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Kinderwunsch trotz Krebs

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, liebe Eltern,

eine Krebsdiagnose löst zunächst ganz belastende Gefühle wie Angst, Unsicherheit und Stress aus. An erster Stelle steht die Frage: „Werde ich diese Krankheit überleben?“.

Innerhalb der meist kurzen Zeitspanne bis zum Beginn einer gegen den Krebs gerichteten Therapie erhalten Sie eine Fülle von Informationen. Meist müssen innerhalb dieser Zeit auch viele Entscheidungen gefällt werden.

Eine zusätzliche Sorge entsteht durch die Unsicherheit, welche Auswirkungen die gegen den Krebs gerichtete Behandlung wie Operation, Bestrahlung oder medikamentöse Therapie auf Ihre Fruchtbarkeit (=Fertilität) durch eine mögliche Schädigung von Eierstocks- oder Hodenfunktion hat.

Betroffene Frauen und Männer werden mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre ursprüngliche Lebensplanung der eigenen Familiengründung bedroht ist.

Eltern betroffener Kinder fragen sich, ob ihr betroffenes Kind später noch in der Lage sein wird eine eigene Familie zu gründen oder ob ihm diese Chance mit Durchführung der Tumortherapie für immer genommen sein wird.

Abhängig von der Art der Tumorerkrankung und der Art der durchzuführenden Behandlung kann der Schaden für die Fruchtbarkeit gering oder aber erheblich sein.

Gemeinsam mit Ihrem behandelnden Onkologen möchten wir Sie über Ihre individuelle Situation informieren und Ihnen Hilfestellungen in der Entscheidung anbieten, vorbeugende Maßnahmen zum Erhalt der Fruchtbarkeit zu treffen.

Bild von Sören von Otte
PD Dr. Sören von Otte
Universitäres Kinderwunschzentrum
Leiter des Universitären Kinderwunschzentrums Kiel, Fachbereichsleitung gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Telefon Kiel: 0431 500-92220 | Fax: -92224

 

Warum ist meine Fruchtbarkeit gefährdet?

Moderne Tumorbehandlungen sind hoch wirksam. Sie zerstören allerdings in vielen Fällen auch die in Hoden und Eierstöcken gelagerten Samen- bzw. Eizellen. Das Risiko einer teilweisen oder gar vollständigen Zerstörung dieser Zellen kann die Fortpflanzungsfähigkeit langfristig beeinträchtigen.

Der unwiderrufliche Verlust unserer Fruchtbarkeit und damit der Fähigkeit Nachkommen zu zeugen, bedeutet für uns Menschen einen erheblichen Verlust unserer Lebensqualität und -perspektive.

Dies ist der Grund, warum wir als Reproduktionsmediziner unser Wissen dafür einsetzen, Krebspatienten die Möglichkeit zu erhalten in ihrem Leben nach Abschluss der Tumortherapie noch eine Familie gründen zu können.

Welche Möglichkeiten gibt es, um meine Fruchtbarkeit zu schützen?

Was früher noch eine Vision war, ist heute dank zahlreicher Innovationen Wirklichkeit geworden. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurden in den vergangenen Jahren wirksame Strategien für den Erhalt der Fruchtbarkeit entwickelt:

  • Gewinnen, Einfrieren und Langzeitlagerung von Eizellen oder Samenzellen
  • Gewinnen, Einfrieren und Langzeitlagerung von Eierstock- und Hodengewebe
  • Begleitende medikamentöse Behandlung

Wie geht es weiter?

An erster Stelle steht daher die persönliche Beratung mit einem unserer Fertilitätsspezialisten: Wir nehmen uns zunächst Zeit für Sie und Ihre Fragen.

Wir erläutern Ihnen – gerne auch gemeinsam mit Ihrem Partner bzw. Ihren Eltern – ausführlich Ihre individuellen Risiken eines Fruchtbarkeitsverlusts und Ihre verfügbaren Präventionsmöglichkeiten.

Danach sollten Sie in Ruhe abwägen und sich Zeit für eine Entscheidung für oder gegen fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen nehmen.

Gerne stehen wir Ihnen für ein erneutes Gespräch zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen

Sie erhalten darüber hinaus im blauen Informationsheft der Deutschen Krebshilfe „Kinderwunsch und Krebs“, die Ihnen unsere Helferinnen gerne aushändigen.

Weitere Informationen finden Sie online u.a. auch auf folgenden Internetseiten:

www.uksh.de/kinderwunsch
www.fertiprotekt.de
www.junge-erwachsene-mit-krebs.de
www.junges-krebsportal.de

Infoflyer Fruchtbarkeitserhalt