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Was ist Endokrinologie? Was sind Hormone?

Endokrinologie im engeren Sinne ist die Lehre von den Hormonstörungen. Sie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin; das Wort leitet sich ab vom griechischen ("innen") und ( entscheiden, abscheiden"). Man will damit zum Ausdruck bringen, dass die endokrinen Drüsen ihr Hormon direkt (und nicht wie die exokrinen Drüsen über einen Ausführungsgang) in die Blutbahn abgeben. Eine solche endokrine Drüse ist zum Beispiel die Schilddrüse.

Als Beginn der klassischen Endokrinologie wird ein berühmtes Experiment von Professor Arnold Adolph Bertold (1803 - 1861) angesehen, der 1849 an der Universität Göttingen durch Kastration von Hähnen und Wiedereinpflanzung des Hodengewebes in die Bauchhöhle das Prinzip einer Hormonwirkung demonstrieren konnte. Er fand heraus, dass kastrierte Hähne durch Wiedereinpflanzung von Hodengewebe ihr verlorenes männliches Äußeres und männliche Verhaltensweisen wiedererlangten. Da das implantierte Hodengewebe nicht mehr durch Nerven versorgt war, schloss Bertold korrekt aus seinen Bobachtungen, dass diese Effekt durch Stoffe ermöglicht werden müsse, die direkt in das Blut abgegeben werden. Schon 1889 gab es ein Beispiel angewandter Endokrinologie: Der 72jährige Medizinprofessor Charles Edourd Brown-Sequard teilte am 1.Juni im Rahmen einer Sitzung der französischen Biologischen Gesellschaft in Paris mit, er habe einen Jungbrunnen entdeckt. Er habe sich mehrere Male einen Extrakt aus Hunde- und Meerschweinchenhoden gespritzt und fühle sich seither körperlich kräftiger und geistig frischer. "Anti-Aging" durch Hormone war also offenbar damals schon ein Thema, das man zwar offen, aber mit der notwendigen Fachkenntnis und gebotenen Vorsicht angehen sollte.

Die wichtigsten Hormondrüsen und ihre Produkte sind in der unten angefügten Tabelle 1 aufgelistet.

In den letzten Jahrzehnten hat sich herausgestellt, dass das endokrine System weitaus umfangreicher ist und praktisch in jedem Organ hormonelle Vorgänge zum Tragen kommen. Besonders deutlich wird das am Beispiel des Fettgewebes, das man inzwischen als größtes endokrines Organ erkannt hat und das mit seinen hormonellen Sekretion für die Entscheidung bestimmter Diabetesformen eine entscheidende Rolle spielt. Auch im Magendarm-Trakt (Gastrointestinaltrakt) werden zahlreiche wichtige Hormone gebildet, die den Fett-, Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel beeinflussen. Auch die faszinierenden Interaktionen des endokrinen mit dem Immunsystem werden uns in den nächsten Jahren beschäftigen und zu einem neuen Verständnis der Anpassung an Stress führen. Das Themenspektrum der Endokrinologie hat sich also in den letzten Jahren erheblich erweitert und die Bedeutung endokrinologischer Fragestellungen wird in Zukunft eher zu- als abnehmen.

 

Drüse Hormon Funktion
Hypothalamus TRH (Thyreotropin-
Releasinghormon)
Signal an die Hypophyse zur Bildung von TSH (-> Schilddrüsenfunktion)
  CRH (Corticotropin-
Releasinghormon),
Signal an die Hypophyse zur Bildung von ACTH (-> Nebennierenrindenfunktion)
  GnRH (Gonadotropin-
Releasinghormon,
Gonadoliberin)
Signal an die Hypophyse zur Bildung von LH und FSH (->Keimdrüsenfunktion)
  GHRH (Growth hormone-
Releasinghormon)
Signal an die Hypophyse zur Bildung von Wachstumshormon (GH)
  Somatostatin Hemmung der Bildung von Wachstumshormon (GH)
Hypophyse
(Hirnanhangsdrüse),
Vorderlappen:
Prolaktin (PRL) Wachstum der weibl. Brustdrüse zur Vorbereitung des Stillens
  FSH (follikelstimulierendes
Hormon)
Bei der Frau: Bildung von Östrogen und Reifung der Eizellen im Eierstock. Beim Mann: Spermatagenese (Samenbildung)
  LH (luteinisierendes
Hormon)
Bei der Frau: Eireifung, Eisprung, Bildung des Gelbkörpers. Beim Mann: Spermienreifung, Bildung von Testosteron aus den Leydig- Zwischenzellen des Hodens.
  Wachstumshormon (growth
hormone, GH)

Beim Kind und Jugendlichen: Längenwachstum
Beim Erwachsenen: Einfluß auf Fettstoffwechsel, Muskelmasse, Knochemasse, psychisches Wohlbefinden und anderes.

  Adrenocortiocotropes
Hormon (ACTH)
Stimulierung der Nebennierenrinde (s.u.)
  Thyreoidea-stimulierendes
Hormon (TSH)
Stimulierung der Schilddrüse (s.u.)
Hypophyse
(Hirnanhangsdrüse),
Hinterlappen:
Adiuretin (ADH) Regulierung des Wasserhaushalts (Verringerung der ausgeschiedenen Urinmenge)
  Oxytocin Auslösung von Wehen und Milcheinschuss nach der Geburt.
Epiphyse Melatonin Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus
Schilddrüse Thyroxin (T4), Trijodthyronin
(T3), Calcitonin
(parafollikuläre Zellen)
Die Wirkung und Zielorgane sind vielfältig: Schilddrüsenhormone Herz/Kreislauf (z.B. Erhöhung der Herzfrequenz, Glukose- und Fettstoffwechsel, Darmmotorik, Nervensystem. Mangel an Schilddrüsenhormon im Mutterleib oder in den ersten Lebensmonaten kann zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen führen. Calcitonin hat eine Funktion in der Steuerung der Calciumkonzentration
Nebenschilddrüsen Parathormon Regulierung von Kalzium- und Phosphatstoffwechsel
Pankreas
(Bauchspeicheldrüse)
Insulin, Glucagon Regulierung von Zucker- und Fettstoffwechsel
Ovarien (Eierstöcke) Östrogene, Gestagene Vielfältige Funktionen im Zusammenhang mit Fortpflanzung, Sexualität und weiteren Funktionen, z.B. Verhinderung von Knochenabbau
Hoden Testosteron Vielfältige Funktionen im Zusammenhang mit Fortpflanzung, Sexualität und weiteren Funktionen.
Nebennierenrinde Cortisol, Aldosteron,
Vorstufen des männlichen
Geschlechtshormons
Testosteron (DHEAS,
Androstendion)
Wirkungen auf den Zuckerund Mineralstoffhaushalt, Anpassung an Stress, Regulierung des zirkulierenden Blutvolumens und viele andere Funktionen
Nebennierenmark Adrenalin, Noradrenalin Aufrechterhaltung eines ausreichenden Blutdrucks, Anpassung an akuten Stress ("fight and flight-Hormon") Blutdruckerhöhung, vielfältige andere Funktionen

Welche endokrinologischen Krankheiten werden in unserem Zentrum behandelt?

  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Nebenschilddrüsenerkrankungen (Hyperparathyreoidismus)
  • Akromegalie (übermäßig große (End-)Gliedmaßen) und Riesenwuchs
  • Cushing-Syndrom = Überproduktion an Cortisol
  • Hormoninaktive Hypophysentumoren
  • Kraniopharyngeome
  • Unterfunktionszustände, angeboren, nach Operationen oder Entzündungen
  • Prolaktinome (Prolaktin-produzierende Tumoren der Hirnanhangsdrüse)
  • Diabetes insipidus = Wasserruhr
  • Conn-Syndrom = Überproduktion an Aldosteron, dem "Salzhormon"
  • Morbus Addison = Mangel an Nebennierenrindenhormonen Adrenogenitales Syndrom = Vermännlichung der primären Geschlechtsmerkmale bei Frauen
  • Unterzuckerungszustände z. B. bei Insulinom (Insulin-produzierender Tumor der Bauchspeicheldrüse)
  • Phäochromozytom (Adrenalin-produzierender Tumor der Nebenniere)
  • Überschuss oder Mangel an Sexualhormonen (zum Beispiel männlicher Behaarungstyp bei Frauen [=Hirsutismus], Ausbildung einer weiblichen Brust bei Männern [Gynäkomastie]
  • Angeborene Stoffwechselerkrankungen (z. B. Porphyrie)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Adipositas (Fettsucht)