Strukturelle Herzerkrankungen

Liebe Patientinnen und Patienten,

unter dem Begriff der „strukturellen Herzerkrankungen“ werden alle Erkrankungen des Herzens zusammengefasst, die einen Defekt an den Herzklappen oder den Herzwänden aufweisen.

Die Herzklappen, die eine Ventilfunktion im Herzen einnehmen und somit den Blutfluss für die Lunge und den gesamten Kreislauf steuern, können sich im Laufe des Lebens langsam verändern. Neben langsam (chronisch) entstehenden Veränderungen  können auch  plötzliche akute Schädigungen, z.B. infolge einer Entzündung oder eines Abrisses von Teilen der Herzklappen, zu einer Fehlfunktion der Ventilfunktion der Herzklappen führen. Die Folge ist jeweils häufig eine Verengung oder Undichtigkeit einer Herzklappe. Diese führt nicht selten zu folgenden Beschwerden, wie Luftnot, Wassereinlagerungen in die Beine (sog. Beinödeme), reduzierte Belastbarkeit oder auch Brustschmerzen.

Sollte bei Ihnen bereits eine Herzklappenerkrankung bekannt sein oder sollten Sie Beschwerden haben, stehen wir gerne als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Einerseits können Sie sich bei Auftreten von akuten Beschwerden jederzeit bei uns vorstellen, anderseits können Sie uns auch gerne Ihre bisherigen Unterlagen und Untersuchungsergebnisse zukommen lassen und unsere ausgewiesenen Experten werden sich nach Sichtung Ihrer Unterlagen mit Ihnen in Verbindung setzen.  Alle Patientinnen und Patienten mit einer relevanten Herzklappenerkrankung werden bei uns in einem interdisziplinären Herzteam hinsichtlich der besten Therapieoption besprochen. Diese Konferenz findet bei uns 3x pro Woche statt und besteht mindestens aus einem Facharzt für Kardiologie, einem Facharzt für Herzchirurgie und einem Facharzt für Anästhesie mit ausgewiesener Erfahrung in der Herzmedizin und insbesondere der Herzklappentherapie.

Unsere Abteilung hat sich auf die katheterbasierte Therapie von Herzklappenfehlern spezialisiert. Wir verfügen in diesem Bereich über eine langjährige hohe Expertise und sind eines der führenden Zentren in Deutschland. Unsere Patienten mit einer Herzklappenerkrankung werden auf einer spezialisierten Herzklappenstation (Heart Valve Unit) von unseren Ärzten und Pflegekräften betreut.

Folgende Krankheitsbilder werden regelhaft in unserer Klinik mittels verschiedener Katheterverfahren behandelt:

Krankheitsbilder

Aortenklappenstenose

Abb.: Schematische Darstellung einer kathetergestützten Aortenklappenimplantation (TAVI)

Die Aortenklappenstenose ist eine Verengung der Aortenklappe. Diese Klappe sitzt zwischen der linken Herzkammer, welche für die Pumpleistung des Herzens und somit des gesamten Kreislaufes zuständig ist, und der Aorta (große Hauptschlagader). In ihrer physiologischen Funktion öffnet die Klappe mit einer Öffnungsfläche von ca. 2,5-3,5 cm². Bei einer hochgradigen Aortenklappenstenose öffnet die Klappe nur noch weniger als 1cm².
Eine Aortenklappenstenose entsteht häufig im Alter (meist ab dem siebten und achten Lebensjahrzehnt) durch einen degenerativen Umbau des Gewebes. Die Erkrankung weist typischerweise einen langen symptomfreien Verlauf auf, jedoch beim Auftreten von Symptomen, kommt es zu einer schnellen Verschlechterung des körperlichen Zustandes und auch der Lebenserwartung. Ein plötzlicher Herztod oder auch das Entstehen einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) können auftreten.

Typische Symptome der Aortenklappenstenose sind dabei Luftnot, vor allem unter Belastung, belastungsabhängiger Brustschmerz (Angina pectoris) und Ohnmachtsanfälle, sogenannte Synkopen, oder Schwindel.

Sofern eine symptomatische hochgradige Aortenklappenstenose vorliegt sollte diese auch therapiert werden. Zur Therapie der hochgradigen symptomatischen Aortenklappenstenose stehen heute zwei Verfahren zur Verfügung. Neben dem konventionellen chirurgischen Ersatz der Aortenklappe (AKE)  unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine, steht auch die kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI)  zur Verfügung. Ursprünglich als Alternative für Patientinnen und Patienten mit zu hohem Risiko für eine chirurgische Herzklappenoperation entwickelt, stellt sie heute auch eine therapeutische Option für Patienten mit niedrigerem Risiko dar.

Jede Patientin und jeder Patient werden individuell mit allen relevanten Vorerkrankungen und nach Abschluss der gesamten Diagnostik in unserem interdisziplinären Herzteam (Spezialisten aus der Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie) vorgestellt und besprochen, um dann im Team die beste Behandlungsoption für jeden Patienten festzulegen und diese unseren Patientinnen und Patienten anzubieten.

Mitralklappeninsuffizienz

Abb. 1: Darstellung einer Mitralklappeninsuffizienz in der Schluckultraschalluntersuchung (transösophageale Echokardiographie

Die Mitralklappeninsuffizienz beschreibt eine Undichtigkeit der Mitralklappe, also jener Herzklappe, die sich zwischen linkem Vorhof und der linken Herzkammer befindet. Die Mitralklappe ist in ihrem Aufbau komplexer als andere Herzklappen und besteht aus zwei Segelanteilen, sowie einem Klappenring und Fäden, die zur linken Herzkammer ziehen (Sehnenfäden). Verschiedene Strukturen können durch einen Umbau sich verändern und eine Undichtigkeit der Mitralklappe verursachen. Diese Umbauten sind dann auch Angriffspunkte für unterschiedliche Therapieoptionen. Bei einer intakten Mitralklappe berühren sich die zwei Segel und nehmen somit ihre Ventilfunktion wahr, indem sie nur den Blutstrom in eine Richtung erlauben. Die Mitralklappeninsuffizienz zählt zusammen mit der Aortenklappenstenose zu den häufigsten Herzklappenfehlern überhaupt. Durch den Rückstrom des Blutes über die undichte Herzklappe in die falsche Richtung kommt es zu einer Blutstauung in der Lunge.

Symptome wie Atemnot, welche sich vor allem bei körperlicher Anstrengung oder im Liegen verschlechtert oder auch Schwellung der Unterschenkel und Knöchel können auftreten. Außerdem pumpt das Herz dadurch zu wenig Blut in den Körperkreislauf, so dass die Organe des Körpers schlechter durchblutet werden. Allgemeine Schwäche und Leistungseinschränkung sind die Folge bis hin zu Funktionsbeeinträchtigungen der einzelnen Organe. Am Herz selbst bildet sich durch den Rückstrom von Blut über die undichte Herzklappe eine Dehnung und Vergrößerung der Herzhöhlen und schließlich eine Einschränkung der Pumpleistung aus. Auch Herzrhythmusstörungen, vor allem Vorhofflimmern, können als Folge auftreten.

Symptome wie Atemnot, welche sich vor allem bei körperlicher Anstrengung oder im Liegen verschlechtert oder auch Schwellung der Unterschenkel und Knöchel können auftreten. Außerdem pumpt das Herz dadurch zu wenig Blut in den Körperkreislauf, so dass die Organe des Körpers schlechter durchblutet werden. Allgemeine Schwäche und Leistungseinschränkung sind die Folge bis hin zu Funktionsbeeinträchtigungen der einzelnen Organe. Am Herz selbst bildet sich durch den Rückstrom von Blut über die undichte Herzklappe eine Dehnung und Vergrößerung der Herzhöhlen und schließlich eine Einschränkung der Pumpleistung aus. Auch Herzrhythmusstörungen, vor allem Vorhofflimmern, können als Folge auftreten.

Bei einer hochgradig undichten Mitralklappe gibt es verschiedene Behandlungsoptionen. Zum einen ist eine chirurgische Rekonstruktion oder ein chirurgischer Ersatz der Klappe möglich. Allerdings ist dies eine große Operation, welche am offenen und stillgelegten Herzen an der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden muss. Sie birgt mit zunehmendem Lebensalter oder bei Begleiterkrankungen weiterer Organsysteme ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für den Patienten. Man weiß heute, dass auch Patienten, die neben der undichten Herzklappe eine stark eingeschränkte Pumpleistung des Herzens haben, von diesem Eingriff profitieren. Gerade ältere Patienten können aus diesem Grund häufig nicht an der Herzklappe operiert werden. Die Möglichkeit, die undichte Mitralklappe über einen Katheter zu behandeln, hat sich in den letzten Jahren durch innovative Therapiemöglichkeiten deutlich verbessert. Die katheterbasierte Mitralklappenreparatur der undichten Mitralklappe beruht darauf, die Segel miteinander zu verbinden und so die Herzklappe wieder abzudichten.  

Abb. 2: Darstellung eines 3-D Ultraschallbildes nach erfolgter MitraClip Therapie

Hierfür wird eine kleine Metallklammer über einen steuerbaren Katheter so an der Mitralklappe verankert, dass er – ähnlich wie eine Wäscheklammer – die beiden Segel erfasst. Heutzutage gibt es hierfür zwei Systeme: das MitraClip®-System  (Firma Abbott) und das Pascal®-System  (Edwards). Weitere kathetergestützte Angriffspunkte sind eine Raffung des Mitralklappenringes (Mitralklappenanuloplastie) mit dem Cardioband®-Systems (Edwards). Zudem stehen uns hier am UKSH, Campus Lübeck, aufgrund der großen Expertise in der Herzklappentherapie neue Systeme für einen kathetergestützten Mitralklappenersatz  im Rahmen von Studien zur Verfügung.
Jede Patientin und jeder Patient werden individuell mit allen relevanten Vorerkrankungen und nach Abschluss der gesamten Diagnostik in unserem interdisziplinären Herzteam (Spezialisten aus der Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie) vorgestellt und besprochen, um dann im Team die beste Behandlungsoption für jeden Patienten festzulegen und diese unseren Patientinnen und Patienten anzubieten.

Mitralklappenstenose

Bei der Mitralklappenstenose liegt eine Verengung der Mitralklappe vor. Die häufigste Ursache ist das rheumatische Fieber (früher stattgehabter fieberhafter Infekt) mit seinen Spätfolgen, die sich an der Klappe als Verkalkung bzw. Vernarbung demarkieren. Sowohl Segel als auch Anteile des Mitralklappenringes können hierbei verdickt. Das rheumatische Mitralklappenvitium hat in Deutschland mittlerweile an Häufigkeit abgenommen. Verschiedene Symptome wie Luftnot unter Ruhebedingungen oder bei leichter Belastung oder nächtliche Luftnot, sowie belastungsabhängiger Brustschmerz (Angina pectoris), als auch Herzstolpern als Ausdruck von Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Vorhofflimmern) können auftreten.

Als Therapie kann bei geeigneter Anatomie eine Mitralklappensprengung (perkutane transluminale Mitralklappenvalvuloplastie) nach Inoue zur Erweiterung der stark verengten Mitralklappe durchgeführt werden. Dieses Verfahren kommt dann zur Anwendung, wenn eine Mitralklappenverengung vorliegt, ohne dass gleichzeitig eine größere Undichtigkeit der betroffenen Klappe besteht. Durch die Mitralklappensprengung kann eine Herzklappenoperation um Jahre hinausgezögert oder sogar vermieden werden.

Jede Patientin und jeder Patient werden individuell mit allen relevanten Vorerkrankungen und nach Abschluss der gesamten Diagnostik in unserem interdisziplinären Herzteam (Spezialisten aus der Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie) vorgestellt und besprochen, um dann im Team die beste Behandlungsoption für jeden Patienten festzulegen und diese unseren Patientinnen und Patienten anzubieten.

Trikuspidalklappeninsuffizienz

Bei der Trikuspidalklappeninsuffizienz kommt es zu einer Undichtigkeit der Trikuspidalklappe, also jener Herzklappe, die sich zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer befindet. Die Trikuspidalklappe besteht aus drei Segelanteilen, sowie einem Klappenring und Fäden, die zur rechten Herzkammer ziehen (Sehnenfäden). Durch den Rückstrom des Blutes über die undichte Herzklappe in die falsche Richtung kommt es zu einer Rückstauung in den Körperkreislauf.

Abb.: Ultraschallbild einer Trikuspidalklappeninsuffizienz

Eine Trikuspidalklappeninsuffizienz kann bei einer Entzündung des Herzens (Endokarditis) auftreten oder aufgrund einer Klappenringerweiterung infolge von einem Herzinfarkt oder Erkrankungen des linken Herzens (Herzschwäche=Herzinsuffizienz) auftreten. Typische Symptome sind Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen (Ödeme) oder im Bauchraum (Aszites) mit Gewichtszunahme und Luftnot.

Die Herzklappe wurde lange als „vergessene Klappe“ bezeichnet, da eine isolierte Therapie der Herzklappe vor allem bei älteren Patienten mit unterschiedlichen Nebenerkrankungen häufig erschwert ist. Als Therapieoptionen ist bei einer Entzündung der Herzklappe lediglich eine herzchirurgische Operation mit Ersatz der Trikuspidalklappe  oder eine Therapie mit Antibiotika möglich. Bei Veränderungen des Herzklappenapparates ist eine herzchirurgische Operation mit Rekonstruktion oder Ersatz der Trikuspidalklappe  die Standardtherapie. Ist diese große Operation, welche am offenen Herzen an der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden muss, aufgrund eines zunehmenden Lebensalters oder bei Begleiterkrankungen weiterer Organsysteme mit einem erhöhten Risiko für den Patienten verbunden, so besteht die Möglichkeit, die undichte Mitralklappe über einen Katheter zu behandeln. Die katheterbasierte Trikuspidalklappenreparatur der undichten Trikuspidalklappe beruht darauf, zwei Segel miteinander zu verbinden und so die Herzklappe wieder abzudichten. Hierfür wird ein kleiner Metallclip über einen steuerbaren Katheter so an der Trikuspidalklappe verankert, dass er – ähnlich wie eine Wäscheklammer – die beiden Segel erfasst. Heutzutage gibt es hierfür zwei Systeme: das TriClip®-System (Firma Abbott) und das Pascal®-System (Edwards). Weitere kathetergestützte Angriffspunkte sind eine Raffung des Trikuspidalklappenringes (Trikuspidalklappenanuloplastie) mit dem Cardioband®-Systems (Edwards).  

Jede Patientin und jeder Patient werden individuell mit allen relevanten Vorerkrankungen und nach Abschluss der gesamten Diagnostik in unserem interdisziplinären Herzteam (Spezialisten aus der Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie) vorgestellt und besprochen, um dann im Team die beste Behandlungsoption für jeden Patienten festzulegen und diese unseren Patientinnen und Patienten anzubieten.

Degenerierte Bioprothesen (Verschleiß einer vorher eingesetzten Herzklappe)

Biologische Herzklappen (Bioprothese), die in der Vergangenheit herzchirurgisch oder per Kathetertechnik eingesetzt wurden, können im Laufe der Zeit verschleißen (eine sog. Degeneration). Bei einer Degeneration kommt es entweder zu einer Verengung (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) der Bioprothese. Diese Degeneration sollte bei einer hochgradigen Verengung oder einer hochgradigen Undichtigkeit durch eine erneute herzchirurgische Operation oder einen kathetergestützten Klappenersatz (eine sog. kathetergestützte Valve-in-Valve Prozedur) erfolgen. Bei einer erneuten herzchirurgischen Operation (Re-Operation) ist das Risiko durch die Operation selbst und aufgrund des gealterten Patienten deutlich erhöht zu einem Ersteingriff. Dies trifft auf Patienten mit einer degenerierten Aortenklappenprothese wie auch auf Patienten mit einer degenerierten Mitral- und Trikuspidalklappenprothese zu.

Als gute Therapieoption, zur ebenfalls möglichen herzchirurgischen Re-Operation, können wir am UKSH, Campus Lübeck, die kathetergestützte Valve-in-Valve Prozedur mit guten Ergebnissen und einem überschaubaren Risiko anbieten.

Jedoch wird jede Patientin und jeder Patient individuell mit allen relevanten Vorerkrankungen und nach Abschluss der gesamten Diagnostik in unserem interdisziplinären Herzteam (Spezialisten aus der Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie) vorgestellt und besprochen, um dann im Team die beste Behandlungsoption für jeden Patienten festzulegen und diese unseren Patientinnen und Patienten anzubieten.

Paravalvuläre Leckagen (Undichtigkeiten neben Herzklappen)

Paravalvuläre Undichtigkeiten können in seltenen Fällen nach Implantation einer Herzklappenprothese unabhängig vom Vorhandensein einer biologischen oder Kunst-Prothese auftreten. Sie können sowohl nach einem Eingriff an der Aorten-, Mitral oder Trikuspidalklappe entstehen. Ursächlich hierfür ist dann meist ein Teilausriss der Naht. Hierdurch fließt Blut an der Herzklappenprothese vorbei. Dies kann zu deutlichen Symptomen wie Luftnot oder Leistungsabfall bei den betroffenen Patienten führen.

Therapien

Kathetergestützte Aortenklappenimplantation (Transkatheter Aortenklappenimplantation = TAVI)

Die TAVI ist ein minimal-invasives Verfahren, bei der die verkalkte Aortenklappe über einen Kathetereingriff durch eine biologische Klappenprothese ersetzt wird. Das Verfahren wurde weltweit erstmals im Jahr 2002 durchgeführt. In Deutschland wurde die erste TAVI im Jahr 2005 implantiert. In den Folgejahren hat sich diese Therapieform bis heute rasant zu einer Standardtherapieform weiterentwickelt. Es werden heutzutage in Deutschland mehr als doppelt so viele Patienten mit einer TAVI Prozedur im Vergleich zu einem konventionellen Aortenklappenersatz behandelt.

Bei der TAVI wird die Prothese zunächst in einem Katheter etwa auf die Dicke eines Bleistiftes zusammengefaltet. Der Katheter wird dann in den Körper eingeführt. Dieses erfolgt in der Regel über die Oberschenkelarterie. Anschließend wird der Katheter über die Blutgefäße unter Röntgendurchleuchtung bis zum Herzen vorgeschoben und millimetergenau positioniert. Sollte sich in der Voruntersuchung herausstellen, dass die Oberschenkelarterie nicht groß genug ist, können auch alternative Zugangswege (Schlüsselbeinarterie oder direkt über die Herzspitze nach einem kleinen Schnitt zwischen den Rippen) verwendet werden. Die gesamte Prozedur erfolgt am schlagenden Herzen ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Oft ist auch keine Vollnarkose erforderlich, sondern lediglich ein gewisser Dämmerzustand. Der gesamte Eingriff dauert heutzutage meist weniger als eine Stunde.

Implantation einer TAVI Prothese:

MitraClip/TriClip

Der MitraClip (Abbott Vascular) wird zur Behandlung einer Mitralklappeninsuffizienz eingesetzt. Demgegenüber wird der TriClip (Abbott Vascular) bei Patienten mit einer Trikuspidalklappeninsuffizienz angewendet. Bei beiden Verfahren erfolgt eine Reparatur der jeweiligen Herzklappe durch Einsetzen eines oder mehrerer Clips im Bereich der Klappensegel. Hierdurch soll die Herzklappe wieder besser schließen und somit eine gleichbleibende Strömungsrichtung des Blutes wiederherstellen. Der jeweilige Clip ist eine Art Klammer, die direkt an die Segel der Mitral- oder Trikuspidalklappe angebracht wird, ohne dass hierfür der Brustkorb geöffnet werden muss. Dieser besteht aus Kobaltchrom und ist mit einem Dacronüberzug versehen. Der gesamte Eingriff erfolgt am schlagenden Herzen ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Über einen Zugang im Bereich der Oberschenkelvene wird ein flexibler, langer Führungskatheter bis zum Herzen vorgeführt. Hierüber wird dann entweder der MitraClip oder der TriClip zur Herzklappe eingeführt. Während der gesamten Prozedur erfolgt eine transösophageale Echokardiographie (Schluckultraschallunterschung) um die beste Position des Clips zu bestimmen. Sollte das Ergebnis nach Einsetzen eines Clips noch nicht ausreichend gut sein, kann ein zweiter oder in seltenen Fällen ein dritter Clip vorgebracht und implantiert werden.

Abbildung eines MitraClip Systems:

MitraClip_TriClip_1

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MitraClip_TriClip_2

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Im Bereich der Mitralklappe ist in unserer Klinik meist keine Vollnarkose erforderlich. Wir haben uns darauf spezialisiert diese Eingriffe lediglich in einem leichten Schlafzustand des Patienten aber ohne eine notwendige Beatmung durchzuführen.

Pascal

Das Pascal® System (Edwards Lifesciences) ist eine Möglichkeit eine Mitral- oder Trikuspidalklappeninsuffizienz mittels eines Katheterverfahrens von der Leiste über die Oberschenkelvene zu behandeln. Bei diesem Verfahren erfolgt eine Reparatur der jeweiligen Herzklappe durch Einsetzen eines oder mehrerer Klammern im Bereich der Klappensegel. Hierdurch soll die Herzklappe wieder besser schließen und somit eine gleichbleibende Strömungsrichtung des Blutes wiederherstellen. Der Pascal ist eine Art Klammer, der direkt an die Segel der Mitral- oder Trikuspidalklappe angebracht wird, ohne dass hierfür der Brustkorb geöffnet werden muss. Dieser besteht aus Nitinol. Der gesamte Eingriff erfolgt am schlagenden Herzen ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Über einen Zugang im Bereich der Oberschenkelvene wird ein flexibler, langer Führungskatheter bis zum Herzen vorgeführt. Hierüber wird dann der Pascal zur Herzklappe eingeführt. Während der gesamten Prozedur erfolgt eine transösophageale Echokardiographie (Schluckultraschallunterschung) um die beste Position des Pascals zu bestimmen. Sollte das Ergebnis nach Einsetzen eines Systems noch nicht ausreichend gut sein, kann ein zweiter oder in seltenen Fällen ein dritter Pascal vorgebracht und implantiert werden.

Abbildungen des Pascal Systems:

Cardioband

Das Cardioband-System® (Edwards Lifesciences) kann bei Patienten mit funktioneller Mitral- oder Trikuspidalklappeninsuffizienz und einem erweiterten Klappenring zur Anwendung kommen. Das Prinzip dieser Therapieform ist eine katheterbasierte Raffung des Mitral- oder Trikuspidalklappenringes über die Oberschenkelvene.

Das Cardioband ist ein Band-ähnlicher Schlauch mit röntgendichten Markern und einem innenliegendem Zugdraht.

Das eigentliche Implantat wird mittels mehrerer Ankerschrauben – vergleichbar eines langen Schraubendrehers – im Bereich des jeweiligen Klappenringes fixiert. Die Positionierung der einzelnen Schrauben erfolgt mittels transösophagealer Echokardiographie (Schluckultraschalluntersuchung) und Einsatz der Röntgendurchleuchtung. Die Anzahl der Anker richtet sich nach der Länge des implantierenden Bandes. Es existieren 6 verschiedene Größen mit einer Ankerzahl von 12 bis 17. Die Auswahl des entsprechenden Bandes erfolgt vor dem Eingriff mittels Durchführung einer Computertomographie (Röntgenschichtaufnahme) des Herzens. Nachdem alle Schrauben eingebracht worden sind erfolgt die schrittweise Raffung des Bandes und somit des Mitral- oder Trikuspidalklappenringes. Hierdurch soll eine bessere Annäherung der Klappensegel erreicht werden und somit die undichte Herzklappe wieder besser schließen. Die gesamte Prozedur wird am schlagenden Herzen ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt.

Cardioband System in der Röntgendurchleuchtung:

Transkatheter Mitralklappenersatz

In den meisten Fällen erfolgt heutzutage die Behandlung einer Mitralklappeninsuffizienz mittels Reparatur der undichten Herzklappe. Sollte eine Reparatur jedoch aufgrund anatomischer Gegebenheiten nicht möglich sein, kann eine undichte Mitralklappe auch durch Implantation einer biologischen Prothese behandelt werden. Hierbei erfolgt über einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen im Bereich der Herzspitze das Vorbringen dieser katheterbasierten Mitralklappenprothese. Aktuell kann aufgrund der bisherigen CE-Zulassungsphase in Deutschland lediglich eine Prothese im Rahmen der klinischen Routinebehandlung zur Anwendung kommen. 

Unsere Klinik bietet aber auch im Rahmen einer klinischen Studie die Möglichkeit der Implantation einer speziellen Mitralklappenprothese über die Oberschenkelvene an. Hierfür müssen bestimmte anatomische Voraussetzungen vorliegen. Diese prüfen wir gerne im Bedarfsfall für unsere Patienten.

Welche Therapieform dem individuellen Patienten am ehesten angeboten werden kann, besprechen wir in unseren regelmäßigen interdisziplinären Herzteambesprechungen. Bei diesen Besprechungen kommen alle Experten zusammen um anhand der vorliegenden Befunde jeden Patienten individuell zu besprechen.

Neben den Herzklappen gibt es auch im Bereich der Herzscheidewände Erkrankungen, die mittels Kathetertechnik behandelt werden können. Hierzu zählen ein Verschluss des Vorhofseptums (ASD-oder PFO-Verschluss) sowie des Ventrikels (VSD-Verschluss).

Unser Herzteam stellt sich Ihnen hier  gerne vor.
Zudem stehen wir Ihnen für Fragen oder Therapiewünsche per Email oder Telefon gerne zur Verfügung.

Telefon Herzklappenambulanz: 0451 500-44580
E-Mail:info.herzklappenzentrum.luebeck@uksh.de

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