Notfallmäßige gefäßverschließende Verfahren bei inneren Blutungen

Gefäßverschließende Verfahren (Embolisationen) sind eine interventionell-radiologische Behandlungsoption zur Stillung von inneren Blutungen. Über einen kleinen Gefäßzugang in der Leiste oder am Arm können Blutungsquellen nahezu im gesamten Körper aufgesucht und ausgeschaltet werden. Dies geschieht durch unterschiedlichste Embolisations-Techniken mit dem Ziel das entsprechende Blutgefäß schnell abzudichten und den lebensbedrohlichen Blutverlust zu unterbinden.

Die Grunderkrankung in Kürze

Die Notfallembolisation wird dann notwendig, wenn es im Inneren des Körpers zu unkontrollierten Blutungen kommt, die durch eine offene Operation weniger effektiv oder nur mit einem größeren Kollateralschaden versorgt werden können. Dies kann z.B. bei Organverletzungen nach schweren Verkehrsunfällen, bei Tumorerkrankungen oder auch in der Gebärmutter nach der Geburt der Fall sein. Eine innere Blutung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die unbehandelt rasch zum Tod des Patienten führen kann. Oberstes Therapieziel ist daher die schnellstmögliche Blutstillung. Die minimal-invasive Notfallembolisation ermöglicht es (auch ohne Vollnarkose), durch die Gabe von Kontrastmittel, die Blutungsquelle schnell und präzise zu lokalisieren und anschließend effektiv zu verschließen.

Vor dem Eingriff

Bei Patienten mit dem Verdacht auf eine innere Blutung wird umgehend eine Computertomographie durchgeführt. Sollte sich in den Bilddaten der Blutungsverdacht bestätigen, erfolgt direkt am CT eine interdisziplinäre Abstimmung zur Festlegung und Planung des optimalen Therapieverfahrens (Chirurgie, Gefäßchirurgie, interventionelle Radiologie). Soll eine Notfallembolisation erfolgen, wird der Patient hierzu umgehend in Arztbegleitung in das Minimalinvasive Centrum (MIC) verlegt.

Der Eingriff

Auf einer Angiographieanlage erfolgt der Eingriff in lokaler Betäubung oder Narkose, angepasst an den Allgemeinzustand des Patienten. Über die Leistenarterie -seltener über die Armarterie- wird ein Gefäßzugang etabliert. Über diesen können alle benötigten interventionellen Instrumente in die Blutbahn eingebracht werden. Nach Auffinden der Blutungsquelle, wird ein feiner Katheter (Kunststoff-Schlauch) in das zuführende Gefäß navigiert. Mit unterschiedlichsten Techniken (Gewebekleber, Mikropartikel, feine Metallspiralen, Stentgrafts usw.) wird die Blutungsquelle so selektiv wie möglich verschlossen Diese Therapiemethoden erlauben es die Blutungsquelle selektiv und hoch effektiv zu stillen.

Nach Beendigung der Behandlung verbleibt das Embolisationsmaterial im Körper und die eingebrachten Katheter werden vollständig entfernt. Anschließend wird die Einstichstelle der Leistenarterie verschlossen oder komprimiert. Abschließend wird ein Druckverband angelegt und der Patient auf die Intensivstation verlegt.

Nach dem Eingriff

In Abhängigkeit des Ausmaßes der Blutung und der Begleiterkrankungen des Patienten verbleibt dieser bis zur Stabilisierung auf der Intensivstation. Bei Stabilisierung des Patienten und komplikationslosem Verlauf kann der Patient anschließend auf eine Normalstation verlegt werden.

Risiken des Eingriffs

  • Übliche Gefäßkomplikationen

  • Fehlembolisation

  • PES