Der Browser den Sie verwenden ist sehr alt.

Wir können daher nicht sicherstellen, dass jede Funktion (Gestaltung, Bilder und zusätzliche Funktionen) dieser Internetseite im vollen Umfang zur Verfügung steht. Bitte nutzen Sie eine aktuellere Browserversion.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Startseite > Bereiche + Einrichtungen > Gynäkologisches Krebszentrum > Eierstockkrebs

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Jährlich erkranken ca. 9.600 Frauen in Deutschland an Eierstockkrebs. Dieser ist eine Erkrankung, die überwiegend im höheren Lebensalter auftritt, aber auch jüngere Patientinnen können betroffen sein. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren. Dieser Flyer soll Ihnen wichtige Informationen über die Erkrankungszeichen, Erkennung und Behandlung dieser Krankheit geben.

Was ist Eierstockkrebs?

Krebszellen haben die Eigenschaft, sich unkontrolliert zu teilen und über die natürlichen Organgrenzen hinaus zu wachsen. Viele Zellen bilden dann eine Geschwulst, die auch als Tumor bezeichnet wird. Der Eierstockkrebs entwickelt sich aus den Zellen des Eierstockes. Da im Eierstock mehrere Zelltypen vorhanden sind, aus denen ein Krebs hervorgehen kann, existieren auch verschiedene feingewebliche (histologische) Typen. In den meisten Fällen, etwa 90%, handelt es sich um sogenannte epitheliale Tumoren, die von der oberflächlichen Zellschicht des Eierstocks ausgehen. Manchmal verursacht der Tumor Beschwerden, wie z.B. Schmerzen im Unterbauch oder Verdauungsprobleme. In vielen Fällen zeigen sich aber vor allem im Frühstadium keine Symptome. Die Zellen des Eierstockkrebses können sich auf alle Organe des Bauchraumes ausbreiten und dort Fernabsiedlungen (Metastasen) bilden. Die Ursachen für die Entwicklung von Eierstockkrebs sind weitgehend unbekannt. Verschiedene Faktoren werden als „Mitauslöser“ verantwortlich gemacht. Neben dem Alter werden hormonelle Einflüsse aber auch Umwelt- und Ernährungsfaktoren diskutiert. Eine familiäre Veranlagung ist bekannt, spielt aber nur bei wenigen Patientinnen eine Rolle.

Untersuchungen

Wenn eine Vergrößerung des Eierstockes vorliegt, kann diese bei einer gynäkologischen Untersuchung vom Frauenarzt erkannt werden. Zur weiteren Abklärung wird meistens ein vaginaler Ultraschall herangezogen. Andere bildgebende Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können in einzelnen Fällen hilfreich sein.

Außerdem kann im Blut ein erhöhter Wert des Tumormarkers CA 125 bei etwa 80% der betroffenen Patientinnen nachgewiesen werden. CA 125 ist ein Körpereiweiß, dass auch bei gutartigen Erkrankungen erhöht sein kann, daher besitzt der Marker nur eine eingeschränkte Verwertbarkeit bei der Diagnosestellung.

Letztlich ergeben alle diese Verfahren aber nur eine Verdachtsdiagnose. Eine Diagnosesicherung erfordert in der Regel ein operatives Vorgehen mit Sicherung von Gewebeproben.

Behandlungsmöglichkeiten

Operative Therapie

Entscheidend für die Therapieplanung und den weiteren Krankheitsverlauf ist eine sorgfältig durchgeführte Operation. Diese ermöglicht eine exakte Stadieneinteilung der Erkrankung und die bestmögliche Tumorentfernung. Das Ausmaß der Operation lässt sich dabei nicht immer vorhersagen, da erst während der Operation das Ausmaß der Erkrankung beurteilt werden kann. Mitunter kann ein ausgedehnter Eingriff, u. a. auch am Darm oder anderen Organen notwendig sein. Die besten Heilungschancen bestehen, wenn alle Tumoren ohne verbleibenden Rest entfernt werden können.

Chemotherapie

Neben der Operation ist in den meisten Fällen eine anschließende Chemotherapie erforderlich. Ziel dieser Therapie ist es, eventuell noch verbliebene Krebszellen durch Medikamente (Zytostatika) zu zerstören. Beim Eierstockkrebs schließt sich in den meisten Fällen eine Chemotherapie mit zwei Substanzen an, die sechsmal alle drei Wochen verabreicht werden. Diese Medikamente hindern die Tumorzellen daran, weiter zu wachsen, indem sie in die Zellteilung eingreifen. Da auch gesunde Zellen in nicht erkrankten Organsystemen einer natürlichen Zellteilung unterliegen, können Nebenwirkungen entstehen, wie z.B. Haarausfall. In der Regel ist die Chemotherapie aber gut verträglich und Nebenwirkungen nur von kurzer Dauer, sodass sie ambulant gegeben werden kann.

Studien

Um die Heilungschancen zu verbessern und um unseren Patienten vielversprechende neue Substanzen anbieten zu können, führen wir als Studienleitzentrum der international anerkannten Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie Studien zur Verbesserung der Therapie des Eierstockkrebs durch. Viele dieser Studien haben weltweit zur Verbesserung der Behandlung beitragen können. Die Studien sind immer kontrolliert und offiziell genehmigt. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und nur, nachdem zuvor ausführlich über die Studienbehandlung und die Studienziele informiert wurde.

Rehabilitation und Nachsorge

Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, empfehlen wir allen Patientinnen, sich regelmäßig in zunächst dreimonatigen Abständen beim Frauenarzt zur Nachsorge vorzustellen. Die Nachsorgeuntersuchungen sollen ein eventuelles Wiederauftreten und damit verbundene Beschwerden erkennen, aber auch bei verbliebenen Nebenwirkungen und der Bewältigung psychologischer Folgen der Krebserkrankung und Therapie Hilfe leisten. Weitere Hilfe z. B. bei der beruflichen und sozialen Rehabilitation, zu Kuraufenthalten oder psychologischer Beratung können Sie bei uns erhalten.

Rezidiv - wenn der Eierstockkrebs wiederkommt

Bei einem großen Teil der Patientinnen kann die Erkrankung an Eierstockkrebs durch die Operation mit der anschließenden Chemotherapie geheilt werden. Bei einigen Patientinnen tritt aber trotz optimaler Therapie die Erkrankung wieder auf, was als Rezidiverkrankung bezeichnet wird. In diesen Fällen muss entschieden werden wie die weitere Behandlung gestaltet werden kann.

Neben Ihrem Wunsch als Patientin sind weitere Faktoren wichtig, die sich aus der Vorerkrankung und Behandlung  und der neuen Situation, wie z.B. der aktuellen Ausdehnung der Erkrankung ergeben.

Individuell beraten werden wir Sie insbesondere zu folgenden Möglichkeiten:

- alleinige medikamentöse Therapie

- erneute Operation

- Kombination aus Operation und einer örtlichen Chemotherapie im Bauchraum während der Operation. Dieses Verfahren wird  hypertherme intraperitoneale Chemotherapie  (HIPEC) genannt.

Im Rahmen einer HIPEC Behandlung wird zunächst eine vollständige operative Entfernung aller sichtbaren Tumoranteile durchgeführt und anschließend direkt eine erwärmte, isoliert im Bauchraum eingesetzte Chemotherapie verabreicht.

Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen anderer (aber in ihrem Verhalten ähnlicher) Tumorerkrankungen, wie z.B. dem Dickdarmkrebs, hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass durch die Kombination von Operation und hyperthermer  intraperitonealer Chemotherapie (HIPEC) eine Prognoseverbesserung und ein langfristiges Überleben bei bestimmten Patientengruppen erzielt werden konnte. Für die Krebserkrankung des Eierstocks liegen hierzu noch keine abschließenden Ergebnisse vor, aber unserer Erfahrung nach ist diese Kombinationstherapie gut verträglich und wirksam.

Um die Ergebnisse der Therapie transparent zu halten nimmt die Frauenklinik in Kooperation mit der Klinik für Allgemeinchirurgie an der Qualitätssicherungsstudie der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Onkologie (CAO-V) / Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie teil.

Ihre behandelnden Ärzte stehen Ihnen für Fragen und Ratschläge jederzeit gerne zur Verfügung.

Bitte bringen Sie zu Ihrem Sprechstunden-Termin folgendes mit

  • Überweisungsschein vom Gynäkologen
  • Versichertenkarte
  • Vorbefunde (MRT, CT, Röntgenaufnahmen)

Ansprechpartner

Bild von Dirk Bauerschlag
Prof. Dr. Dirk Bauerschlag
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Stellv. Direktor
Telefon Kiel: 0431 500-21406

 

 

Bild von Moritz Kanzow
Dr. Moritz Kanzow
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (Frauenheilkunde)
Oberarzt
Telefon Kiel: 0431 500-21419

 

Sprechstunde

Kontakt und Sprechzeiten

Patientinnenanmeldung

Telefon: 0431 500-21490
E-Mail:  UFK-Kiel@uksh.de