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Molekulargenetik

Allgemeine Übersicht

Allgemein Übersicht

Klonalitätsanalyse

Die Abstammung von einer gemeinsamen Ursprungszelle (Klonalität) ist eine der grundsätzlichen Eigenschaften maligner Erkrankungen. Eine Klonalitätsanalyse lässt sich zum einen durch den Nachweis einer diese Zellen eindeutig charakterisierenden Eigenschaft (z.B. spezifische Immungen-Rearrangements), zum anderen statistisch durch das Vorliegen eines zufällig verteilten Merkmals auf allen Zellen (z.B. Inaktivierung desselben X-Chromosoms bei weiblichen Individuen, Leichtkettenrestriktion bei B-Zell Neoplasien) nachweisen.

Für die in unserem Labor untersuchte Fragestellung der Klonalität lymphatischer Zellpopulationen macht man sich die Eigenschaft zunutze, dass sowohl T- als auch B-Lymphozyten ihre Immungene im Rahmen der Reifung zur Effektorzelle so umlagern, daß durch diese Umlagerung ein genetischer Fingerabdruck entsteht, der sich mittels Amplifikation der entsprechenden Genabschnitte durch PCR nachweisen lässt. Mit Hilfe geeigneter Nachweismethoden (z.B. GeneScanning, Heteroduplexanalyse) läßt sich anschließend zeigen, dass die Amplifikationsprodukte identisch sind.

Die molekulargenetische Klonalitätsanalyse ist insbesondere bei T-Zell-Neoplasien häufig hilfreich und hat eine Sensitivität von etwa 1%, d.h. zur Detektion vor polyklonalem Hintergrund müssen mindestens 1% der Zellen klonal sein.

MRD-Diagnostik

Die Untersuchung der minimalen Resterkrankung (Minimal Residual Disease, MRD) erlaubt den Nachweis verbliebener residueller Tumorzellen im Therapieverlauf und damit die Beurteilung des Ansprechens auf die Therapie.

Mit Sensitivitäten, die mittels konventioneller Methoden wie der Zytomorphologie nicht erreichbar sind, korreliert die mittels quantitativer realtime-PCR von Immungenen, Fusionsgenen oder -transkripten oder mittels multiparametrischer Durchflusszytometrie bestimmte MRD bei vielen Erkrankungen nachweislich mit der Prognose.

Der Schwerpunkt der in unserem Labor durchgeführten MRD-Diagnostik liegt auf dem Gebiet der lymphatischen Neoplasien, insbesondere der ALL, bei der im Rahmen der GMALL-Studien die MRD therapierelevanter Bestandteil des Behandlungsprotokolls ist.

Mutationsanalyse

In den letzten Jahren hat der Nachweis von somatischen Mutationen einen wichtigen Beitrag in der molekularen Diagnostik und Prognoseeinschätzung verschiedener hämatologischer Systemerkrankungen geleistet.

Analysen auf das Vorliegen einer V617F-Mutation im JAK2-Gen beispielsweise haben inzwischen einen Platz in der Routinediagnostik der MPS und sind diagnostisch wegweisend. Diese erst vor kurzem beschriebene Mutation findet sich bei ca. 90% aller Patienten mit Polycythämia vera und 30% aller essentiellen Thrombozythämien und Osteomyelofibrosen.

Bei der CLL zum Beispiel dient der Mutationsstatus des klonal rearrangierten Immunglobulinschwerkettengens als unabhängiger Prognosemarker. Die IgVH Mutationsanalyse erfolgt mit molekulargenetischen Methoden und kann aus dem diagnostischen peripheren Blut bei Patienten mit CLL erfolgen. Etwa die Hälfte aller CLL-Patienten weisen sogenannte somatische Mutationen in der variablen Region ihrer Immunglobuline auf. Hierbei wird ein Vorhandensein von 2% oder weniger Mutationen in diesem Bereich der Immunglobuline im Vergleich zur ursprünglichen DNA-Sequenz als "unmutiert" und ein Vorhandensein von mehr als 2% Mutationen als "mutiert" beurteilt. Der unmutierte Status ist bereits im frühen Stadium der Erkrankung mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert.

Bei nicht-lymphatischen hämatologischen Neoplasien ist die von uns ebenfalls durchgeführte MRD-Analyse bei der CML mittels quantitativer Bestimmung der BCR-ABL-Transkripte zur Steuerung der Tyrosinkinaseinhibitortherapie von herausragender klinischer Bedeutung.

Chimärismusanalyse

Von einem bestehenden Chimärismus spricht man, wenn in einer zu analysierenden Probe Zellpopulationen von mehr als einem Individuum nachweisbar sind. Dabei kann dieser Chimärismus in Abhängigkeit vom Entstehungsmechanismus in einzelnen Geweben innerhalb eines Individuums unterschiedlich ausgeprägt sein.

Methodisch basiert die Analyse auf einer Amplifikation (PCR) sogenannter „short tandem repeats“, die mit Ausnahme von eineiigen Zwillingen ein für jedes Individuum einzigartiges Verteilungsmuster aufweisen. Die bei der PCR verwendeten Primer sind mit Fluoreszenzfarbstoffen gekoppelt. Anschließend werden die Amplifikationsprodukte der Größe nach aufgetrennt, analysiert und über die Fläche unter der Kurve quantifiziert.

Bei den Chimärismusanalysen, die im Molekulargenetischen Labor der II. Medizinischen Klinik durchgeführt werden, liegt der Schwerpunkt auf der Analyse von Blut- und Knochenmark-Proben nach allogener (Blut-)Stammzelltransplantation. Die Bestimmung des Ausmaßes des etablierten Spenderchimärismus’ nach allogener (Blut-)Stammzelltransplantation hat klinische Bedeutung für die Steuerung der Immunsuppression und für die Entscheidung hinsichtlich weiterer Immuntherapien.

 

Einzelne Übersicht

IgH - Klonalitätsanalyse (FR1, FR2, FR3)
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR
  • Einheit
    klonal / polyklonal
  • Indikation
    Nachweis eines klonalen IgH Rearrangements im Rahmen der Diagnostik einer malignen B-Zell Erkrankung.
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    t(14;18) bei V.a. follikuläres Lymphom;
    t(11;14) bei V.a. Mantelzell-Lymphom;
    IgH-Mutationsanalyse bei CLL
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
  • Referenzbereich
    Polyklonales Signal
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA) oder 5 ml Knochenmark (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig, besondere Materialien (z.B. Liquor) bitte ankündigen
  • Analyt
    IgH FR1, FR2 und FR3
  • Literatur
    van Dongen JJ, et al., Leukemia. 2003, 17:2257-317.
  • Methodentyp
    Qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle bei ca. 5% Infiltrationsgrad
  • Externe Qualitätskontrolle
    Euroclonality
Klonalitätsanalyse B-Linien-ALL (GMALL)
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR, Hochdurchsatzsequenzierung*, Testung quantitativer Primer-Systeme mittels RQ-PCR
  • Einheit
    klonal / polyklonal
  • Indikation
    Nachweis eines klonalen Rearrangements der Immunglobulin-Schwerketten, -Leichtketten oder T-Zell-Rezeptorgene im Rahmen der Primärdiagnostik einer B-Vorläufer-ALL oder reifen B-ALL
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    quantitative MRD-Verlaufsdiagnostik
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
    zur Bedeutung siehe Brüggemann et al., Blood 2006; 107: 1116 - 1123.
  • Referenzbereich
  • Probe
    5 ml Knochenmark (EDTA), Blut nur bei peripherer Ausschwemmung und ausreichender Zellzahl, ggfs. Beckenkammtrepanat bei Punctio sicca
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig
  • Analyt
    IgH FR1, FR3, IgH DJ, Igκ VκJκ, Igκ KDE, Igλ, TRβ VβJβ, TRβ DβJβ, TRγ, TCRδ VδDδ, TRδ DδJδ, TRδ VδJα
  • Literatur
    van Dongen JJ, et al., Leukemia. 2003, 17:2257-317.
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle bei ca. 5% Infiltrationsgrad
  • Externe Qualitätskontrolle
    Euroclonality NGS, ESG MRD-ALL

* nicht akkreditiertes Verfahren

T-Zell-Klonalitätsanalyse
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR
  • Einheit
    klonal / polyklonal
  • Indikation
    Nachweis von klonalen T-Zell Rezeptor Gen Rearrangements im Rahmen der Diagnostik einer malignen T-Zell Erkrankung.
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
  • Bemerkungen
    Die PCR Amplifikation erfolgt nach dem BIOMED-2 Protokoll mittels Multiplex-Analysen. Die Detektion erfolgt mittels GeneScan, Heteroduplexanalyse oder DHPLC
  • Weitere Informationen
  • Referenzbereich
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA) oder 5 ml Knochenmark (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig, besondere Materialien (z.B. Liquor) bitte ankündigen
  • Analyt
    TCRβ VβJβ, TCRβ DβJβ, TCRγ, TCRδ VδJδ, TCRδ VδDδ, TCRδ DδJδ
  • Literatur
    van Dongen JJ, et al., Leukemia 2003, 17: 2257-317
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle bei ca. 5% Infiltrationsgrad
  • Externe Qualitätskontrolle
    Euroclonality
Klonalitätsanalyse T-Linien-ALL und T-lymphoblastische Lymphome
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR, Hochdurchsatzsequenzierung*, Testung quantitativer Primer-Systeme mittels RQ-PCR
  • Einheit
    klonal / polyklonal
  • Indikation
    Nachweis eines klonalen Rearrangements der T-Zell-Rezeptorgene bzw. einer TAL1-Deletion im Rahmen der Primärdiagnostik einer T-ALL oder eines T-LBL mit peripherer Ausschwemmung und/oder Knochenmarkbefall
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    Quantitative MRD-Diagnostik
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
    zur Bedeutung siehe Brüggemann et al., Blood 2006; 107: 1116 - 1123.
  • Referenzbereich
  • Probe
    5 ml Knochenmark (EDTA), Blut nur bei peripherer Ausschwemmung und ausreichender Zellzahl, ggfs. Beckenkammtrepanat bei Punctio sicca, Erguß
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig, besondere Materialien (z.B. Pleuraerguss) bitte ankündigen
  • Analyt
    IgH DJ, TRβ VβJβ, TRβ DβJβ, TRγ, TRδ VδDδ, TRδ DδJδ, TRδ VδJδ, Tal1-Deletion
  • Literatur
    van Dongen JJ, et al., Leukemia. 2003, 17:2257-317.
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle bei ca. 5% Infiltrationsgrad
  • Externe Qualitätskontrolle
    Euroclonality NGS, ESG MRD-ALL

* nicht akkreditiertes Verfahren

BCL1–IgH, t(11;14)
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR
  • Einheit
    positiv / negativ
  • Indikation
    Die Translokation 11;14(q13;q32) ist charakteristisch für das Mantelzelllymphom (MCL). t(11;14) ist in 40 % der MCL mit PCR nachweisbar. Die Bruchstellen im BCL-1 Gen sind auf über 100 Kilobasen (kb) verteilt, jedoch liegen 80% davon innerhalb einer Region von 1 kb, die major translocation cluster (MTC) genannt wird.
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    ggfs. IgH-Klonalitätsanalyse
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
    Die PCR Amplifikation erfolgt auf der Basis von DNA. Mittels PCR können nur Translokationen mit Bruchstelle in der MTC erfasst werden.
  • Referenzbereich
    negativ
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA) oder 5 ml Knochenmark (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig, besondere Materialien (z.B. Liquor) bitte ankündigen
  • Analyt
    BCL1-IgH Fusionsgen
  • Literatur
    Pott et al. Leukemia 1998; 12:1630-7
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle ca. 0,01%
  • Externe Qualitätskontrolle
    ESG MRD-ALL
BCL2–IgH, t(14;18)
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR
  • Einheit
    positiv / negativ
  • Indikation
    Die Translokation (14;18)(q32;q21) ist charakteristisch für das follikuläre Lymphom. t(14;18) ist in 80% der FCL mit PCR nachweisbar, sowie in einigen grosszellig diffusen Lymphomen. Etwa 70% der Bruchstellen auf dem Chromosom 18 liegen in der major breakpoint cluster (mbr) Region, die sich im 3' untranslatierten Teil des Gens befindet. 30% der Bruchstellen liegen in der minor breakpoint cluster (mcr) Region, 20 kb 3' des BCL-2 Gens.
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    ggfs. IgH-Klonalitätsanalyse
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
    Die PCR Amplifikation erfolgt gemäss dem BIOMED-2 Protokoll auf der Basis von DNA mittels 3 verschiedener Multiplex-PCR.
  • Referenzbereich
    negativ
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA) oder 5 ml Knochenmark (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig, besondere Materialien (z.B. Liquor) bitte ankündigen
  • Analyt
    BCL2-IgH-Fusionsgen
  • Literatur
    Kneba et al. Cancer Res. 1991; 51:3243-50
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle ca. 0,01%
  • Externe Qualitätskontrolle
    ESG MRD-ALL
IgH - Mutationsanalyse
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR, Sequenzierung
  • Einheit
    Mutationsfrequenz in %
  • Indikation
    Erstdiagnose CLL. Ein unmutiertes IgH-Gen (Mutationsfrequenz < 2%) ist mit einem aggressiveren Verlauf assoziiert
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
  • Referenzbereich
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig
  • Analyt
    IgH VH-Gen
  • Literatur
    Damle et al, Blood, 1999, 94: 1840-1847;
    Hamblin et al., Blood, 1999, 94:1848 - 1854.
  • Methodentyp
    qualitativ (Mutationsfrequenz <> 2%)
  • Messunsicherheit
    Im Vergleich zur biologischen Varianz vernachlässigbar
  • Externe Qualitätskontrolle
    Probenaustausch
Quantitative MRD-Verlaufsuntersuchung ALL (im Rahmen der Protokolle der GMALL)
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    RQ-PCR
  • Einheit
    Log-Reduktion im Vergleich zum Primärmaterial
  • Indikation
    Verlaufsuntersuchung im Verlauf der ALL-Therapie
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
  • Bemerkungen
    Voraussetzung ist die Identifikation eines klonalen molekularen Markers
  • Weitere Informationen
  • Referenzbereich
  • Probe
    5 ml Knochenmark (EDTA) für B-Linien-ALL, 10 ml Blut (EDTA) als Alternative bei T-ALL
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig, Sondermaterialien (z.B.Liquor) bitte ankündigen
  • Analyt
    patientenspezifisches Rearrangement
  • Literatur
    Brüggemann et al. Blood 2006; 107:1116-23
  • Methodentyp
    quantitativ
  • Messunsicherheit
    0,5 log
  • Externe Qualitätskontrolle
    ESG MRD-ALL
BCR-ABL, t(9;22)
  • Frequenz
    nach Bedarf, mindestens 2x wöchentlich
  • Methode
    Multiplex RT-PCR
  • Einheit
    positiv / negativ
  • Indikation
    chronische myeloische Leukämie (CML) und akute lymphatische Leukämie (ALL): Die reziproke Translokation t(9;22)(q34;q11) führt zu einem hybriden BCR-ABL Gen, das für ein Fusionsprotein mit konstitutiver Tyrosin-Kinase-Aktivität codiert. Ca. 95% der CML sind BCR-ABL positiv. Bei der ALL liegt ein BCR-ABL Fusionsgen bei ca. 25% der erwachsenen Patienten sowie bei 5% der Kinder vor und ist hier mit einer schlechten Prognose assoziiert.
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    JAK2 V617F Mutation für BCR-ABL-negative MPS
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
    Aufgrund der verschiedenen Bruchstellen auf dem BCR-Gen entstehen verschiedene Fusionstranskripte. Die Multiplex PCR (PCR mit mehreren Primern) für BCR-ABL erlaubt den Nachweis der häufigsten Transkripte (b2a2, b3a2, e1a2) und weiterer in einer Reaktion.
  • Referenzbereich
    negativ
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA) oder 5 ml Knochenmark (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt per Express oder Kurier; keine Voranmeldung nötig
  • Analyt
    BCR-ABL -Fusionstranskript
  • Literatur
    Cross NCP et al., Leukemia 1994; 168-189
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    5% der Transkripte werden nicht erfasst, Detektionsschwelle < 10-3
  • Externe Qualitätskontrolle
    EUTOS-Programm im Rahmen des European Leukemia Network
BCR-ABL, t(9;22), quantitativ
  • Frequenz
    nach Bedarf, mindestens 2x wöchentlich
  • Methode
    Q-RT-PCR
  • Einheit
    Ratio Zielgen/Referenzgen, normiert auf die "international scale" aus der IRIS-Studie
  • Indikation
    PCR-Monitoring bei CML initial alle 3 Monate empfohlen, um eine Resistenz oder Progression möglichst früh erkennen zu können. Die Reduktion der Transkriptratio auf 0,1% geht als "major molecular remission" mit einer sehr guten Prognose einher.
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    Steigt die Transkriptratio eines Patienten, der initial angesprochen hat, unter Imatinibtherapie an, wird ein Mutationsscreening auf eine ABL kinase domain mutation empfohlen.
  • Bemerkungen
    Zur Sicherstellung der Probenqualität ist eine Verarbeitung innerhalb 48 h notwendig
  • Weitere Informationen
  • Referenzbereich
    negativ
  • Probe
    20 ml Blut (EDTA) oder 5 ml Knochenmark (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt per Express oder Kurier; keine Voranmeldung nötig
  • Analyt
    RNA
  • Literatur
    Hughes T, et al., N Engl J Med. 2003; 349:1423-32. Gabert et al. Leukemia 2003; 17:1404-1410. Baccarani et al., Blood. 2006, 108:1809-20.
  • Methodentyp
    quantitativ
  • Messunsicherheit
    Sensitivität bis 1:10.000
  • Externe Qualitätskontrolle
    EUTOS-Programm im Rahmen des European Leukemia Network
ABL-Mutationen, Imatinib-Resistenz
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR, Sequenzierung
  • Einheit
    Mutationsanalyse
  • Indikation
    Mutationen in der Kinase-Domäne sind eine mögliche Ursache für eine primäre/sekundäre Imatinib-Resistenz
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
  • Bemerkungen
    Zur Sicherstellung der Probenqualität ist eine Verarbeitung innerhalb 48 h notwendig
  • Weitere Informationen
    Mittels multiplex PCR Amplifizierung des BCR-ABL-Transkriptes mit anschließender Sequenzierung
  • Referenzbereich
    unmutiertes Transkript
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA) oder 5 ml Knochenmark (EDTA oder Heparin)
  • Probenversand
    ungekühlt per Express oder Kurier; keine Voranmeldung nötig
  • Analyt
    RNA
  • Literatur
    Baccarani M, et al., Blood 2006, 108:1809-20
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle für den mutierten Klon ca. 5-10%
  • Externe Qualitätskontrolle
    Probenaustausch
Mutationsanalyse - Myeloproliferative Neoplasien (MPN)
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR, Sequenzierung (JAK2 Exon 12), Allel-spezifische PCR (JAK2V617F, MPL), Fragmentlängenanalyse (CALR)
  • Einheit
    mutiert / unmutiert
  • Indikation
    Die myeloproliferative Neoplasien (MPN) beschreiben eine heterogene Gruppe klonaler hämatopoetischer Stammzell-Erkrankungen, die durch Proliferation einer oder mehrerer Vertreter der myeloiden Zellreihe charakterisiert sind. Bei klinischem/hämatologischen Verdacht auf eine MPN ist eine molekulargenetische Diagnostik empfehlenswert. In mehr als 90% der BCR/ABL-negativen MPN kann eine Genmutation nachgewiesen werden. Eine Punktmutation c.1849G>T, p.V617F im JAK2-Gen resultiert in einer erhöhten Kinase-Aktivität und findet sich bei einem großen Teil aller Patienten mit myeloproliferativen Neoplasien, speziell Polycythaemia vera (>95%), essentielle Thrombocythämien (50-70%) und Myelofibrosen (40-50%) sowie in einigen Fällen der CMML (James et al., Nature 2005; Levine et al., Cancer Cell 2005).
    Mutationen im Exon 12 des JAK2-Gens werden bei etwa 5% aller JAK2 V617F-negativen PV-Fällen nachgewiesen. Bei den JAK2 Exon 12 Mutationen handelt es sich meist um Insertionen und Deletionen, selten auch Punktmutationen und größere Insertionen (z.B. K539L, N542-E543del, F537-K539delinsL, H538Q, K539L, R541-E543delinsK, H538-K539delinsL, E543-D544del), bei denen die Aminosäuren an Position 538-543 involviert sind. (Scott et al., NEJM 2007; Pietra et al., Blood 2008).
    MPL-Mutationen sind bei einem geringen Teil der Patienten mit myeloproliferativen Neoplasien, speziell bei den JAK2 V617F-negativen ET (4%) und PMF (11%) nachweisbar (Beer et al., Blood 2008; Boyd et al., Br J. Haematol., 2010).
    CALR-Mutationen sind in 70-80% der JAK2-negativen ET- und PMF-Fälle nachweisbar und finden sich nicht in Patienten PV. (Klampfl et al., NEJM 2013; Nangalia et al. NEJM 2013, Park et al. PONE 2015).
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
    Qualitativer Nachweis von BCR/ABL zum Ausschluß einer CML
  • Bemerkungen 
  • Weitere Informationen
  • Referenzbereich
    unmutiert
  • Probe
    5 ml Knochenmark (EDTA), 10 ml Blut (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig
  • Analyt (OMIM)
    JAK2 (147796), MPL (159530), CALR (109091)
  • Literatur
    Beer et al., Blood 2008
    Boyd et al., Br J. Haematol., 2010; Klampfl et al., NEJM 2013
    Levine et al., Cancer Cell 2005; Nangalia et al. NEJM 2013
    Park et al. PONE 2015; Pietra et al., Blood 2008
    Scott et al., NEJM 2007
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit
    Detektionsschwelle ca. 5-10%
  • Externe Qualitätskontrolle
    UKNEQAS, Probenaustausch
Mutationsanalyse - MYD88-L265P
  • Frequenz       
    nach Bedarf
  • Methode        
    PCR, Sequenzierung
  • Einheit           
    mutiert / unmutiert
  • Indikation     
    Nachweis einer MYD88-L265P Mutation bei ca. 3% CLL und ca. 93% M. Waldenström Patienten
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen       
    CXCR4-Mutationsanalyse
  • Bemerkungen           
  • Weitere Informationen        
  • Referenzbereich       
    unmutiert
  • Probe 
    5 ml Knochenmark (EDTA), 10 ml Blut (EDTA)
  • Probenversand         
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig,
  • Analyt (OMIM)
    MYD88 (602170)
  • Literatur       
    Jeromin S, Weissmann S, Haferlach C, Dicker F, Bayer K, Grossmann V, Alpermann T, Roller A, Kohlmann A, Haferlach T, Kern W, Schnittger S. SF3B1 mutations correlated to cytogenetics and mutations in NOTCH1, FBXW7, MYD88, XPO1 and TP53 in 1160 untreated CLL patients. Leukemia. 2014 Jan;28(1):108-17.
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit      
    Detektionsschwelle ca. 5-10%
  • Externe Qualitätskontrolle  
    Probenaustausch
Mutationsanalyse - NOTCH1-Exon34
  • Frequenz       
    nach Bedarf
  • Methode        
    PCR, Sequenzierung
  • Einheit           
    mutiert / unmutiert
  • Indikation     
    Screening von Patienten mit CLL oder T-ALL auf Mutationen in Exon 34 des NOTCH1-Gens auf Anfrage des einsendenden Labors.
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen       
    TP53-, SF3B1-, BIRC3-Mutationsanalysen
  • Bemerkungen           
  • Weitere Informationen        
  • Referenzbereich       
    unmutiert
  • Probe 
    5 ml Knochenmark (EDTA), 10 ml Blut (EDTA)
  • Probenversand         
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig,
  • Analyt (OMIM)
    NOTCH1 (190198)
  • Literatur       
    Rossi et al.: Mutations of NOTCH1 are an independent predictor of survival in chronic lymphocytic leukemia. Blood. 2012 Jan 12;119(2):521-9.
    Weissmann et al.: Prognostic impact and landscape of NOTCH1 mutations in chronic lymphocytic leukemia (CLL): a study on 852 patients. Leukemia. 2013 Dec;27(12):2393-6.
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit      
    Detektionsschwelle ca. 5-10%
  • Externe Qualitätskontrolle  
    Probenaustausch
Mutationsanalyse - BRAF-V600E
  • Frequenz       
    nach Bedarf
  • Methode        
    Allel-spezifische PCR
  • Einheit           
    mutiert / unmutiert
  • Indikation     
    Die BRAF V600E Mutation ist in allen Patienten mit einer morphologischen / immunphäno-typisch-gesicherten HCL nachweisbar und kann zur molekulargenetischen Abgrenzung von HCL-verwandten Entitäten (SMZL, SLLU) herangezogen werden. Atypische Haarzell-leukämien weisen dagegen die BRAF V600E Mutation nicht auf somit können diese von einer klassischen Haarzellleukämie abgegrenzt werden (Tiacci et al., 2011).
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen       
  • Bemerkungen           
  • Weitere Informationen        
  • Referenzbereich       
    unmutiert
  • Probe 
    5 ml Knochenmark (EDTA), 10 ml Blut (EDTA)
  • Probenversand         
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig,
  • Analyt (OMIM)
    BRAF (164757)
  • Literatur       
    Tiacci E, Trifonov V, Schiavoni G, Holmes A, Kern W, Martelli MP, Pucciarini A, Bigerna B, Pacini R, Wells VA, Sportoletti P, Pettirossi V, Mannucci R, Elliott O, Liso A, Ambrosetti A, Pulsoni A, Forconi F, Trentin L, Semenzato G, Inghirami G, Capponi M, Di Raimondo F, Patti C, Arcaini L, Musto P, Pileri S, Haferlach C, Schnittger S, Pizzolo G, Foà R, Farinelli L, Haferlach T, Pasqualucci L, Rabadan R, Falini B. BRAF mutations in hairy-cell leukemia. N Engl, J Med. 2011 Jun 16;364(24):2305-15.
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit      
    ca. 1-5%
  • Externe Qualitätskontrolle  
    RFB
RAS-Mutationsanalyse
  • Frequenz       
    nach Bedarf
  • Methode        
    PCR, Sequenzierung
  • Einheit           
    mutiert / unmutiert
  • Indikation     
    Kolorektale Karzinome vor Therapie mit EGFR-Inhibitoren
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen       
  • Bemerkungen           
    Ausreichende Menge an Tumorgewebe im Material ist Voraussetzung
  • Weitere Informationen        
  • Referenzbereich       
    unmutiert
  • Probe 
    Tumorgewebe (auch Paraffinschnitte), Tumor-DNA
  • Probenversand         
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig,
  • Analyt (OMIM)
    KRAS (190070), NRAS (164790)
  • Literatur       
    van Cutsem et al. JCO 2007; 25:1658-64
  • Methodentyp
    qualitativ
  • Messunsicherheit      
    materialabhängig (Qualität der DNA nach Formalinfixierung und Tumorinfiltrationsgrad), daher technische Unsicherheit im Vergleich zur biologischen Unsicherheit vernachlässigbar
  • Externe Qualitätskontrolle  
    RfB
Chimärismusanalyse
  • Frequenz
    nach Bedarf
  • Methode
    PCR
  • Einheit
    % Spenderanteil
  • Indikation
    Verlaufsuntersuchung nach allogener Stammzelltransplantation
  • Empfehlung für zusätzliche Analysen
  • Bemerkungen
    Verlaufsuntersuchung nach allogener Stammzelltransplantation
  • Weitere Informationen
  • Referenzbereich
  • Probe
    10 ml Blut (EDTA)
  • Probenversand
    ungekühlt; keine Voranmeldung nötig,
  • Analyt
    patientenspezifisches Mikrosatellitenprofil
  • Literatur
    Nollet et al. BMT 2001; 28:511-8
  • Methodentyp
    quantitativ
  • Messunsicherheit
    Sensitivität ca. 1-5%
  • Externe Qualitätskontrolle
    INSTAND (im Aufbau)