Unter dem Mediastinum versteht man den Mittelfellraum zwischen den Lungen hinter dem Brustbein. In dieser Körperregion können sowohl gutartige Erkrankungen als auch bösartige Tumore ihren Ursprung haben.
Eine besondere Rolle spielen hierbei die Veränderungen der Thymusdrüse. Diese können eine Autoimmunerkrankung (Myasthenia Gravis) verursachen, die sich durch schwere Muskelschwäche bemerkbar macht. Wird durch den behandelnden Neurologen die Diagnose gestellt erfolgt eine Computertomographie (CT) des Thorax. Zeigen sich Auffälligkeiten in der Thymusdrüse wird je nach Erkrankungsschwere in enger Absprache mit den Kollegen der Neurologischen Klinik die Empfehlung zur Operation gestellt.
Die Operation kann aufgrund der großen Erfahrung in der Regel minimalinvasiv unter Verwendung des DaVinci OP Robotersystems erfolgen, so dass die Erholungszeit nach dem Eingriff sehr kurz ist. Der Krankheitsverlauf der Myasthenia Gravis kann durch die Entfernung der Thymusdrüse (Thymektomie) deutlich verbessert werden.
Von den gutartigen Veränderungen der Thymus sind die tumorösen Veränderungen abzugrenzen. Während Tymome meist noch minimalinvasiv mit dem OP-Roboter entfernt werden können, erfordert das Vorliegen eines Thymuskarzinoms meist eine offene Operation. Diese kann gegebenenfalls um eine Hypertherme Intrathorakale Chemotherapie (HITOC) ergänzt werden.
In einem interdisziplinären Tumorboard wird mit den Kollegen der Onkologie, Strahlentherapie die optimale Therapie festgelegt. Da diese Tumore häufig in die Nachbarorgane und Gefäße einwachsen, werden diese Operationen je nach Befund gemeinsam mit den Experten der Herz- und Gefäßchirurgie durchgeführt.
In der Thoraxchirurgie des UKSH Kiel wird mit den klinischen Partnern das gesamte Therapiespektrum für diese seltenen Erkrankungen angeboten.