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Raumforderungen der Bauchspeicheldrüse

Gerade die Raumforderungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse stellen eine hohe diagnostische aber auch therapeutische Herausforderung dar (Arlt, Ellrichmann et al., 2013).

Zum einen ist aus ungeklärter Ursache die absolute Häufigkeit der Raumforderungen zunehmend, so daß davon ausgegangen wird, daß das Pankreaskarzinom im Jahre 2020 die  zweithäufigste Ursache krebsbedingter Todesfälle darstellt (Rahib, Smith et al., 2014). Zum anderen wird mit zunehmender Häufigkeit eine Raumforderung des Pankreas durch die immer höhere Qualität aber auch Frequenz in der Durchführung der bildgebenden Verfahren (CT, MRT und hochqualitative Sonographie) gestellt. Hierbei handelt es sich sowohl um zystische als auch solide Raumforderungen.

Bei soliden Raumforderungen ist primär der Ausschluss eines Adenokarzinoms zu erbringen und im Zweifelsfall besteht hier bei Verdacht auf ein Malignom auch ohne eine histologische und zytologische Sicherung die Empfehlung zur einer operativen Therapie. Differentialdiagnosen zum Adenokarzinom stellen vor allem neuroendokrine Tumoren und eine (fokale/Autoimmun-) Pankreatitis dar (für eine Übersicht zu diesem Thema (Arlt et al., 2013)). Eine Abgrenzung zum Adenokarzinom ist entscheidend um eine Übertherapie zu vermeiden. Eine verschleppte oder falsch negative Diagnostik kann allerdings eine potentiell kurative Operation verzögern und damit fatale Folgen für den Patienten haben. Diese Rahmenbedingungen berücksichtigend, gibt eine aktuelle Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Pankreaskarzinoms der Deutschen Gesellschaft für Verdauungsmedizin (Seufferlein, Porzner et al., 2013) die in die diagnostischen Allgorithmen des UKSH eingebunden wurde und Grundlage für die Zertifizierung des UKSH als Pankreaskarzinomzentrum war. Für neurodendokrine Tumoren besteht seit Jahren eine national ausgewiesene Expertise durch die etablierte Sprechstunde von Prof. Mönig. Neben den soliden Raumforderungen werden zunehmend zystische Raumforderungen diagnostiziert. Anders als bei den soliden Raumforderungen ist die Differentialdiagnostik hier deutlich komplexer und selbst im Fall der Diagnose einer potentiell malignen Intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie des Pankreas ist das weitere Vorgehen nur zu Teilen etabliert, da das Verhalten der Tumoren schwerer vorhersagbar ist (Budde, Beyer et al., 2015, Goh, 2015, Kurahara, Maemura et al., 2015, Marchegiani, Mino-Kenudson et al., 2015, Sultana, Jackson et al., 2015). Gerade bei den zystischen Raumforderungen aber auch unklarer soliden Tumoren ist daher die Interaktion zwischen Gastroenterologen, Chirurgen und Radiologen essentiell für die Diagnostik und ggf. chirurgische Therapieplanung. Durch die Schaffung einer Anlaufstelle durch die interdisziplinäre Pankreas-Ambulanz werden die beteiligten Fachbereiche koordiniert und im Fall einer nachgewiesenen malignen Erkrankung oder bei hohem Verdacht auf ein Malignom erhält der Patient eine Empfehlung des etablierten Tumorboards und eine Anbindung an die chirurgischen oder onkologischen Partner. Sollte eine potentiell kurativ resektable maligne Erkrankung vorliegen bietet der Standort Kiel eine exzellente national und international ausgewiesene Expertise für minimal-invasive Chirurgische Eingriffe. Hierbei wird zum Teil auf das „DaVinci-System“ zurückgegriffen (Egberts, Aselmann et al., 2014). Die hohe Expertise und Vorreiterstellung des Standortes Kiel in diesem Bereich wurde unlängst durch die Auszeichnung des Beitrags von Herrn Dr. Aselmann "Die Roboter assistierte, pylorus erhaltende partielle Duodenopankreatektomie nach Kausch-Whipple" auf der Wintertagung der Norddeutschen Chirurgen 2015 hervorgehoben. Durch die Verwendung dieses Operationsrobotors aber auch durch die hohe Expertise des Standortes für die etablierten operativen Techniken kann durch eine auf der einen Seite radikale onkologische Resektion auf der anderen Seite eine hohe Lebensqualität perioperativ aber auch in Langzeitverlauf erreicht werden.

In der Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin II unter der Leitung von Herrn Prof. Kneba erfolgt die onkologische Betreuung der Patienten, wie im Tumorboard Beschluss empfohlen.

Literatur

  • Arlt A, Ellrichmann M, Schreiber S, Monig H (2013) [Diagnosis and differential diagnosis of panceatic lesions]. Dtsch Med Wochenschr 138: 2539-42

  • Rahib L, Smith BD, Aizenberg R, Rosenzweig AB, Fleshman JM, Matrisian LM (2014) Projecting Cancer Incidence and Deaths to 2030: The Unexpected Burden of Thyroid, Liver, and Pancreas Cancers in the United States. Cancer Res 74: 2913-2921

  • Seufferlein T, Porzner M, Becker T, Budach V, Ceyhan G, Esposito I, Fietkau R, Follmann M, Friess H, Galle P, Geissler M, Glanemann M, Gress T, Heinemann V, Hohenberger W, Hopt U, Izbicki J, Klar E, Kleeff J, Kopp I et al. (2013) [S3-guideline exocrine pancreatic cancer]. Z Gastroenterol 51: 1395-440

  • Budde C, Beyer G, Kuhn JP, Lerch MM, Mayerle J (2015) The Clinical and Socio-Economic Relevance of Increased IPMN Detection Rates and Management Choices. Viszeralmedizin 31: 47-52

  • Goh BK (2015) Sendai Consensus Guidelines for Branch-duct IPMN: Guidelines Are Just Guidelines. Ann Surg 262: e65
  • Kurahara H, Maemura K, Mataki Y, Sakoda M, Iino S, Kijima Y, Ishigami S, Ueno S, Shinchi H, Natsugoe S (2015) Predictors of early stages of histological progression of branch duct IPMN. Langenbeck's archives of surgery / Deutsche Gesellschaft fur Chirurgie 400: 49-56

  • Marchegiani G, Mino-Kenudson M, Sahora K, Morales-Oyarvide V, Thayer S, Ferrone C, Warshaw AL, Lillemoe KD, Fernandez-Del Castillo C (2015) IPMN involving the main pancreatic duct: biology, epidemiology, and long-term outcomes following resection. Ann Surg 261: 976-83
  • Sultana A, Jackson R, Tim G, Bostock E, Psarelli EE, Cox TF, Sutton R, Ghaneh P, Raraty MG, Neoptolemos JP, Halloran CM (2015) What Is the Best Way to Identify Malignant Transformation Within Pancreatic IPMN: A Systematic Review and Meta-Analyses. Clinical and translational gastroenterology 6: e130x
  • Egberts JH, Aselmann H, Schafmayer C, Junemann KP, Becker T (2014) [Robotic-assisted minimally invasive abdominothoracal oesophageal resection with intrathoracic anastomosis]. Zentralbl Chir 139: 20-1