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Startseite > Forschung > FB IV - Rehabilitationsforschung > B-REHA – Befragung von Betriebs- und Werksärzten zur Bedeutung von Betrieblichem Eingliederungsmanagement und Rehabilitation in der betriebsärztlichen Tätigkeit

B-REHA – Befragung von Betriebs- und Werksärzten zur Bedeutung von Betrieblichem Eingliederungsmanagement und Rehabilitation in der betriebsärztlichen Tätigkeit

 

Fragestellung

Die Studie sollte die Bedeutung des betrieblichen Eingliederungsmanagements in der betriebsärztlichen Tätigkeit und die betriebsärztliche Beteiligung am Rehabilitationsprozess beschreiben sowie mögliche Determinanten einer solchen Beteiligung klären.

Hintergrund

Die Kooperation zwischen betriebsärztlicher und rehabilitativer Versorgung, wie sie im Sozialgesetzbuch IX und den gemeinsamen Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation angeregt wurde, wird in den kommenden Jahren aus wenigstens drei Gründen weiter an Bedeutung gewinnen.

Erstens gibt es offensichtliche Probleme beim Zugang zur medizinischen Rehabilitation: Etwa die Hälfte der späteren Erwerbsminderungsrentner hat im Vorfeld keine medizinische Rehabilitation erhalten. Hier greift also der Grundsatz „Rehabilitation vor Rente“ nicht.

Zweitens begrenzt sich die Idee des betrieblichen Eingliederungsmanagements selbst, wenn auf eine Verknüpfung betrieblicher Bemühungen mit vorhandenen rehabilitativen Versorgungsstrategien verzichtet wird.

Drittens braucht eine stärkere berufliche Orientierung der medizinischen Rehabilitation, wie sie von Rehabilitationsträgern gefordert wird, gute Kenntnis über den Arbeitsplatz und seine Anforderungen und einen Partner, der den Wiedereingliederungsprozess nach Abschluss der Rehabilitation direkt am Arbeitsplatz begleiten kann.

Randomisiert kontrollierte Studien zeigen, dass durch Arbeitsmediziner koordinierte rehabilitative Strategien für langzeitarbeitsunfähige Personen die Dauer bis zur Rückkehr an den Arbeitsplatz halbieren können. Die Schnittstelle zwischen betriebsärztlicher und rehabilitativer Versorgung ist jedoch, wie eine Übersichtsarbeit zeigt, durch unbefriedigende Kommunikation und Kooperation zwischen Rehabilitations- und Betriebsärzten, eine erhebliche zeitliche Distanz zwischen Abschluss der Rehabilitation und dem Erhalt von Rehabilitationsentlassungsberichten, qualitativen Mängeln von Rehabilitationsentlassungsberichten sowie geringer Präsenz von Betriebsärzten in kleinen und mittleren Unternehmen gekennzeichnet. Die Ursachen für die dargestellten Schnittstellenprobleme von betriebsärztlicher und rehabilitativer Versorgung standen bislang allerdings kaum im Fokus von Versorgungsforschung.

 

Methoden

Betriebsärztlich tätige Ärzte wurden 2015 bzw. 2016 in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg einmalig schriftlich befragt. Mit Hilfe von logistischen Regressionen wurde der Einfluss verschiedener Determinanten auf das betriebsärztliche Handeln vor, während und nach der Rehabilitation betreuter Arbeitnehmer geprüft.

Ergebnisse

In die Analyse wurden 297 Teilnehmende (47 % Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren eingeschlossen. Die befragten Betriebs- und Werksärzte waren im Mittel für 12 Unternehmen tätig. 70 % der Betriebsärzte hatten Beschäftigte bei der Beantragung einer medizinischen Rehabilitation unterstützt. Die Hälfte der Betriebsärzte hatte während der Rehabilitation eines Arbeitnehmers Kontakt zur Rehabilitationseinrichtung. 9 von 10 Betriebsärzten begleiteten Beschäftige nach der Rehabilitation bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Das unterstützende Handeln der Betriebsärzte im Zusammenhang mit Rehabilitation war signifikant größer, wenn Betriebsärzte sich mitverantwortlich für Rehabilitationsprozesse sahen, gut informiert waren und häufig am betrieblichen Eingliederungsmanagement beteiligt waren. 10 % der betriebsärztlichen Tätigkeit entfiel auf das betriebliche Eingliederungsmanagement.

Die fehlende Präzisierung gesetzlicher Vorgaben zur Erforderlichkeit der Einbeziehung des Betriebsarztes in das betriebliche Eingliederungsmanagement erscheint wenig plausibel. Eine Präzisierung gesetzlicher Vorgaben könnte die Schnittstelle zwischen betriebsärztlicher und rehabilitativer Versorgung befördern.

 

Laufzeit

01/2015-12/2016

Förderung

Sektionsmittel

Kooperation

Ärztekammer Schleswig-Holstein

Landesärztekammer Baden-Württemberg

Universitätsklinikum Tübingen, Institut Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung Tübingen

Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. Berufsverband deutscher Arbeitsmediziner

Ansprechpartner/-in

 

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Bild von Elke Peters
Dipl.-Gesw. Elke Peters
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon Lübeck: 0451 500-51215 | Fax: -51204

 

Publikationen

Peters E, Schwarz B, Glomm D, Kallenberg C, Voelter-Mahlknecht S, Rieger M, Bethge M. Betriebsärzte und Rehabilitation – Eine Querschnittsstudie zum betriebsärztlichen Handeln in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Rehabilitation 2017;56:321-7; doi:10.1055/s-0043-10213