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Rekonstruktion der bikuspiden Aortenklappe

Die bikuspide Aortenklappe (zwei-segelige Taschenklappe) ist der häufigste angeborene Klappenfehler und kommt bei ca. 1-2% der Bevölkerung vor. Diese Erkrankung tritt häufiger bei Männer als bei Frauen auf.

Eine Klassifikation der bikuspiden Aortenklappen wird von den Autoren in folgendem Artikel näher dargestellt: Sievers HH, Schmidtke C A classification system for the bicuspid aortic valve from 304 surgical specimens. J Thorac Cardiovasc Surg. 2007; 133(5):1266-1233.

Die pathologische Klappensegelanlage verursacht während der Austreibungsphase des Blutes aus der linken Herzkammer einen turbulenten Fluss in der Hauptschlagader. Diese Turbulenzen führen zu einer allmählichen Zerstörung der Segel, was im weiteren Verlauf eine Verhärtung und Versteifung hervorrufen kann. Letztlich tritt eine Verkalkung der Segel auf, welche mit einer Verengung der Klappenöffnungsfläche einhergeht (Aortenklappenstenose). Ebenso besteht der Verdacht, dass die durch die Klappenfehlanlage entstehenden Turbulenzen mit einer Erweiterung des beginnenden Teils der Hauptschlagader (Aneurysma der Aorta ascendens) einhergehen können, welche dann zu einer Undichtigkeit der krankhaften Segel führt (Aortenklappeninsuffizienz). Die so im Laufe der Erkrankung veränderte Aortenklappe ist anfällig für eine Infektion (sogenannte Klappenendokarditits), die unbehandelt zu einer vollständigen Zerstörung der Klappensegel führen kann.

Ab einem bestimmten höhergradigen Einengungsgrad (Stenosegrad), der durch den Druckunterschied zwischen linker Herzkammer und der beginnenden Hauptschlagader charakteriesiert werden kann (mittlerer Druckgradient > 50mmHg bei normalem Herzzeitminutenvolumen), einer verringerten Klappenöffnungsfläche (< 0,75 cm²) oder einer hochgradigen Aortenklappenschlussschwäche (Aortenklappeninsuffizienz Grad III bis IV) ist eine Indikation zum Aortenklappenersatz gegeben

Operationsverfahren

Aortenklappeninsuffizienz der bikuspiden Aortenklappe

Bei dieser Aortenklappenerkrankung bestehen 2 Operationsmöglichkeiten:

  • Aortenklappenrekonstruktion: hierbei bleiben die bestehenden Klappensegel erhalten, durch besondere Operationstechniken kann eine komplette Dichtigkeit der Aortenklappe ohne Entfernung der beiden Klappensegel erreicht werden.
  • Aortenklappenersatz: hierbei kann die defekte Klappe entweder durch ein sog. autologes, d.h. körpereigenes (sog. ROSS-Operation), ein homologes (von einem humanen Spender) unter Ersatz der Aortenwurzel, ein biologisches (mit oder ohne Drahtgestell) oder ein mechanisches Klappenventil ersetzt werden (siehe dort).

Aortenklappenstenose der bikuspiden Aortenklappe

Bei dieser Form der Klappenerkrankung erfolgt in der Regel ein Aortenklappenersatz (siehe dort). Eine Rekonstruktion ist aufgrund der sehr häufig stark verkalkten Klappen nicht mehr möglich.