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ALL (Akute Lymphatische Leukämie)

Obwohl die akuten Leukämien nur weniger als 3% aller Krebserkrankungen ausmachen, stellen sie die häufigste Krebserkrankung des Kindesalters dar und sind bei Patienten unter 35 Jahren die häufigste Krebs-bedingte Todesursache. In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es erhebliche Fortschritte in der Diagnostik und Therapie der akuten lymphatischen Leukämie (ALL), die zu einer Verbesserung der Heilungsraten auf 80-90% bei Kindern und 40-50% bei Erwachsenen geführt haben. In vieler Hinsicht hat die ALL dabei Modellcharakter für andere Krebserkrankungen. Die meisten der derzeitig angewendeten Therapieprotokolle beziehen Ergebnisse der (Immun)zytologie, Zytogenetik, Molekulargenetik und Durchflusszytometrie in eine Therapiestratifizierung ein, so dass die Ergebnisse dieser Analysen eine essentielle Voraussetzung für eine optimierte Behandlung von ALL-Patienten darstellen.

Unsere ALL-Analyseleistungen richten wir an den Leitlinien der DGHO zur Diagnostik und Therapie von Akuten Leukämien aus, die Sie hier einsehen bzw. herunterladen können:

Leitlinie ALL [pdf]

Analyseleistungen


Zytomorphologie

Die Zytomorphologie gehört zur Standarddiagnostik der ALL. Durch zusätzliche zytochemische Färbungen ist neben der Abgrenzung von der AML auch die Bestimmung der T- bzw. B-Linienzugehörigkeit möglich.

Prof. Dr. H.-A. Horst führt als Referenzmorphologe seit 1998 die zytomorphologische Knochenmarkbeurteilung im Rahmen der Deutschen Multizentrischen ALL-Studie durch und hat in dieser Funktion ca. 4000 diagnostische ALL-Knochenmarkausstriche begutachtet.

Immunphänotypisierung

Die durchflusszytometrische Charakterisierung ist essentieller Bestandteil der Initialdiagnostik der ALL. Mittels Immunphänotypisierung lässt sich nicht nur die Linienzugehörigkeit (B- oder T-Linie), sondern auch der Reifegrad der ALL klären. Die EGIL (European Group for the Immunological Characterisation of Leukemias) -Klassifikation ordnet dabei die ALL-Subtypen verschiedenen Stadien der normalen lymphozytären Reifung zu:

Tabelle: Immunologische Klassifikation der ALL nach EGIL

Antigen B-Linien-ALL
pro-B-ALL (BI) c-ALL (BII) prä-B-ALL (BIII) reife B-ALL (BIV)
CD19 + und/oder1 + + +
CD79a + und/oder1 + + +
CD22 +1 (zy)2 + (zy)2 + +
CD10 - + + +/-
Ig - - zy2 + o2 +
 
  T-Linien-ALL
  pro-T-ALL (T1) prä-T-ALL (TII) korticale T-ALL (TIII) reife T-ALL (TIV)
CD3 zy2 + zy2 + zy2 + o2 +
CD7 + + + +
CD2 - + und/oder + +
CD5 - + und/oder + +
CD8

-

+

+ +/-
CD1a - - + -
  Gruppe A Gruppe B
TCRα/β  - - - + -
TCRγ/δ  - - - - +
1 mind. 2 von 3 Markern positiv
2 zy = zytoplasmatisch, o = Oberflächen

 

Im Labor für hämatologische Spezialdiagnostik wird neben der diagnostischen 4-Farben-FACS-Analyse zusätzlich im Rahmen eines Pilotprojektes der Deutschen Multizentrischen ALL-Studie (GMALL) die durchflusszytometrische Analyse minimaler Resterkrankung (MRD) mittels 6-Farben-FACS-Analyse durchgeführt.

MRD-Diagnostik

Die sogenannte minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease, MRD) gewinnt zunehmend an Bedeutung für eine risikoadaptierte Therapie der ALL innerhalb klinischer Studien. Durch Nachweis und Quantifizierung okkulter, durch konventionelle Methoden nicht erkennbarer Tumorzellen in klinischer Remission soll eine verbesserte Beurteilung der Therapieeffizienz und eine frühe Diagnose eines drohenden Rezidivs ermöglicht werden.

Das Kieler Labor für hämatologische Spezialdiagnostik hat in diesem Zusammenhang richtungsweisende Arbeiten zu methodischen Innovationen, zur prognostischen Relevanz und zur Diagnose eines molekularen Rezidivs der ALL des Erwachsenen publiziert. Eine MRD-Diagnostik bei der ALL des Erwachsenen sollte derzeit ausschließlich im Rahmen kontrollierter Studien erfolgen. Standardmethoden der MRD-Quantifizierung sind die real-time quantitative PCR klonaler TR- und Ig-Gen-Umlagerungen, bei der Philadelphia-positiven ALL auch der BCR-ABL-Fusionstranskripte sowie die Multiparameter-Durchflusszytoemtrie.

In unserem Labor wird die TR-/Ig-basierte molekulare MRD-Quantifizierung bei der Philadelphia-negativen ALL als Referenzzentrum der Deutschen Multizentrischen ALL-Studie (GMALL) durchgeführt. Bisher gingen mehr als 12.000 Materialien zur molekularen Analyse ein.

Im Rahmen einer Pilotstudie wird im Kieler Labor für hämatologische Spezialdiagnostik eine MRD-Quantifizierung auch mittels 6-Farben-Durchflusszytometrie durchgeführt.

Beide Methoden benötigen zur Detektion der charakteristischen Leukämiemarker initialdiagnostisches Material.