Bei einer Lymphangiographie handelt es sich um die Darstellung der Lymphgefäße. Dies kann auf 2 unterschiedliche Arten erfolgen. Zum einen kann ein Lymphknoten Sonographie-gesteuert punktiert werden (transnodal) zum anderen kann ein Lymphgefäß am Fußrücken freipräpariert werden, um dieses dann zu punktieren (transpedal). Durch die langsame Gabe eines Öl-haltigen Kontrastmittels können die Lymphgefäße und Lymphknoten sichtbar gemacht werden.
Die Grunderkrankung in Kürze
In den allermeisten Fällen geht es um die Darstellung einer sogenannten Lymphleckage. Hierbei kommt es meist durch eine Operation oder einen Unfall zu einem Austritt von Lymphflüssigkeit aus den Lymphgefäßen ins Gewebe oder in die noch einliegenden Drainagen. In der Regel versiegt dieser Lymphfluss nach wenigen Tagen, persistiert er jedoch kann es zu unerwünschten Komplikationen kommen. Häufig gelingt es die Leckage durch die Lymphangiographie zu lokalisieren und zugleich bewirkt in vielen Fällen die Gabe des zähflüssigen Kontrastmittels eine Verklebung des Lecks und ist somit zugleich Therapie.
Vor dem Eingriff
Soll eine Behandlung durchgeführt werden, erfolgt die Aufklärung durch einen Arzt der interventionellen Radiologie im Vorfeld. Die Kontrolle von aktuellen Blutgerinnungswerten (max. 14 Tage alt) findet im Rahmen des Aufklärungsgespräches statt. Der Eingriff erfolgt in lokaler Betäubung entweder in der Leiste (transnodal) oder am Fußrücken (transpedal).
Der Eingriff
Der Eingriff erfolgt auf einer Angiographieanlage.
Beim transnodalen Zugangsweg wird mittels Ultraschall ein Leistenlymphknoten aufgesucht und in lokaler Betäubung punktiert. Nachdem ein korrekter Abfluss in die Lymphgefäße bestätig wurde, erfolgt nun sukzessive, über einen Zeitraum von 30-60 Minuten, die Gabe des Öl-haltigen Kontrastmittels. Hierdurch können die Lymphgefäße und häufig auch die Lymphleckage sichtbar gemacht werden.
Beim transpedalen Zugangsweg muss mindestens 30 Minuten vor dem eigentlichen Eingriff eine Farblösung in die ersten 3 Zehenzwischenräume eine Fußes injiziert werden. Diese blaue Lebensmittelfarbe wird mit einem lokalen Betäubungsmittel gemischt und direkt unter die Haut gespritzt. Die Farbe wird von den Lymphgefäßen aufgenommen, wodurch diese sichtbar werden. Nun erfolgt der eigentliche Eingriff auf der Angiographieanlage. Hierzu wird ein 3 cm langer Schnitt am Fußrücken vorgenommen, ein Lymphgefäß freipräpariert um es anschließend zu punktieren. Der Rest verläuft analog zum transnodalen Vorgehen.
Nach erfolgreicher Lymphangiographie wird das Fremdmaterial entfernt. Beim transpedalen Zugang wird die Wunde genäht, beim transnodalen Zugang reicht ein Pflaster.

Nach dem Eingriff
Zurück auf Station darf im Bett gegessen und getrunken werden. Aufstehen ist kein Problem. In der Regel wird am Folgetag noch eine Computertomographie auf Höhe der Leckage durchgeführt, bevor die Entlassung nach Hause erfolgt. Die Fäden am Fußrücken können nach 7-10 Tagen vom Hausarzt gezogen werden. Der Behandlungserfolg kann sich in wenigen Tagen bis Wochen zeigen. Bei einer Persistenz, einer jedoch initial dargestellten Leckage, kann ggf. in einem zweiten Eingriff eine gezielte Verödung vorgenommen werden.