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Startseite > Forschung > FB IV - Rehabilitationsforschung > EVA-MBOR – Evaluation der MBOR-Strategie der Deutschen Rentenversicherung Bund in der Orthopädie

EVA-MBOR – Evaluation der MBOR-Strategie der Deutschen Rentenversicherung Bund in der Orthopädie

Fragestellung

Die Studie überprüft die Wirksamkeit (Ergebnisqualität) der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) unter Realbedingungen. Sie untersucht zudem, ob die richtigen Personen eine MBOR erhalten (Zugangsqualität) und wie die MBOR durchgeführt wird (Prozessqualität).

Hintergrund

Mit der MBOR wurden in den vergangenen Jahren Rehabilitationsprogramme mit einem verstärktem Arbeits- und Berufsbezug in Diagnostik und Therapie entwickelt. Diese Rehabilitationsprogramme zielen darauf ab, die berufliche Teilhabe besonders stark beeinträchtigter Personen durch eine verstärkte Berücksichtigung individueller Arbeitsanforderungen und dafür erforderlicher Fähigkeiten zu verbessern.

Randomisierte kontrollierte Studien haben die Ergebnisse der MBOR mit denen der herkömmlichen medizinischen Rehabilitation (MR) verglichen und verbesserte berufliche Wiedereingliederungsraten zugunsten der MBOR bestätigen können. Diese Studien waren u. a. durch hohe Umsetzungsgenauigkeit und sorgfältig definierte Ein- und Ausschlusskriterien charakterisiert. In der Versorgungsroutine sind jedoch sowohl die Identifizierung der Zielgruppe als auch die Umsetzung der diagnostischen und therapeutischen Anforderungen noch immer herausfordernd. Neben des vorliegenden Nachweises der Wirksamkeit unter Studienbedingungen („efficacy“) der MBOR ist es daher wichtig, zu überprüfen, ob die Programme auch unter regulären Versorgungsbedingungen zu besseren Ergebnissen führen („effectiveness“).

Methoden

Eingeschlossen werden Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Bund mit bewilligter orthopädischer Rehabilitation. Daten werden mittels schriftlicher Befragung vor Beginn der Rehabilitation sowie drei und zehn Monate nach Rehabilitationsende erhoben. Ergänzend werden administrative Daten aus den Rehabilitations- und Versichertenkonten genutzt. Die Studie umfasst außerdem eine Einrichtungsbefragung der von der Deutschen Rentenversicherung Bund federführend belegten und eigenen orthopädischen Rehabilitationseinrichtungen (mit und ohne MBOR-Fachabteilung), eine retrospektive Analyse der vor und nach der Implementierung der MBOR von diesen Einrichtungen dokumentierten therapeutischen Leistungen, eine Dokumentenanalyse der MBOR-Konzepte der von der Deutschen Rentenversicherung Bund anerkannten MBOR-Fachabteilungen sowie einen Workshop mit ehemaligen Teilnehmern einer MBOR. Die Wirksamkeit der MBOR unter realen Versorgungsbedingungen wird mittels eines Propensity Score gematchten Vergleichs von MBOR und MR geprüft. Zusätzlich werden individuelle und einrichtungsbezogene Moderatoren der Wirksamkeit geprüft.

Studienregistrierung

Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00009780

Laufzeit

12/2015-03/2018

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

Kooperation

Deutsche Rentenversicherung Bund

Universität Würzburg, Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften

Ansprechpartner/-in

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Miriam Markus, M. Sc.
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon Lübeck: 0451-9299-5118

 

Publikation

Neuderth S, Schwarz B, Gerlich C, Schuler M, Markus M, Bethge M. Work-related medical rehabilitation in patients with musculoskeletal disorders: the protocol of a propensity score matched effectiveness study (EVA-WMR, DRKS00009780).BMC Public Health 2016;16:804; doi: 10.1186/s12889-016-3437-7.

 Markus M, Bethge M. Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation. RP Reha 2017;2:5-11

Bethge M, Markus M, Streibelt M, Gerlich C, Schuler M. Implementing the German model of work-related medical rehabilitation: Did the delivered dose of work-related treatment components increase? Arch Phys Med Rehabil; doi:10.1016/j.apmr.2018.06.018  (Article in press)