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Chirurgie der Nasennebenhöhlen

Chronische Rhinosinusitis mit und ohne Polypenbildung

Chirurgie_Nebenhoehlen_Abb1Chronische Rhinosinusitiden gehen mit behinderter Nasenatmung, posteriorer und anteriorer Rhinorrhoe, Geruchsminderung für mehr als 12 Wochen einher. Vor dem medikamentösen Behandlungsbeginn raten wir zunächst zur Abklärung von Allergien und einer Intoleranztestung gegenüber Acetylsalicylsäure. Letztere führen wir in Zusammenarbeit mit dem Leibniz- Forschungszentrum Borstel durch. Bei Beschwerdepersistenz nach Allergenkarenz und einer intensiven medikamentösen Therapie, mit topischen Kortikoiden, Nasenspülungen und ggf. einer systemischen Kortikoid-Stoßtherapie, ist ein operatives Vorgehen indiziert. Für jedes operative Vorgehen benötigen wir eine qualitativ hochwertige Computertomographie in coronarer und axialer Schichtung.

Leistungsspektrum

Unser operatives Angebot umfasst die chirurgische Intervention bei chronischer Rhinosinusitis (mit und ohne Polypenbildung), Mukozelen, Mykosen, invertierten Papillomen, Nasenrachenfibromen, malignen Tumoren, Liquorfisteln, Hirnabszessen, Meningoencephalozelen, Komplikationen akuter Sinusitiden, unstillbarem Nasenbluten, Frakturen der Stirnhöhle, Raumfordernden Prozessen der Orbita und des Orbitatrichters, Stenosierungen der und Choanalatresien. Dekompressionen der Orbita und des Nervus opticus, sowie Dakryozystorhinostomien.

FESS

Chirurgie_Nebenhoehlen_Abb2In Abhängigkeit von der zu behandelnden Erkrankung bevorzugen wir den funktionell endoskopischen Zugang (functional endoscopic sinus surgery, FESS). Für Revisionsoperationen und spezielle Situationen steht ein Navigationssystem (BrainLab Vector Vision®) zur Verfügung, so dass auch bei schwierigen anatomischen Verhältnissen, und durch Voroperationen entfernte chirurgische Landmarken, ein sicheres Operieren möglich wird. Zur Navigation können nicht nur hausinterne Computertomographie (CT)-Datensätze verwendet werden, sondern auch externe generierte coronare und axiale CTs von ausreichender Qualität. Seit Beginn 2008 können wir bei gegebenen Indikationen, wie z.B. isolierten Pathologien des Stirnhöhlenschachtes, die Ballon-Sinuplastik™ anbieten. Bei dieser Behandlungsmethode wird ein Ballon-Katheter unter Sicht in die entsprechenden Nebenhöhlen vorgebracht und durch dessen Aufblasen verlegende Knockenbälkchen Schleimhautschonend repositioniert. Die Ballon-Sinuplastik™ wird im nächsten Kapitel detailliert dargestellt.

Insbesondere bei malignen Erkrankungen oder Organüberschreitenden Befunden beschreiten wir wenn nötig auch transorale oder transfaciale Zugänge (z.B. laterale Rhinotomie, Midfacial Degloving) und operieren gemeinsam mit den Kollegen der Kliniken für Neurochirurgie, Kieferchirugie und Augenheilkunde. Bei malignen Erkrankungen können wir in Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie zusätzlich zur konventionellen Strahlentherapie die gezielte Nachbehandlung mittels lokal applizierter Strahlentherapie (Brachytherapie) anbieten.

Ballon-Sinuplastik™

Neue Erleuchtung der Nasennebenhöhlen-Chirurgie

Chirurgie_Nebenhoehlen_Abb3Von Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) sind in Deutschland rund 10 Mio Menschen betroffen. Ein neues Verfahren zur Nasennebenhöhlenchirurgie, die Ballon-Sinuplastik™, schafft bei chronischer Sinusitis – weit über 60.000 Patienten trifft es jährlich neu – mit einem kleinen Ballon wieder Belüftung und Druckentlastung in den Nebenhöhlen. Oft ohne Klinikaufenthalt und weitergehende Unannehmlichkeiten und Risiken für den Patienten, wie bei der bisherigen operativen Vorgehensweise mit Nasenzangen und ausgedehnter Knochen- und Schleimhautentfernung.

Licht statt Röntgenstrahlen

Minimal invasive Technik jetzt noch schonender

Das Prinzip der Ballon-Sinuplastik™ besteht in der Erweiterung der engen Zugänge zu Kiefer-, Stirnoder Keilbeinhöhle durch Aufdehnung mit einem Ballonkatheter. Über einen dünnen, weichen Führungskatheter wird bisher unter Röntgenkontrolle oder neu mit Licht und Diaphanoskopie ein flexibler Führungsdraht in die Nebenhöhle platziert und darüber dann der Ballonkatheter in die richtige Position gebracht. Bei der Luma-Technik wird ein Führungsdraht eingesetzt, in dem ein Lichtleiter eingearbeitet ist. Das Licht weist den richtigen Weg in die Stirnoder Kieferhöhle: Das neue System ermöglicht ohne Röntgen eine Kontrolle der richtigen Ballonpositionierung durch das Gewebe bzw. den Knochen. Bisher wurden bereits in den USA über 500 Patienten mit der Luma-Technik behandelt, Komplikationen sind nicht bekannt.

Chirurgie_Nebenhoehlen_Abb4Durch Auffüllen des Ballons mit einer Hochdruckspritze auf ca. 5 - 7 mm Durchmesser wird dann der verengte Drainageweg gewebeschonend erweitert. Die Engstelle wird dadurch geöffnet, Sekret kann unbehindert abfließen und sorgt für sofortige Druckentlastung. Im Gegensatz zur operativen Vorgehensweise mit Nasenzangen werden Schleimhaut oder Knochen nicht entfernt. Narben, Blutungen oder Schmerzen gibt es in der Regel nicht. Auf die unangenehme Nasentamponade kann verzichtet werden, weitere Komplikationen wie Verlust des Geruchssinns oder neue Engstellen durch Narbenbildung sind bisher nicht bekannt. Der Patient ist in der Regel schon am Tag nach dem Eingriff weitestgehend uneingeschränkt belastbar.

Chirurgie_Nebenhoehlen_Abb5Studien (z.B. von Rehl und Vaughan auf der Tagung der amerikanischen rhinologischen Gesellschaft 2007) belegen eine fast 100%ige Erfolgsquote! Selbst nach einem Jahr waren noch 98 % der mit der Ballon-Sinuplastik™ behandelten chronisch entzündeten Nasennebenhöhlen offen, so das Ergebnis der Multicenter Studie CLEAR, die von weltweit führenden Spezialisten im letzten Jahr durchgeführt wurde. Auch wenn es sich hierbei zum aktuellen Zeitpunkt um Kurzzeitergebnisse nach einem Jahr handelt, lässt es viele Betroffene jetzt auch in Deutschland hoffen. In über 40.000 Fällen, die meisten in den USA, hat es bei über 100.000 Nebenhöhlenbehandlungen keine ernsthaften Komplikationen durch die Hochdruckballons gegeben. Selbst die amerikanische Gesellschaft Chirurgie_Nebenhoehlen_Abb6für Rhinologie (ARS) empfiehlt die Ballon-Sinuplastik™ als sichere und effektive Technik, die bei geeigneten Patienten mögliche weitere operative Eingriffe überflüssig macht. Mit diesem neuen Verfahren zur Nasennebenhöhlen-Chirurgie soll zukünftig Patienten mit chronischer Sinusitis erstmals ganz ohne Röntgen, schnell, ambulant oder stationär und nahezu unblutig, weitgehend schmerz- und risikofrei dauerhafte Heilung verschafft werden.

Die Materialkosten ab ca. 1.200 € werden allerdings noch selten von den deutschen Krankenkassen übernommen. Einige BKKs haben jedoch bereits aufgrund der bisher veröffentlichten sehr guten Behandlungserfolge die Kosten erstattet. Also empfiehlt sich, auf jeden Fall vor Beginn einer Behandlung einen Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse zu stellen.