Hauptstudie II: Digitale Transformation in der Beratung: GBU und Arbeitsgestaltungskompetenz

Hauptstudie Teil II: Digitale Transformation in der Beratung: Gefährdungsanalyse und Arbeitsgestaltungskompetenz

Part II: Digital transformation in counselling: risk analysis and work design competence

Projektprofil

Gefährdungsbeurteilungen (GBU) stellen ein wichtiges Verfahren zur Ermittlung aktueller Belastungen am Arbeitsplatz dar. Die Umsetzung sowie die Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen der Gefährdungsbeurteilung gilt jedoch häufig als „Nadelöhr“ in Unternehmen. Eine fortschreitende Dynamisierung und Flexibilisierung durch Digitalisierung fordert von allen Akteuren zudem ein ebenso dynamisches und flexibles Agieren bzw. intervenieren. Es braucht zusätzliche Kompetenzen, die den Prozess und die Umsetzung der Erkenntnisse aus der GBU substanziell unterstützen und weiterführen. Deshalb soll im Rahmen der Hauptstudie II zusätzlich zur Gefährdungsanalyse die Arbeitsgestaltungskompetenz auf allen Ebenen einer Organisation adressiert werden. Das Konzept der organisationalen Arbeitsgestaltungskompetenz (nach Gerlmaier, A., Universität Duisburg) ist eine Zusammenführung verschiedener arbeitswissenschaftlicher Modelle und insbesondere dem Konzept der Gesundheitskompetenz entlehnt. Das adaptierte und modifizierte Konstrukt der organisationalen Arbeitsgestaltungskompetenz setzt sich im Rahmen dieser Studie zusammen aus: Gefahrenwissen, Gestaltungswissen, Gestaltungsmotivation, Handlungskompetenz und Gestaltungsrahmen. Theoretische Vorüberlegungen und Studien verweisen auf die besondere Eignung des Konzeptes für gesunde Arbeitsgestaltung bei digitalen Transformationsprozessen.

Ziele

  • Identifikation von Gesundheitseffekten, Chancen und Risiken des digitalen Wandels in psychosozialer Beratung

  • Identifikation von Belastungen, Beanspruchungen und Ressourcen mittels GBU (Instrument FonA)

  • Entwicklung und Anwendung eines validierten Erhebungsverfahrens bzw. Analyserasters für organisationale Arbeitsgestaltungskompetenz

  • Hinweise für die Entwicklung von gesundheitsgerechten Interventionen, Arbeitsschutzstandards & praxisnaher Handlungshilfen für den Umgang mit digitale Transformationsprozessen in Unternehmen

  • Transfer auf weitere Beratungs-Branchen

Methoden

  • Längsschnittstudie mit Gefährdungsanalyse

  • Konstruktion und Validierungsverfahren eines Analyserasters zur Erhebung der Arbeitsgestaltungskompetenz

  • Ableitung von Maßnahmen im Konsensus-Verfahren/Steuerkreis

  • Optional: Begleitforschung der Interventionsebene im Pre-Post-Design

Laufzeit

08/2021 - 08/2024

Projektbeteiligte

  • Deutscher Caritas-Verband (DCV)

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

  • Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsmanagement (LIA)

Ansprechpartner