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Tumore der Kopfspeicheldrüsen

Glandula parotis, submandibularis, sublingualis

Eine klinische Besonderheit in der Chirurgie von Tumoren der Kopfspeicheldrüsen rührt von der Eigenart des weitaus am häufigsten vorkommenden benignen pleomorphen Adenoms der Speicheldrüsen her, das sich nach der Entnahme einer Biopsie trotz radikalster Chirurgie nicht mehr beherrschen lässt, sondern auch im nicht voroperierten Gewebe immer wiederkehrt. Daher ist bei jeder Raumforderung im Speicheldrüsengewebe eine Biopsie kontraindiziert, solange ein pleomorphes Adenom nicht ausgeschlossen werden konnte. Da sich ein pleomorphes Adenom von den Speicheldrüsenkarzinomen der Stadien I und II nach AJCC 2002 klinisch und bildmorphologisch nicht mit der notwendigen Sicherheit unterscheiden lässt, werden letztere häufig erst als „Zufallsbefund“ nach einer partiellen Speicheldrüsenresektion histologisch diagnostiziert.

Wir empfehlen auch bei niedrig malignen Tumoren die (sub-) totale Parotidektomie. Selbst wenn eine R0-Resektion ggf. bereits mit einer lateralen Parotidektomie erreicht werden kann, ist eine totale Parotidektomie nicht zuletzt wegen der histologischen Untersuchung der intraparotidealen Lymphknoten als erste drainierende Station indiziert.

Eine Möglichkeit der prätherapeutischen Dignitätseinschätzung liegt in der ultraschallgesteuerten Feinnadelpunktionszytologie, die auch beim pleomorphen Adenom eingesetzt werden kann und deren Sensitivität von 85% und hohen Treffsicherheit zur Diagnose eines malignen Speicheldrüsentumors von hohem Wert ist. Bei zytologischem Verdacht auf das Vorliegen eines malignen Tumors bedarf die adäquate chirurgische Therapie im Rahmen des Ersteingriffs immer einer histologischen Diagnosesicherung mittels des intraoperativen Schnellschnitts. Aufgrund der schwierigen pathohistologischen Differentialdiagnose der gut- und bösartigen Speicheldrüsentumore erzielt die Sensitivität der intraoperativen Schnellschnittuntersuchung in der internationalen Literatur leider nur einen Mittelwert von 65%. Der Wert der Punktionszytologie liegt darin, dass die Patienten mit einem klinisch unauffälligen Karzinom präoperativ über die Verdachtsdiagnose informiert werden und im Falle einer schnellschnitthistologischen Bestätigung der zytologischen Verdachtsdiagnose im Rahmen des Ersteingriffs unter „informed consent“ die ggfs. totale Parotidektomie mit elektiver Neck dissection erhalten können. So kann die Notwendigkeit von Revisionen am N. fazialis minimiert werden.

In der Therapie maligner Tumoren der Speicheldrüsen stellt die Chirurgie die Therapie der ersten Wahl dar. Das Ziel der chirurgischen Therapie von malignen Tumoren der Speicheldrüsen ist eine vollständige Entfernung des Tumors einschließlich der Lymphknotenmetastasen (R0-Resektion).

Im Fall einer notwendigen Resektion des N. fazialis entstehen funktionell beeinträchtigende Defekte, die mit Hilfe verschiedener, stadienadaptierter Verfahren rekonstruiert werden. Hierzu steht eine Vielzahl unterschiedlicher Transplantate und Rekonstruktionsmethoden zur Verfügung, die je nach individuellen Bedürfnissen eingesetzt werden. Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Chirurgie aber auch in der Rehabilitation, der Rezidiv- und Palliativtherapie.

Man unterscheidet zwischen der laterofazialen (Entfernung lediglich des sogenannten Außenlappens der Glandula parotis auf dem Fazialisfächer), der totalen (Entfernung auch des medial vom Fazialisfächer liegendem „Innenlappens“) und der radikalen Parotidektomie (totale Parotidektomie mit Resektion des N. fazialis).