Transjugulärer intrahepatischer Portosystemischer Shunt (TIPS)

Die Leberzirrhose stellt eine irreversible Schädigung des Lebergewebes dar, die mit einer Funktionseinschränkung des Organs einhergeht. Sie kann unterschiedlichste Ursachen haben, die von Alkoholabhängigkeit, über genetische Faktoren, bis hin zur Fehlernährung reichen. In enger Abstimmung zwischen der Gastroenterologie und interventionellen Radiologie wird ein konservatives sowie minimal-invasives Therapiekonzept für die optimale Symptomkontrolle der Erkrankung abgestimmt. Die Symptome sind auf die verschlechterte Entgiftungsfunktion der Leber sowie den erhöhten Blutdruck der Pfortader zurückzuführen.

Die Grunderkrankung in Kürze

Die typischen Symptome der Leberzirrhose, wie stets wiederkehrendes Bauchwasser (Aszites) und teils lebensbedrohliche Blutungen aus erweiterten venösen Gefäßen (Varizen) von Magen und Speiseröhre, können durch eine effektive Blutdrucksenkung in der Pfortader verhindert werden.

Diese Blutdrucksenkung kann nicht medikamentös erfolgen, sondern durch die minimalinvasive Anlage eines sogenannten TIPS. Hierbei wird eine Kurzschlussverbindung zwischen einem großen Ast der Pfortader und einer Lebervene hergestellt. Diese Umgehung des Leberkreislaufs führt umgehend zu einer Senkung des Blutdrucks der Pfortader und damit häufig zum Verschwinden der Symptome.

Sollte eine stattgehabte Blutung Grund für den Eingriff sein, werden zusätzlich noch die dafür ursächlichen Varizen im selben Eingriff  verschlossen (embolisiert).

Vor dem Eingriff

Zur Therapieplanung wird im Vorfeld des Eingriffs eine Schnittbildgebung des Oberbauchs mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie durchgeführt. Anhand der Bilder kann in einer interdisziplinären Fallkonferenz (Gastroenterologie, interventionelle Radiologie) das optimale Therapieverfahren besprochen werden. Soll eine geplante (elektive) Behandlung durchgeführt werden, erfolgt die Aufklärung durch einen Arzt der interventionellen Radiologie im Vorfeld. Die Kontrolle von aktuellen Blutgerinnungswerten (max. 14 Tage alt) findet im Rahmen des Aufklärungsgespräches statt. Da der Eingriff in der Regel in Vollnarkose stattfindet erfolgt zusätzlich noch eine Narkoseaufklärung durch die Anästhesiologie.

Der Eingriff

Der Eingriff erfolgt auf einer Angiographieanlage. In Vollnarkose wird zumeist die rechte Halsvene punktiert und ein Gefäßzugang etabliert. Über diesen können verschiedene Instrumente in die Blutbahn eingebracht werden. Unter Zuhilfenahme von Röntgenstrahlung navigiert der Arzt zunächst in die rechte Lebervene und sticht mit einer scharfen Nadel, unter Zuhilfenahme von Röntgenstrahlen und Ultraschall, in einen großen Ast der Pfortader. Nach invasiver Bestätigung des erhöhten Blutdrucks der Pfortader wird das Leberparenchym zwischen Lebervene und Pfortaderast mittels Ballonkatheter aufgedehnt. Anschließend wird eine mit Kunstoff beschichtete Gefäßstütze (Stent) implantiert. Dieser stellt die Kurzschlussverbindung zur Umgehung des Leberkreislaufs dar. Nach erfolgreicher Senkung des Pfortaderdrucks und ggf. Embolisation von Varizen werden die übrigen Instrumente aus dem Körper entfernt und die Einstichstelle abgedichtet. Anschließend erfolgt die Anlage eines Druckverbandes.

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Nach dem Eingriff

Nach einem kurzen Aufenthalt im Aufwachungsraum der Anästhesie geht es zurück auf Station. Dort darf im Bett gegessen und getrunken werden. Aufstehen ist kein Problem. Die Entlassung nach Hause erfolgt bei komplikationsfreiem Verlauf nach mehreren Tagen. Der Behandlungserfolg sollte sich in den Tagen und Wochen nach dem Eingriff, typischerweise durch eine Verbesserung der zuvor bestehenden Symptome, bemerkbar machen. Sollten plötzlich einsetzende Schmerzen auftreten oder sich die Symptome wieder verschlechtern, ist dringend angeraten sich unverzüglich wieder im Krankenhaus vorzustellen.

Risiken des Eingriffs

  • Übliche Gefäßkomplikationen

  • Dissektion

  • Blutung