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EVA-AD - Evaluative Versorgungsforschung mit administrativen Daten: Wirksamkeit rehabilitativer Strategien

 

Fragestellung

Das Forschungsprojekt umfasste ein Bündel von Studien, das längsschnittliche administrative Daten nutzte, um die Wirksamkeit rehabilitativer Versorgungsleistungen zu bewerten.

Hintergrund

Die evaluative Versorgungsforschung von Rehabilitationsleistungen unterliegt erheblichen methodischen Limitationen. Insbesondere sind die vorliegenden Studien zur Wirksamkeit meist einarmig und erlauben keinen Vergleich.

Ziel der Untersuchungen waren Analysen zur absoluten und relativen Wirksamkeit verschiedener Strategien (stufenweise Wiedereingliederung; Nachsorgeleistungen; Teil- vs. Vollqualifizierungen; ambulante vs. stationäre Rehabilitation).

Methoden

Für die Analysen wurden Daten des Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung (FDZ-RV) genutzt. Die vom FDZ-RV zur Verfügung gestellten Scientifc Use Files ermöglichen interessierten Forschern den Zugang zu den von der Rentenversicherung produzierten administrativen Daten. Eine wesentliche zu lösende forschungsmethodische Herausforderung für evaluativ vergleichende Analysen bildete die eingeschränkte Vergleichbarkeit von Personen mit und ohne Leistungen bzw. von Teilnehmern verschiedener Leistungsarten. Um balancierte Stichproben zu generieren und valide Schätzungen der Behandlungseffekte zu ermitteln, wurde das Matching anhand von Propensity Scores erprobt.

Ergebnisse

Es wurden Analysen zur stufenweisen Wiedereingliederung, zu Nachsorgeleistungen sowie zum Vergleich von Teil- und Vollqualifizierungen und ambulanten und stationären medizinischen Rehabilitationsleistungen durchgeführt.

Die Studien konnten einen klaren Effekt der stufenweisen Wiedereingliederung auf Erwerbsminderungsrenten, Beschäftigung und Transferleistungsbezüge zeigen. Wir konnten in den primären Analysen keine Teilhabeeffekte der derzeitigen Nachsorge anzeigen, wenngleich sich in Subgruppenanalysen ein leichter Nutzen für stärker beeinträchtigte Personen zeigt. Diese bilden aber derzeit nicht die vorrangig erreichte Zielgruppe.

Der Vergleich von Teil- und Vollqualifizierungen zeigte bis zu fünf Jahren nach Beginn der Maßnahmen einen leichten Vorteil der Teilqualifizierung hinsichtlich des kumulierten Entgelts und von Transferleistungen. Der Vergleich ambulanter und stationärer medizinischer Rehabilitationsleistungen legte einen leichten Vorteil des ambulanten Settings nahe.

Die Studien zeigen einen Weg wie sich unter Nutzung administrativer Daten absolute oder relative Wirksamkeit rehabilitativer Versorgungsstrategien prüfen lassen. Die Studien haben robuste Schätzer für die langfristigen Teilhabeffekte verschiedener Strategien generiert. Die Effektschätzer sind unverzerrt für die zur Balancierung berücksichtigten administrativen Daten. Allerdings sind Verzerrungen aufgrund nicht erfasster Heterogenität möglich. Um das Risiko verzerrter Schätzungen zu reduzieren, wäre eine Verknüpfung von administrativen Daten und von Befragungsdaten hilfreich.

Laufzeit

06/2014-12/2017

Förderung

Sektionsmittel

Kooperationen

Forschungsdatenzentrum der Rentenversicherung

Ansprechpartner/-in

 

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Publikation

Bethge M, Streibelt M. Sind Vollqualifizierungen wirklich besser als Teilqualifizierungen?
Ergebnisse einer Propensity Score gematchten Analyse. Rehabilitation 2015;54:389-95; doi:10.1055/s-0041-108682

Bethge M. Effects of graded return-to-work: a propensity-score-matched analysis. Scand J Work Environ Health 2016;42:273-9; doi:10.5271/sjweh.3562

Fechtner S, Bethge M. Ambulant vs. stationär durchgeführte Rehabilitationen: Ergebnisse einer Propensity Score gematchten Analyse. Rehabilitation 2017;56:372-8; doi: 10.1055/s-0043-111621

Fechtner S, Bethge M. Effects of rehabilitation aftercare on work participation in patients with musculoskeletal disorders: a propensity score-matched analysis. Int J Rehabil Res 2018;41:74-80; doi:10.1097/MRR.0000000000000268