Orbitachirurgie

Ähnlich zur Schädelbasischirurgie ist auch in der Orbitachirurgie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde und der Augenheilkunde sowie der Strahlentherapie unerlässlich, um eine qualifizierte Patientenversorgung zu gewährleisten. Gemeinsame Operationen bei bestimmten Erkrankungen der Orbita werden regelmäßig in der Kieler HNO-Klinik durchgeführt. Erforderlich sind genaue Kenntnisse über die komplexen anatomischen Strukturen der Orbita sowie eine ausreichende chirurgische Erfahrung auf diesem Fachgebiet.

Hier einige Krankheitsbilder

Akute Nebenhöhlenentzündungen mit Einbruch in die Orbita

Hierbei handelt es sich um Komplikationen einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) mit Eiteransammlungen im Bereich der Augenhöhle, die eine operative Nebenhöhlensanierung erforderlich machen. Besteht nur eine mäßige Lidschwellung kann ein konservativer Therapieversuch mit antibiotischer Infusionstherapie und intensiven abschwellenden Maßnahmen erwogen werden. Bei fehlendem therapeutischen Ansprechen ist die Operation indiziert.

Stirnhöhlen-/ Siebbeinmukozele

Nach Trauma oder Operation, aber auch spontan kann es zu einer Schleimansammlung in einem zystenähnlichen Sack im Bereich der Stirnhöhle oder des Siebbeins kommen. Durch Druck wird der umliegende Knochen aufgebraucht und kann so zu einer Verlagerung des Auges nach unten oder zur Seite mit Bewegungseinschränkung des Auges führen. Die Sehkraft ändert sich aufgrund der langsamen Wachstumstendenz nicht bzw. kaum. Die Therapie ist die operative Nasennebenhöhlensanierung. Rezidive kommen vor.

Orbitahämangiom

Häufigster gutartiger Tumor des Erwachsenen in der Orbita. Zur Diagnostik sind eine Angio-Magnetresonanztomographie und eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen erforderlich. Wenn möglich, sollte das Hämangiom direkt bzw. kurzfristig vor der Operation embolisiert, d.h. das zuführende Blutgefäß verödet werden. Dies geschieht in der Klinik für Neuroradiologie.

Orbitapseudotumor

Die Ursache des sog. Pseudotumors ist unbekannt. Es handelt sich um Entzündungen v.a. im Bereich der Augenmuskeln und der Tränendrüse. Symptome sind Schmerzen, Bewegungseinschränkung und ein hervorstehendes Auge. Für die Diagnose muß neben der Bildgebung (Magnetresonanz- und Computertomographie) eine repräsentative Probe in Vollnarkose gewonnen werden. Die Therapie besteht in der hochdosierten Cortisongabe und ggf. Strahlentherapie.

Rhabdomyosarkom

Häufigster maligner Orbitatumor des Kindesalters; schnelles Größenwachstum; Gewebeprobe zur histologischen Sicherung; Therapie: Chemotherapie; Bestrahlung, Operation