Entzündungsprozesse spielen bei zahlreichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine zentrale Rolle, von der Atherosklerose bis zur infektiösen Endokarditis. Zwei junge Wissenschaftler aus der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wurden nun für ihre Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die immunologische Mechanismen in den Blick nehmen und dabei neue Perspektiven für Diagnostik und Krankheitsverständnis eröffnen.
Berkin Ersoy, Arzt in Weiterbildung an der Medizinischen Klinik II und Doktorand am Institut für Kardiogenetik unter der Betreuung von Prof. Dr. Tanja Zeller, erhielt beim Nord Retreat des Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) einen Poster Award für seine Arbeit „CRIP1 alters macrophage polarization and foam cell formation“. Das Projekt untersucht, wie CRIP1 die Aktivierung und Polarisierung von Makrophagen sowie die Bildung sogenannter Schaumzellen beeinflusst. Diese Prozesse sind wesentlich an vaskulärer Entzündung und der Entstehung atherosklerotischer Gefäßveränderungen beteiligt und könnten den Weg für neue Therapieansätze eröffnen.
Auch Finn Birkenheier, Doktorand an der Medizinischen Klinik II in der Nachwuchsgruppe von Dr. Elias Rawish, wurde mehrfach ausgezeichnet. Für seine Arbeit „A complement receptor signature for infective endocarditis“ erhielt er einen Vortragspreis im Rahmen des Nord DZHK Retreats. Darüber hinaus wurde Finn Birkenheier auf der 18. Internationalen Konferenz zu Komplement-Therapeutika in Sissi, Griechenland mit einem Trainee Award ausgezeichnet. Sein Promotionsprojekt untersucht charakteristische Muster von Komplementrezeptoren bei infektiöser Endokarditis und verfolgt das Ziel, neue Biomarker zu identifizieren, die künftig zu einer verbesserten Diagnostik und präziseren Risikostratifizierung dieser potenziell schwerwiegenden Erkrankung beitragen könnten.
„Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, wie stark sich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an unserem Standort bereits in komplexe molekulare und translationale Fragestellungen einbringen“, sagt Prof. Dr. Ingo Eitel, Doktorvater von Herrn Birkenheier und Direktor der Medizinischen Klinik II. „Berkin Ersoy und Finn Birkenheier bearbeiten Themen, die für das Verständnis kardiovaskulärer Entzündungsprozesse von großer Bedeutung sind. Besonders erfreulich ist, dass beide Projekte nicht nur mechanistische Erkenntnisse liefern, sondern auch Anknüpfungspunkte für zukünftige diagnostische und therapeutische Entwicklungen bieten.“
Die Auszeichnungen spiegeln die enge Verzahnung von klinischer Kardiologie, kardiovaskulärer Grundlagenforschung und interdisziplinärer Zusammenarbeit am Standort Lübeck wider. Sie unterstreichen zugleich die Bedeutung strukturierter wissenschaftlicher Förderung junger Ärztinnen, Ärzte und Promovierender für die Weiterentwicklung der Herz-Kreislauf-Medizin.
