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Dialyse

In der gesunden Niere werden täglich 150–180 Liter Primärharn in den Glomeruli gebildet. In einem Röhrensystem aus Harnkanälchen, dem Tubulusapparat, erfolgen ein komplexer Stofftransport und die Aufbereitung des Harns, so dass letztendlich eine Harnmenge von 1 bis 2,5 Liter am Tag ausgeschieden wird.

Die gesunde Niere dient damit neben der Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen zur Entgiftung auch der Konstanthaltung des Wasser- und Salzhaushalts sowie der Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper. Darüberhinaus besitzt die Niere eine wichtige Bedeutung für die Blutbildung durch Produktion des Hormons Erythropoietin und für den Knochenstoffwechsel durch Bildung von aktivem Vitamin D und Einfluss auf den Kalzium-Phosphatstoffwechsel.

Die kranke Niere kann diese zum Teil lebenswichtigen Funktionen nicht mehr oder zumindest nur noch teilweise übernehmen. Diese Funktionen können heute glücklicherweise durch sog. Nierenersatzverfahren übernommen werden. Die gängigen Methoden sind die maschinelle Therapie (Hämodialyse, Hämodiafiltration), die Dialyse über das Bauchfell (Peritonealdialyse) und die Transplantation einer menschlichen Niere. Alle Verfahren werden in unserer Abteilung angeboten. Die Dialyse ist eine lebensrettende Maßnahme für unsere Patienten mit dem Ziel eine höchstmögliche Lebensqualität zu erhalten oder wieder herzustellen.

Im Jahr 2006 waren in Deutschland ca. 92.000 Menschen auf eine Nierenersatztherapie angewiesen: 69 % dieser Patienten wurden mit Hämodialyseverfahren und 3,5 % mittels Peritonealdialyse behandelt. Bei 27,5 % der Patienten wurde die Nierenfunktion physiologisch durch ein Nierentransplantat übernommen. Dennoch konnten im Jahr 2006 nur ca. 2.700 Patienten neu transplantiert werden; hingegen wurden allein in Deutschland im Jahr 2006 ca. 17.500 Patienten neu in das Dialyseprogramm aufgenommen. Die Wartezeit bis zum Erhalt eines Transplantates kann also meist nur durch maschinelle Verfahren überbrückt werden. Die Dialyse ermöglicht demnach vielen Patienten das Weiterleben bis zum Erhalt eines Transplantats. Heute werden die maschinellen Verfahren schonend durchgeführt und sind daher für die Patienten sehr verträglich.

Räumlichkeiten

In unserer Akut-Dialysestation stehen 14 Behandlungsplätze zur Verfügung. Den Patienten steht an allen Plätzen WLAN für einen Internetzugang und auf Wunsch ein Fernsehgerät zur Verfügung. Im Bedarfsfall können die Patienten mit einem Monitor medizinisch überwacht werden. Die direkte Nähe zu den Intensivstationen in unserem Haus der Maximalversorgung garantiert die optimale medizinische Versorgung auch in lebensbedrohlichen Situationen.

In unmittelbarer räumlicher Nähe stehen moderne Verfahren wie Duplexsonografie und Angiografie zur Darstellung der Dialysezugänge (Shunts) zur Verfügung. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der interventionellen Radiologie des Klinikums, so dass im Falle eines Shunt-Verschlusses häufig die direkte Wiedereröffnung mittels radiologischer Techniken gelingt. Eine enge Kooperation mit der Klinik für Chirurgie gewährleistet weiterhin die optimale Versorgung bei operationsbedürftigen gefäßchirurgischen Problemen.

Leistungsspektrum

Im Jahr betreuen wir Patienten bei ca. 6.000 Behandlungen im Funktionsbereich Dialyse. Desweiteren betreuen wir täglich konsiliarisch dialysepflichtige Patienten auf allen Intensivstationen des Campus Lübeck. Alle modernen Dialyseverfahren werden in unserem Haus nach gängigen Qualitätsstandards und aktuell geltenden Richtlinien durchgeführt. Die Dialysebehandlung von Patienten mit infektiologischen Problemen (infektiösen Hepatitiden; MRSA-Besiedlung und Infektion mit multiresistenten Keimen) erfolgt nach hygienischen Standards in getrennten Räumen. Täglich werden Dialysekatheter und zentrale Venenzugänge nach standardisierten Arbeitsabläufen in unserer Abteilung angelegt.

Mit 100–150 Immunadsorptionen pro Jahr sind wir über die letzten Jahre ein nationales Zentrum für dieses moderne Therapieverfahren geworden. In enger Kooperation mit der Klinik für Dermatologie übernehmen wir beispielsweise die maschinelle Therapie zur Entfernung von Antikörpern bei blasenbildenden Hauterkrankungen. Auch im Rahmen ABO-inkompatibler Nierentransplantationen findet dieses Verfahren Anwendung. Plasmaseparationen zur Entfernung von (Auto-) Antikörpern werden zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen – auch in langjähriger Kooperation mit der Rheumaklinik Bad Bramstedt – und im Bereich der Nierentransplantation zur Therapie bzw. Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen eingesetzt.

Unser Team ist von Montag bis Freitag in 2 Schichten und am Samstag in 1 Schicht im Einsatz. Ein nephrologischer Rufdienst steht Ihnen 24 h an allen Tagen der Woche für Notfalldialysen und Transplantationen zur Verfügung. Hierbei gewährleistet die direkte Betreuung durch den diensthabenden Nephrologen eine optimale medizinische Versorgung ohne Informationsverlust.

Kontakt

Täglich sind wir während der Arbeitszeit telefonisch für Sie zu erreichen:
Tel.: 0451 500-44310 oder 0451 500-44315
Fax: 0451 500-44316

In Notfällen steht Ihnen jederzeit ein nephrologischer Rufdienst mit der Möglichkeit einer Notfalldialyse über die Notaufnahme des Klinikums (Tel. 0451 500-47000) oder das interdisziplinäre Transplantationszentrum (Tel. 0451 500-40481) zur Verfügung.

Postadresse (Anschrift)
Funktionsbereich Dialyse
Medizinische Klinik I
UKSH – Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
D-23538 Lübeck