellungsprozess und seine Effekte auf Gesundheit und psychosoziale Veränderungen werden systematisch über zwölf Monate an einer exemplarischen Stichprobe durch das LIA analysiert. Erhoben werden die Daten prospektiv zu verschiedenen Messzeitpunkten, sodass die systematische Effekterhebung und Prozessbewertung interpretierbare Daten liefert.

Ziele

  • Erfassen und Bewerten von Gesundheitseffekten durch Umstellungsprozesse eines älteren Arbeitszeitmodells der Wechselschicht auf ein neueres Wechselschichtmodell

  • Ableiten von präventiven Handlungs- und Gestaltungsempfehlungen für analoge Organisationsprozesse in weiteren Polizeirevieren

Methoden

  • standardisierte Online-Befragung zu relevanten Wirkfaktoren (z.B. subjektive Gesundheit, Chronotyp, Konzentration, Stress) mittels validierter Messinstrumente

  • systematischer Einsatz von Schlaftagebüchern zum Erheben des Schlafverhaltens

Laufzeit

2017-2019

Projektbeteiligte

  • Landespolizei Schleswig-Holstein/ Polizeidirektion Lübeck

  • Lübecker Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und BGM (LIA)

Förderung

Landespolizei Schleswig-Holstein und Eigenmittel

Ansprechpartner

Wissenschaftlich begleitete Gefährdungsanalyse der Stadtwerke Lübeck Holding (SWHL)

Wissenschaftlich begleitete Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen in Kooperation mit den Stadtwerken Lübeck Holding (SWHL)

Risk Assessment of psychosocial stress at work in cooperation with Stadtwerke Lübeck Holding

Projektprofil

Die Forschung belegt gut, dass mit der Zunahme psychosozialer Arbeitsanforderungen psychische und somatische Erkrankungsrisiken bei Berufstätigen steigen. Immer stärker rücken daher kognitive, informationsverarbeitende und emotionale Anforderungen in den Fokus von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Seit 2013 betont das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) deshalb explizit die Einbeziehung psychischer Gefährdungen, idealerweise mittels Beteiligung der Beschäftigten.

Geplant ist, mittels eines multimethodischen Ansatzes a) arbeitsbedingte psychosoziale Belastungen zu erheben, b) sie vertiefend zu beurteilen und c) geeignete Maßnahmen partizipativ zu entwickeln und verbindlich festzulegen, sodass diese wirkungsorientiert und eigenständig umgesetzt werden können. Definierte Meilensteine strukturieren und führen durch das Projekt.

Erwartet wird, dass Projekt und Studiendesign eine datengestützte Gefährdungsanalyse sowie akzeptierte, umsetzungsfähige Gestaltungspläne liefern, die wiederum Referenzwerte für Folgeuntersuchungen bereitstellen.

Ziele

  • Durchführung der Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastung im Unternehmen

  • Ableitung von Maßnahmen zur Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen

  • Branchenspezifischer Erkenntniszuwachs

Methoden

  • Standardisierte Online-Befragung (Screening) zu psychischen Arbeitsbelastungen mittels validiertem Messinstrument (COPSOQ)

  • Moderierte Workshops zur vertieften Analyse, Bewertung und Maßnahmenentwicklung in relevanten Unternehmensbereichen

Laufzeit

2018-2019

Projektbeteiligte

  • Stadtwerke Lübeck Holding (SWHL)

  • Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Förderung

Stadtwerke Holding Lübeck

Ansprechpartner

Individualprävention MSE

Individualprävention bei Muskel-Skelett-Erkrankungen

Inure – individual prevention of workplace related musculoskeletal disorders

Projektprofil

Die Vermeidung und Verringerung beruflich-bedingter Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) bzw. die Wiederherstellung steht angesichts der Relevanz ein seit vielen Jahren im Fokus präventiver Bemühungen. Es gibt eine ganze Reihe gruppenbasierter Konzepte und Maßnahmen zur Prävention. Gleichwohl konnten bislang weder Arbeitsunfähigkeitszeiten noch die BK-Anzeigen für Muskel-Skelett-Erkrankungen maßgeblich reduziert werden. Nach Daten der Krankenkassen führen Muskel-Skelett-Erkrankungen das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen nach wie vor an erster oder zweiter Stelle an. Ein neuer Ansatz kann darin liegen, Sekundär- und Tertiärprävention individualisiert, d. h. auf die Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeitenden zugeschnitten, anzubieten. Dies bildet den Ausgangspunkt der systematischen Literaturrecherche zur Individualprävention bei Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Zielsetzung

Bearbeitung folgender Aspekte:

  • Identifikation von Frühindikatoren für drohende berufsbedingte (bzw. Berufskrankheiten-relevante) Erkrankungen/Veränderungen des Muskel-Skelett-Systems. Potenzielle Endpunkte: z. B. Bandscheibendegeneration/-vorfall (HWS, LWS), Arthrose (Kniegelenk, Hüftgelenk), Rotatorenmanschetten-läsion/-ruptur (Schulter)

  • Identifikation (erfolgreicher) Individual-Interventionen oder Programme, die nachweislich eine Verbesserung, Stabilisierung der Frühindikatoren, zu einer Reduktion der Krankheitsprogression, Stabilisierung der Erkrankung führen bzw. bei deren Durchführung sozial erwünschte Effekte (z. B. Verbleiben im Beruf, gute Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit, etc.) eintreten

  • Identifikation der dabei angelegten Bewertungskriterien für die Wirksamkeit und Güte von Interventionen

  • Ableitung von Gestaltungsvorschlägen für individualisierte Sekundär- (und/oder Tertiär-) Präventionsprogramme (Interventionen) für Muskel-Skelett-Erkrankungen, ggf. spezifiziert für ausgewählte Tätigkeits- und/oder Berufsgruppen

Methoden

  • systematische Literaturrecherche mittels Nutzung des PICOS-Schemas

  • Review-Verfahren zur Überprüfung der Ergebnisse

  • meta-analytische Auswertung der Daten

Laufzeit

07/2020-12/2021

Projektbeteiligte

  • IFA (Institut für Arbeitsschutz) des DGUV

  • Lübecker Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Förderung

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung  (DGUV)

Ansprechpartner

Gesund im Wandel – eine Evaluation mobiler Arbeit

Gesund im Wandel - Eine Längsschnittstudie zu gesundheitsbezogenen Aspekten der Einführung und Umsetzung mobiler Arbeit

Healthy in the change: A longitudinal study on health-related aspects of the introduction and implementation of mobile work

Projektprofil

Die Arbeitswelt 4.0 mit zunehmender Digitalisierung führt zu flexibilisierten Arbeitsformen und dem Phänomen der zeit- und ortsunabhängigen Arbeit – kurz: mobile Arbeit. Studien verweisen auf positive wie auch negative gesundheitliche Effekte.

Diese Studie evaluiert systematisch die Einführung und Umsetzung der mobilen Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen der öffentlichen Verwaltung. Dies umfasst die überwiegende Arbeit von zu Hause, Außendiensttätigkeit sowie Coworking Spaces. Die Ergebnisse werden im Sinne eines partizipativen Ansatzes herangezogen, um mobile Arbeitsformen im Unternehmen gesundheitsgerecht zu gestalten und als Grundlage für eine betriebliche Dienstvereinbarung. Es werden Daten zu gesundheitlichen Effekten der mobilen Arbeit gewonnen. Da zugleich der Veränderungsprozess mit Etablierung der neuen Arbeitsform im Unternehmen erfasst wird, können Erkenntnisse über eine gesundheitsgerechte Gestaltung von Wandel generiert werden. Das Studiendesign kombiniert qualitative und quantitative Verfahren. Die Datenerhebung erfolgt im Längsschnitt zu zwei Messzeitpunkten. Die Studienergebnisse erweitern die Datenlage über gesundheitliche Effekte mobiler Arbeit wie auch Change-Prozesse und liefern Implikationen für die Praxis. Da der Studienzeitraum den Start der Covd-19-Pandemie umfasst, können auch für diese Phase wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Ziele

  • Ermittlung physischer und psychischer Belastungen, Beanspruchungen und Ressourcen bei der Einführung und Umsetzung mobiler Arbeit

  • Grundlagen, Handlungsempfehlungen und best practice für die Ausgestaltung der mobilen Arbeit sowie Change-Prozesse im Unternehmen

  • Implikationen für eine Dienstvereinbarung & BGM

  • Veränderungsprozesse, Belastungen und Beanspruchungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie

Methoden

  • Quantitative, pseudonymisierte Online-Befragung zu zwei Zeitpunkten (1-Jahres-Abstand)

  • Qualitative Fokusgruppen- und Einzelinterviews zu zwei Zeitpunkten (1-Jahres-Abstand)

Laufzeit

2019-2020

Projektbeteiligte

  • Unfallkasse Nord

  • Lübecker Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Förderung

Unfallkasse Nord und Eigenmittel

Ansprechpartner

Vorstudie: Digitale Transformation in der Beratung

Qualitative Vorstudie zum Belastungs- und Beanspruchungserleben in der Online-Beratung

Qualitative study on the experience of stress and strain in online-counselling

Projektprofil

Veränderte Mobilitäts-, Flexibilisierungs- und Restrukturierungsprozesse, Intensivierung und Komplexitätssteigerung oder auch die Subjektivierung von Arbeit mit veränderten Steuerungs- und Führungsmechanismen kennzeichnen den derzeitigen Wandlungsprozess in der Arbeitswelt. Das „Zukunftsszenario Arbeit 4.0“ ist dabei stark technisch getrieben und eng verknüpft mit der Zunahme von digitalen Anwendungen am Arbeitsplatz, die eine hohe Dynamik mit sich bringen. Dies erfordert von Mitarbeitenden als auch von Organisationen permanente Anpassungs- und Nachsteuerungsprozesse. Auch in der psychosozialen Beratung gewinnen digitale Beratungsformate zunehmend an Bedeutung. Die Covid-19-Pandemie hat diese Entwicklung nochmals maßgeblich beschleunigt. Dies ist mit einer Vielzahl gesundheitlicher Effekte verbunden, etwa durch Anforderungen im Rahmen neuer Technologien, veränderter Formen der Zusammenarbeit und in der Kontaktgestaltung zu Klienten. Die gesundheitlichen Folgen der Digitalisierung können positiv (etwa durch eine verbesserte Work-Life-Balance) als auch negativ sein, z.B. durch hohes (Techno-) Stresserleben. Für digitale Transformationen in der Beratung liegen bislang nur sehr wenige evidente Erkenntnisse vor. Hier möchte das umfangreiche Forschungsvorhaben (vgl. Hauptstudie I und II/ digitale Transformation) dazu beitragen, die Forschungslücke zu verringern. 

Ziele

  • Exploration des Forschungsfeldes zur Vorbereitung der Hauptstudien I & II

  • Identifikation physischer und psychischer Belastungs- und Beanspruchungen i.R. von Online-Beratung

  • Ermittlung gesundheitlicher Gefährdungen und Ressourcen

  • Ermittlung gesundheitsbezogener Effekte

  • Identifikation von Erfolgsfaktoren und Hemmnissen für die Implementation neuer digitaler Strukturen

  • Erkenntniszuwachs gesundheitsgerechte Software-Ergonomie

Methoden

Explorative Vorstudie mit

  • qualitative Einzel-Interviews mit den Beratenden, bundesweit

  • Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring mit MAX-QDA

Laufzeit

08/2019 - 06/2020

Projektbeteiligte

  • Deutscher Caritas-Verband (DCV)

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • Lübecker Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Förderung

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • anteilig Eigenmittel des Instituts

Ansprechpartner

Hauptstudie I: Entwicklung eines Fragbogens für Online-Arbeit (FonA) – Setting Beratung

Hauptstudie Teil I: Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Gefährdungsanalyse in der Online-Arbeit (FonA) – Setting Beratung

Part I: Development and validation of a questionnaire for risk analysis in online work (FonA) – in Counselling setting

Projektprofil

Die Arbeitswelt verändert sich prägnant, insbesondere bedingt durch digitale Transformationsprozesse. Dies ist mit gesundheitlichen Vor- wie auch Nachteilen verbunden (verbesserte Work-Life-Balance, höhere Zufriedenheit, aber auch: erhöhte emotionale Erschöpfung, depressive Verstimmungen, Zunahme MSE-Beschwerden). Eine Reihe gesundheitlicher Effekte werden durch Variablen moderiert, die organisational verortet sind, beispielsweise bezogen auf die Länge der Arbeitszeit oder Überstunden. Eine Vielzahl potenzieller Gefährdungen durch digitale Transformationen werden bislang jedoch noch unzureichend erfasst und beschrieben. Damit Unternehmen digitale Arbeit gesundheitsgerecht gestalten können, braucht es eine umfassende Analyse der Gefährdungen und Ressourcen auf Verhaltens- wie auch Verhältnisebene. Die Gefährdungsbeurteilung bildet dafür die Grundlage. Nach aktuellem Wissensstand liegen derzeit jedoch nur wenige spezifische und dennoch „alltagstaugliche“ Messverfahren für das Beratungssetting vor, so dass mit diesem Forschungsvorhaben ein Beitrag geleistet werden soll, diese Lücke zu schließen. Diesem Projekt (Hauptstudie Teil I) ging eine Vorstudie des Instituts für Arbeitsmedizin, Prävention und BGM mit dem Deutschen Caritas-Verband (DCV) voraus.

Ziele

  • Entwicklung eines validierten und praxisnahen Erhebungsinstrumentes zur Gefährdungsanalyse digitaler Transformationen im Setting Beratung

  • Ermittlung spezifischer Gefährdungsmuster (Verhältnisse und Verhalten), Arbeitsbelastungen und -beanspruchungen durch den digitalen Wandel in der Sozialberatung

  • Identifikation von Maßnahmen für eine gesundheitsgerechte Ausgestaltung digitalisierter Arbeit (Empfehlungen)

  • Nutzung der Ergebnisse für die Hauptstudie, Teil II

  • Branchenübergreifender Erkenntnistransfer

Methoden

  • Fragebogenkonstruktion und Validierung eines Instruments zur Gefährdungsanalyse digitaler Transformationsprozesse in der Sozialberatung (Fragebogen Online-Arbeit = FonA)

  • Durchführung einer quantitativen Online-Befragung zur Gefährdungsbeurteilung

  • Identifikation von Interventionsbedarfen und möglichen Präventionsmaßnahmen

Laufzeit

07/2021 - 03/2022

Projektbeteiligte

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Förderung

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

Ansprechpartner

Hauptstudie II: Digitale Transformation in der Beratung: GBU und Arbeitsgestaltungskompe-tenz

Hauptstudie Teil II: Digitale Transformation in der Beratung: Gefährdungsanalyse und Arbeitsgestaltungskompetenz

Part II: Digital transformation in counselling: risk analysis and work design competence

Projektprofil

Gefährdungsbeurteilungen (GBU) stellen ein wichtiges Verfahren zur Ermittlung aktueller Belastungen am Arbeitsplatz dar. Die Umsetzung sowie die Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen der Gefährdungsbeurteilung gilt jedoch häufig als „Nadelöhr“ in Unternehmen. Eine fortschreitende Dynamisierung und Flexibilisierung durch Digitalisierung fordert von allen Akteuren zudem ein ebenso dynamisches und flexibles Agieren bzw. intervenieren. Es braucht zusätzliche Kompetenzen, die den Prozess und die Umsetzung der Erkenntnisse aus der GBU substanziell unterstützen und weiterführen. Deshalb soll im Rahmen der Hauptstudie II zusätzlich zur Gefährdungsanalyse die Arbeitsgestaltungskompetenz auf allen Ebenen einer Organisation adressiert werden. Das Konzept der organisationalen Arbeitsgestaltungskompetenz (nach Gerlmaier, A., Universität Duisburg) ist eine Zusammenführung verschiedener arbeitswissenschaftlicher Modelle und insbesondere dem Konzept der Gesundheitskompetenz entlehnt. Das adaptierte und modifizierte Konstrukt der organisationalen Arbeitsgestaltungskompetenz setzt sich im Rahmen dieser Studie zusammen aus: Gefahrenwissen, Gestaltungswissen, Gestaltungsmotivation, Handlungskompetenz und Gestaltungsrahmen. Theoretische Vorüberlegungen und Studien verweisen auf die besondere Eignung des Konzeptes für gesunde Arbeitsgestaltung bei digitalen Transformationsprozessen.

Ziele

  • Identifikation von Gesundheitseffekten, Chancen und Risiken des digitalen Wandels in psychosozialer Beratung

  • Identifikation von Belastungen, Beanspruchungen und Ressourcen mittels GBU (Instrument FonA)

  • Entwicklung und Anwendung eines validierten Erhebungsverfahrens bzw. Analyserasters für organisationale Arbeitsgestaltungskompetenz

  • Hinweise für die Entwicklung von gesundheitsgerechten Interventionen, Arbeitsschutzstandards & praxisnaher Handlungshilfen für den Umgang mit digitale Transformationsprozessen in Unternehmen

  • Transfer auf weitere Beratungs-Branchen

Methoden

  • Längsschnittstudie mit Gefährdungsanalyse

  • Konstruktion und Validierungsverfahren eines Analyserasters zur Erhebung der Arbeitsgestaltungskompetenz

  • Ableitung von Maßnahmen im Konsensus-Verfahren/Steuerkreis

  • Optional: Begleitforschung der Interventionsebene im Pre-Post-Design

Laufzeit

08/2021 - 08/2024

Projektbeteiligte

  • Deutscher Caritas-Verband (DCV)

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Ansprechpartner

Evaluation eines interkulturellen Trainings für Pflegekräfte in Kliniken

Evaluations- und Begleitforschung eines interkulturellen Trainings für Pflegekräfte in Kliniken

Health effects of an intercultural training in hospitals: an evaluation study

Projektprofil

Die Gewinnung ausländischer Pflegekräfte stellt für viele Kliniken eine wichtige Maßnahme dar, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und wird politisch stark gefördert. Eine erfolgreiche Integration ist eng mit Aspekten der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes verbunden. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) entwickelt derzeit ein interkulturelles Trainingskonzept für Pflegekräfte, Führungskräfte und Multiplikatoren in Klinken.

Ziele des Trainings sind es, einen kultursensiblen Umgang in der interkulturellen Zusammenarbeit zu fördern, Stresserleben wie auch Konfliktpotential zu verringern und damit gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen zu sichern und weiter zu fördern. Darüber hinaus sollen Kliniken Impulse erhalten, Strukturen und Prozesse im Unternehmen systematisch „integrationsfreundlich“ auszurichten und das Thema als integralen Bestandteil von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einzubinden. Im Rahmen der Pilotierung und der Evaluationsstudie konnten zwei Kliniken (BG Klinikum Hamburg, nn) als Kooperationspartner gewonnen werden.

Neben der Evaluation des BGW-Trainings werden im Rahmen einer Längsschnittstudie die gesundheitsbezogenen Effekte interkultureller Zusammenarbeit und Integration auf personenbezogener wie auch organisationaler Ebene (Verhaltens-und Verhältnisebene) ermittelt.

Ziele

  • Evaluation der Wirksamkeit und der Effekte des BGW-Trainings unter besonderer Berücksichtigung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

  • Identifikation von Belastungen, Beanspruchungen & gesundheitliche Effekte des Pflegepersonals

  • Identifikation relevanter (arbeits-) organisationaler Faktoren des Integrationsprozesses

  • Erkenntnisse über (neue?) Gefährdungen und Ressourcen i. R. interkultureller Zusammenarbeit

  • Handlungsempfehlungen für die gesundheitsgerechte Gestaltung interkultureller Arbeitsfelder

Methoden

  • Mixed-Methods-Ansatz im Längsschnitt

  • Qualitative Einzel-und Fokusgruppeninterviews

  • Quantitative Online-Befragungen im Längsschnitt

  • Sekundärdatenanalyse

  • Ggf. fakultative Erhebung spezifischer Gesundheitsparameter

Laufzeit

verschoben a.G. der Covid-19-Pandemie, Start voraussichtlich 09/2021- 09/2022

Projektbeteiligte

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • BG Klinikum Hamburg

  • Weitere teilnehmende Klinik (derzeit noch in Verhandlung)

  • Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Ansprechpartner

Bedarfsanalyse für eine arbeitsmedizinische Beratung Erwerbstätiger in hausärztlicher Kooperation

Bedarfsanalyse für eine arbeitsmedizinische Beratung Erwerbstätiger in hausärztlicher Kooperation

Needs analysis of occupational consultation in cooperation with general practitioner

Projektprofil

Repräsentative Datenerhebungen auf Bundesebene belegen konsistent, dass ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen arbeitsbedingte (Fehl-)Beanspruchungen entwickelt. Hausärzt/-innen sind primär und sehr umfassend in die Versorgung erwerbstätiger Personen mit arbeits-assoziierten Beschwerden involviert – sie sind die primären und häufig wichtigsten Ansprechpartner bei physischen und/oder psychischen Symptomen und diagnostizieren die Arbeitsfähigkeit von Patient*innen.

Das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen in Deutschland wird von Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischen Störungen angeführt. In beiden Diagnosegruppen finden sich besonders lange durchschnittliche Fehlzeiten von > 30 Tagen. Neben dem individuellen Leid für die Betroffenen ist dies mit erheblichen Produktivitätsverlusten im Unternehmen verbunden. Veränderte Mobilitäts-, Flexibilisierungs- und Restrukturierungsprozesse, Intensivierung und Komplexitätssteigerung oder auch die Subjektivierung stellen neue Anforderungen an Beschäftigte. Fachkräftemangel und demografischer Wandel erhöhen den Handlungsdruck, neben den bereits bestehenden Maßnahmen weitere geeignete Präventionsmaßnahmen und innovative Präventionswege zu etablieren. Die tradierte sektorale Trennung zwischen Arbeitsmedizin und dem Hausärzte-System sieht derzeit keine systematische Zusammenarbeit im Themenfeld zu arbeitsbedingten Beanspruchungen und Erkrankungen von Patienten vor. Diese sektorale Trennung ist sowohl in Deutschland als auch international anzutreffen. Gleichwohl sind Hausärzt/-innen täglich mit arbeitsbedingten Beanspruchungen von Patienten konfrontiert. Hier ist eine Versorgungslücke identifizierbar, die Präventionspotential birgt. Dies stellt den Ausgangspunkt der hier vorgestellten explorativen Vorstudie dar.

Ziele

  • Exploration des Forschungsfeldes unter besonderer Berücksichtigung der Covid-19-Pandemie

  • Ermittlung des Bedarfs und Zweckmäßigkeit einer arbeitsmedizinischen Beratung in Kooperation mit Hausärzt*innen

  • Grundlagen für Forschungsvorhaben Hauptstudie (derzeit in Vorbereitung)

Methoden

Exploration des Feldes mittels

  • Experten-Interviews mit Akteuren der Primär-Versorgung

  • Bundesweite Online-Befragung Hausärzt*innen

  • Scoping-Review

  • Konzeption und Vorbereitung Hauptstudie/Forschungsvorhaben

Laufzeit

  • Experteninterviews: 06-2019 – 12/2019

  • Onlinebefragung Hausärzt*innen: 02/2020- derzeit pausiert wegen Corona-Pandemie

Projektbeteiligte

  • Prof. Dr. Steinhäuser, Institut für Allgemeinmedizin, Campus Lübeck

  • Weitere Projektpartner derzeit in Verhandlungen

  • Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Förderung

  • Institutseigene Mittel für explorative Vorstudie

  • Antragsverfahren läuft

Ansprechpartner

Arbeitssicherheit: Evaluation eines BGW-Online-Kurses „Unterweisung“

Evaluation eines BGW-E-Learning-Programms „Unterweisung“

Evaluation of an e-learning-program in frame of health safety & instructions

Projektprofil

Digitalisierte Lernformate wie E-Learning gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bietet ihren Versicherten im Rahmen des BGW-Lernportals umfangreiche E-Learning-Programme in den Themenfeldern der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes an. Die Lernszenarien umfassen geschlossene E-Learning-Seminare bis hin zu offenen Online-Kursen, die ohne Registrierung genutzt werden können, wie etwa der Online-Kurs „Unterweisung“. Die Unterweisung von Mitarbeitenden stellt ein sehr relevantes Instrument der innerbetrieblichen Arbeitssicherheit dar. Das offene Lernangebot richtet sich an Personen, die innerbetriebliche Unterweisungen durchführen und sich zu Gestaltungsmöglichkeiten von Unterweisungen informieren wollen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand liegen nur wenige Daten über die Effekte von E-Learning-Programmen zur Durchführung von Unterweisungen vor, etwa bezogen auf Motivation und Kompetenzaufbau. Evaluiert wird der BGW-Online-Kurs „Unterweisung“, um Wirksamkeit und Effekte des offenen Lernangebotes zu ermitteln und  Erkenntnisse über Nutzer*innen wie auch Unterweisungen zu gewinnen.

Ziele

Erfassung von Wirksamkeit/Effekten des Produktes, in Bezug auf:

  • Orientierung, Wissens- und Kompetenzzuwachs

  • Einstellung, Bereitschaft und Motivation zur Planung und Durchführung von Unterweisungen

  • Motivation zur Nutzung und Umsetzung bereitgestellter Handlungshilfen

  • Ermittlungen zum Wissenstransfer in den betrieblichen Alltag

  • Informationen zum Nutzerprofil

  • Ermittlung der Erwartungen an das Produkt

Methoden

  • Quantitative Längsschnittstudie mit Online-Befragung einer Zufallsstichprobe zu drei Messzeitpunkten

Laufzeit

02/2020 - 02/2021

Projektbeteiligte

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Förderung

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • anteilig institutseigene Mittel

Ansprechpartner

Arbeit und Gesundheit in Zeiten der COVID-19 Pandemie

Längsschnittstudie zu Arbeit und Gesundheit in Zeiten der Corona-Pandemie

Longitudinal study on work and health in times of the Corona pandemic

Projektprofil:

Die Corona-Pandemie ist mit erheblichen Veränderungen und Umwälzungen der Arbeitswelt verbunden, wie es sie nie zuvor in dieser Form gab. Ziel der branchenübergreifenden explorativen Längsschnittsstudie ist es, Belastungs –und Beanspruchungsmuster von Mitarbeitenden und Führungskräften zu erfassen. Die Studie exploriert das Erleben der (veränderten) Arbeitssituation, Bewältigungsstrategien, Ressourcen und Risiken. Die stufenweise Rückkehr in die vormalige Arbeitssituation ist, etwa bezogen auf Infektionsschutz, in besonderer Weise an Fragestellungen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes gebunden. Die Studie soll Förder- wie auch Hemmfaktoren für die Umsetzung von (gesetzlichen) Regelungen erfassen. Da Führungskräfte die Arbeitssituation der Beschäftigten wesentlich (mit)gestalten, sind sie derzeit in besonderer Weise gefordert. Ein weiteres Ziel ist es deshalb, den Stand der aktuellen und zukünftigen Arbeitsgestaltung in den Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung der Führungskräfte zu erfassen sowie Maßnahmen zur Umsetzung der aktuellen Regelungen zur Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zu objektivieren.

Ziele

  • Erkenntnisse zum Belastungs- Beanspruchungserleben Erwerbstätiger und Führungskräfte im Rahmen der Covid-19-Pandemie

  • praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Verringerung psychischer und physischer Beanspruchungen erwerbstätiger Personen im Rahmen der Corona-Pandemie (inklusive Post-Pandemie-Geschehen)

  • Hinweise für adäquate Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes (etwa: des Infektionsschutzes) am Arbeitsplatz

Methoden

  • Quantitative Längsschnittstudie in Form einer Online-Befragung (T0/T1)

  • T0: Zufallsstichprobe im Schneeballverfahren

  • T1: erneute Befragung Teilnehmender nach Einwilligung (T0), ergänzt durch Zufallsstichprobe

Laufzeit

  • T0: 04/2020 – 12/2020

  • T1: geplant für 07/2021 – 12/2021

Projektbeteiligte

Institutseigenes Projekt

Förderung

eigene Mittel

Ansprechpartner