Magen, Ösophagus (Speiseröhre)

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Jens Höppner, FACS, FEBS (Hon.)

Klinik für Chirurgie
Stellvertretender Klinikdirektor
Tel.: 0451 500-40101Fax: 40104

PD Dr. med. Richard Hummel, MaHM

Klinik für Chirurgie
Geschäftsführender Oberarzt, Bereichsleiter Magen, Ösophagus und Bariatrische Chirurgie
Fax: 40104

Direkter Kontakt zu unseren Spezialisten - Mobil: 0173 5382090

Allgemeine Informationen

Verschiedene gutartige und bösartige Erkrankungen von Magen und Speiseröhre können eine chirurgische Behandlung erforderlich machen. Die Behandlung dieser Patienten stellt einen wichtigen klinischen Schwerpunkt der Klinik für Chirurgie des UKSH – Campus Lübeck dar. Hierbei bietet die Klinik für Chirurgie eine jahrlange hohe Expertise, insbesondere im Zusammenhang mit der Erfahrung unserer Klinik in der Schlüssellochchirurgie als von der DGAV zertifiziertes Exzellenzzentrum für Minimal Invasive Therapie.

Gutartige Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre

Die gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD), auch „Sodbrennen“ genannt, kann in der Regel medikamentös behandelt werden. Bei dauerhaften Beschwerden, welche medikamentös nicht zufriedenstellend beherrscht werden können, ist jedoch nicht selten eine chirurgische Verstärkung des Schlußmechanismus am Mageneingang notwendig (Fundoplicatio), um die Beschwerden langfristig unter Kontrolle zu bringen und möglicherweise das Auftreten von Folgeproblemen wie bösartigen Tumoren zu verhindern.

Bei Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien) kommt es aufgrund eines „Ausleierns“ der Lücke im Zwerchfell, durch die normalerweise nur die Speiseröhre in den Bauchraum durchtritt, zu einer Verlagerung von Teilen des Magens in den Brustkorb. Dies kann zu Refluxbeschwerden, aber auch zu Herz-Kreislaufproblemen führen. Die chirurgische Behandlung in diesen Fällen kombiniert die Rückverlagerung des Magens in den Bauchraum mit einer Einengung des Durchtrittes durch das Zwerchfell (Hiatoplastik), sowie in der Regel mit einer Fundoplicatio.

Bei Bewegungsstörungen der Speiseröhre (Achalasie) ist die Nahrungspassage aus der Speiseröhre in den Magen gestört, was chirurgisch durch Spaltung der Muskulatur, die einen zu hohen Druck am Speisröhrenausgang verursacht, behoben werden kann.

Insgesamt werden alle gutartigen Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre in erster Linie minimal-invasiv behandelt ("Schlüssellochchirurgie").

Bösartige Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre

Im Magen und in der Speiseröhre können eine Reihe von bösartigen Tumoren entstehen. Diese bösartigen Tumoren des Magens und der Speiseröhre stehen an 5. bzw. 7. Stelle der häufigsten Tumorentitäten weltweit. Aufgrund fehlender typischer Frühsymptome werden diese Tumoren allerdings häufig erst in fortgeschrittenen Tumorstadien entdeckt. Dies und das bösartige Potential dieser Tumoren führen dazu, dass beide Entitäten eine insgesamt sehr schlechte Prognose aufweisen und hierbei an 3. bzw 6. Stelle der tumorbedingten Mortalitätsstatistik aller malignen Erkrankungen stehen.

In den letzten Jahrzehnten ist eine starke Zunahme insbesondere von sogenannten Adenokarzinomen der unteren Speiseröhre und des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen (AEG Tumoren) zu verzeichnen. In der Tat zählen diese Tumoren zu den am stärksten zunehmenden bösartigen Erkrankungen überhaupt in der Westlichen Welt.

Die Behandlung von Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre ist komplex und beinhaltet konservative und chirurgische Aspekte. Hierbei hat es in den letzten 10-15 Jahren deutliche Fortschritte im perioperativen Management und der chirurgischen Behandlung gegeben. Insbesondere die sogenannte multimodale (= aus vielen Teilschritten bestehende) Therapie bei fortgeschrittenem Tumorleiden mit neoadjuvanter / perioperativer (Radio)-Chemotherapie und chirurgischer Resektion hat in der kurativen Behandlung dieser Patienten eine Schlüsselrolle eingenommen. Ebenso hat auch die Schlüssellochchirurgie bei der Behandlung dieser Patienten eine herausragende Rolle eingenommen und zählt in unserer Klinik heute zum Standard.

Das Ziel der chirurgischen Therapie bei bösartigen Tumoren von Magen und Speiseröhre ist die vollständige Tumorentfernung mitsamt aller abfließenden Lymphbahnen und -Knoten. Hierzu ist es in der Regel nötig, Speiseröhre oder Magen teilweise oder ganz zu entfernen, mit anschließender Rekonstruktion der Nahrungspassage. Bei diesen Eingriffen muss je nach Lage des Tumors entweder nur im Bauchraum, oder aber im Bauch- und Brustraum operiert werden. Oft erfolgt wie oben bereits skizziert vor der chirurgischen Therapie eine Chemotherapie und/oder Bestrahlung, um den Tumor zu verkleinern. Außerdem kann eine Chemotherapie nach der Operation komplettiert werden. Die chirurgische Therapie nimmt deshalb nur einen Teil an der Gesamtbehandlung ein, ist hierbei jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach wie vor essentiell zur erfolgreichen, auf Heilung ausgerichteten (kurativen) Therapie. Wegen der mitunter komplexen Vor- und Nachbehandlung werden heutzutage Krebspatienten von einem Team bestehend aus Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Chirurgen betreut. Unsere Klinik bietet einerseits die Expertise aller dieser Fachdisziplinen, andererseits legen wir großen Wert auf enge Zusammenarbeit mit Hausärzten und Fachärzten außerhalb unserer Klinik, welche die nichtchirurgische Diagnostik, Behandlung und Nachsorge leiten.

Forschung in der Klinik für Chirurgie, UKSH – Campus Lübeck

Als Universitäres Akademisches Zentrum mit einen klinischen Schwerpunkt auf Erkrankungen des oberen Magen-Darm-Traktes (OGI Trakt) steht für uns die wissenschaftliche Beschäftigung mit Erkrankungen aus diesem Gebiet im Zentrum unserer Forschungsbemühungen. Hierbei arbeiten wir an einer Reihe von klinischen und experimentellen Forschungsprojekten, welche allesamt darauf abzielen, die Behandlung und Prognose von Patienten insbesondere mit bösartigen Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre zu verbessern. Darüber hinaus nehmen wir an einer Reihe von großen multizentrischen (in vielen Zentren durchgeführten) Studien teil, welche verschiedene Behandlungsmöglichkeiten miteinander vergleichen und somit die zukünftige Therapie dieser Patienten entwickeln. In vielen regionalen, nationalen und internationalen Kongressen sind wir im Gespräch mit Spezialisten aus aller Welt über die aktuellsten Ergebnisse der Forschung.  

Spezialisierte chirurgische Behandlungsmethoden am UKSH Lübeck

  • Gesamtes Spektrum der Diagnostik und Therapie von Speiseröhrenerkrankungen, incl. Säuremessung (pH Metrie), Spiegelung und Ultraschall (Endoskopie und Endosonographie), Tonusmessung (Manometrie), Computertomografie des Brust- und Bauchraumes, Kontrastmitteldarstellung der Speiseröhre und des Magens, der diagnostischen Laparoskopie zum Ausschluss einer Tumoraussaat im Bauchraum, und anderen Techniken

  • Minimal-invasive Chirurgie der Speiseröhre (Entfernung der Speiseröhre in Schlüssellochtechnik)

  • Minimal-invasive Chirurgie des Magens (Entfernung des Magens in Schlüssellochtechnik)

  • Minimal-invasive Chirurgie des Refluxes / des Zwerchfellbruches

  • Minimal-invasive Chirurgie mit dem Robotischen DaVinci Operationssystem



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