Wir sind ein Kompetenzteam innerhalb der Klinik für HNO Heilkunde des Universitätsklinikums, Campus Lübeck, das sich auf dem Gebiet der Behandlung von Schwerhörigkeiten bei Erwachsenen spezialisiert hat. Wir bieten Ihnen als Patienten, als niedergelassene Kollegen und in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie als Eltern von schwerhörigen Kindern , speziell auch Ohrfehlbildungen , eine umfassende Diagnostik und Therapie an. Die Klinik ist seit 2008 nach DIN ISO 9001:2008 akkreditiert.
Am Anfang eines jeden Patientenbesuchs steht ein ausführliches Patientengespräch, in welchem die Beeinträchtigung des Gehörs, Verlauf der Hörminderung und die daraus verbundenen persönlichen Einschränkungen und alle bisher stattgehabten therapeutischen Maßnahmen besprochen werden. Für eine ausführliche Diagnostik bieten wir folgendes Spektrum an:
Bei einer Erkrankung des Mittel- und/oder des Innenohres kann sich eine Beteiligung des Gleichgewichtorgans in Form von Schwindel äußern. In diesem Fall oder bei isoliert auftretendem Schwindel bieten wir folgende detaillierte Diagnostik an:
Es folgt in der Zusammenschau aller Befunde eine ausführliche individuelle Beratung über die mögliche Therapie mit dem Ziel der bestmöglichen Wiederherstellung der Hörfähigkeit. Als Basis hierfür dienen, neben der engen Zusammenarbeit zwischen Humangenetik, Phoniatrie und Radiologie, konservative und/oder operative Therapiemöglichkeiten.
Falls eine operative Therapie in Erwägung gezogen wird, bieten wir entsprechend des Ursprungs der Schwerhörigkeit (Außen-, Mittel- oder Innenohr), folgende Eingriffe an:
Plastische Rekonstruktion der Ohrmuschel bei Fehlen (Anotie), traumatischer Verletzung oder angeborener, nicht vollständiger Ausbildung der Ohrmuschel (Mikrotie) und/oder des äußeren Gehörgangs (Atresie).
Rekonstruktion von Defekten im Mittelohr und Implantation neuester Technologien im Bereich der implantierbaren Hörsysteme für das Mittel- und das Innenohr
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Mittelohr Es liegt eine Schallleitungsschwerhörigkeit vor, d.h. der Verstärkungsfaktor des Mittelohres ist reduziert oder ganz aufgehoben.
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Innenohr Es liegt eine hochgradige Innenohr- oder eine mit dem Mittelohr kombinierte Schwerhörigkeit vor, welche eine Verstärkung der akustischen Situation erforderlich macht.
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Als gesetzlich versicherte Person benötigen Sie eine Überweisung einer/s HNO-Ärztin/Arztes. Als Privatpatient mit Chefarztbehandlung entfällt die Notwendigkeit einer Überweisung.
Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Haus 28
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
D-23538 Lübeck
Telefon: +49 (0)451 500-42001
Telefax: +49 (0)451 500-42004
Website der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Dieses System bietet eine Alternative zu der konventionellen Hörgeräteversorgung, wenn z. Bsp. der Gehörgang fehlt, ein nässendes Ohr den Verschluss mit einem Ohrstück nicht zulässt oder eine Hörgeräteversorgung nicht erfolgreich ist. Wie funktioniert dieses System?
Prinzipiell kann man sagen, dass Mittelohrimplantate ‚Schwingsysteme’ sind, welche die Schwingung der im Mittelohr befindlichen Gehörknöchelchen verstärken. Die von den Mikrofonen des Audioprozessors aufgenommenen Signale werden auf das unter der Haut befindliche Implantat weitergeleitet. Es erfolgt die Umwandlung in mechanische Energie und Weiterleitung direkt in das Mittelohr zu dem Float Mass Transducer (FMT), der durch direkte Ankopplung an eines der Gehörknöchelchen die Schwingung verstärkt. Diese verstärkte Schwingung wird auf das Innenohr übertragen. Das Innenohr wandelt diese Signale in adäquate Reize für den Hörnnerven um, der die Information über verschiedene Schaltstationen zum Bereich des Hörens im Gehirn zur Entstehung des Höreindruckes weiterleitet.
Die akustische Situation ist sowohl nach dem individuellen Hörverlust als auch den individuellen Bedürfnissen des Patienten (z. Bsp. Hörprogramme wie Musik, geräuschvolle Umgebung etc.) programmierbar, um einen optimalen Ausgleich der Schwerhörigkeit zu ermöglichen und ein hohes Maß an Lebensqualität zurück zu gewinnen.
Es gibt Fälle, in welchen das Mittelohr bei der Schallübertragung ausfällt. Dies ist der Fall wenn z. Bsp. von Geburt an der äußere Gehörgang und/oder das Mittelohr nicht angelegt sind oder pathologische Prozesse (chronischen Entzündungen) mit Destruktion der Gehörknöchelchen vorliegen. In diesem Fall kann das Mittelohr überbrückt werden, indem das Innenohr direkt über den umgebenden Knochen stimuliert wird. Hierbei nehmen die Mikrofone des Audioprozessors den Schall über dem Ohr auf und leiten diesen an das Implantat unter der Haut weiter, welches diese akustische Information in mechanische Schwingungen umwandelt. Die Schwingungen werden auf den Knochen, von welchem das Innenohr umgeben ist, übertragen. Das Innenohr wandelt diese Signale in adäquate Reize für den Hörnerven um, der die Information über diverse Schaltstationen der Hörbahn zum Bereich des Hörens im Gehirn weiterleitet, um den Höreindruck entstehen zu lassen.
Die Arbeitsgruppe Mittelohr/angeborenes Immunsystem unter der Leitung von Frau Dr. med. Anke Leichtle erforscht die Rolle des angeborenen Immunsystems in akuter und chronischer Otitis Media, sowie im Cholesteatom. Dabei soll vor allem die Aktivierung intrazellulärer Signalkaskaden über spezifische Rezeptoren und Stimulationswege des angeborenen Immunsystems und ihre Produktion von proinflammatorischen Chemo/ Zytokinen untersucht werden und ihr Impakt auf das Krankheitsbild. Ziel des Projektes ist es, Mechanismen der „Pattern-Recognition“-TNF-Effektor-Signalkaskaden in Otitis Media zu charakterisieren und neue Therapiekonzepte zu entwickeln (näheres auf einer separaten Homepage der HNO-Klinik).
Über Mikrofone im Audioprozessor werden die Schallschwingungen aufgenommen. Das Signal wird digital nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten korrigiert und in elektrische Impulse umgewandelt. Diese elektrischen Impulse werden zunächst über eine auf der Haut mittels Magnet gehaltenen Spule weitergeleitet und von dieser auf das Implantat unter der Haut übertragen. Das Implantat übermittelt die Information an die in der Cochlea (Hörorgan) eingeführte Elektrodenspule. Diese elektrischen Impulse werden von dem Hörnerven aufgenommen und über diverse Schaltstationen der Hörbahn zum Bereich des Hörens im Gehirn weiterleitet, um den Höreindruck entstehen zu lassen.
Bildquellen: Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von MedEl