Endovaskuläre Behandlung von Dialyseshunts

Die Grunderkrankung in Kürze

Ein Dialyseshunt ist eine künstliche Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene zur Blutwäsche (Hämodialyse) und wird in der Regel durch einen Gefäßchirurgen am Arm angelegt. Die Verbindung zwischen Arterie und Vene (Anastomose) kann direkt oder mithilfe einer Kunststoffprothese (Graft) erfolgen.

Leider kommt es manchmal vor, dass der Shunt nicht mehr ausreichend oder gar nicht mehr funktioniert. In diesen Fällen sollte ein minimal-invasiver Eingriff erfolgen, entweder um eine chronische Verengung des Shunts zu beseitigen und damit den Blutfluss zu verbessern oder einen akut aufgetretenen Verschluss des Shunts, in der Regel durch ein Blutgerinnsel, zu entfernen. Die notwendigen Techniken, hängen dabei von der Art der Enge sowie von ihrer Lage ab.

Vor dem Eingriff

Soll eine minimal-invasive endovaskuläre Behandlung des Dialyseshunts durchgeführt werden, erfolgt die Aufklärung (Link zur Aufklärung in der IR) über den Eingriff durch einen Arzt der interventionellen Radiologie. Vor dem Eingriff müssen die Blutgerinnungsparameter (Link zur generellen Vorbereitung) überprüft werden, die max. 14 Tage alt sein sollten. Im Falle einer Notfallbehandlung eines akuten Verschlusses, erfolgt die Aufklärung unmittelbar vor dem Eingriff.

Der Eingriff

Auf einer Angiographieanlage (Link zum Verfahren) erfolgt in lokaler Betäubung initial i.d.R. eine Punktion der zuführenden Arterie. Unter Durchleuchtung und mithilfe von Kontrastmittel wird der Dialyseshunt und die zu behandelnde Läsion dargestellt. In Abhängigkeit von der zu behandelnden Erkrankung (z. B. Verengung der Fistel oder Verschluss des Shunts durch ein Blutgerinnsel) und ihrer Lage, kann eine weitere Punktion (z.B. der Shuntvene, des Grafts oder in der Leistenregion) notwendig sein.

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Chronische Verengung eines Dialyseshunts

Wenn eine Verengung Ihres Dialyseshunts vorliegt, kann diese mit einem Ballonkatheter aufgedehnt werden (perkutane transluminale Angioplastie; PTA). Evtl. kommen hier medikamentenbeschichtete Spezialballons zum Einsatz (drug eluting Ballon PTA). Nach dem Aufdehnen wird der Ballon wieder entfernt. In seltenen Fällen, z. B. wenn es zu einer wiederholten Verengung des Dialyseshunts kommt (Re-Stenose) oder wenn ein Gefäßabschnitt während des Eingriffs verletzt wurde, kann die Implantation eines Stents (Gefäßstütze) erforderlich sein. Möglicherweise müssen Sie nach der Behandlung Medikamente einnehmen, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. In aller Regel können solche Eingriffe ambulant durchgeführt werden und Sie können die Klinik nach einer kurzen Beobachtungszeit am selben Tag wieder verlassen.

Akuter Verschluss eines Dialyseshunts

Ein akuter Verschluss (i.d.R. durch ein Blutgerinnsel) eines Dialyseshunts erfordert eine schnelle Behandlung, um die Funktion des Shunts zu erhalten. Hierfür stehen unterschiedliche endovaskuläre Techniken zu Verfügung, die Blutgerinnsel zu zerkleinern und abzusaugen. Zusätzlich kann die lokale Medikamentengabe eines Fibrinolytikums (Spaltet einen Stoff der Blutgerinnung) zur Unterstützung des Auflösens des Blutgerinnsels (Lysetherapie) notwendig sein. Anders als bei den chronischen Verengungen, muss der Patient bei einem akuten Verschluss mindestens 1 Nacht im Krankenhaus bleiben.

Nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung werden die Einstichstellen mit Druck von außen vorübergehend händisch komprimiert. Anschließend wird ein Druckverband angelegt.

Nach dem Eingriff

Nach dem Eingriff kann der Shunt umgehend für die Dialyse genutzt werden. Häufig kommt es bei einmal bestehender Shuntverengung zu Rezidivstenosen, die einen erneuten Eingriff notwendig machen. Deshalb ist ein enger Kontakt zwischen Dialysearzt, Patient und interventionellem Radiologen Grundvoraussetzung für eine lange Offenheit des Shunts.

Risiken des Eingriffs

  • Allgemeine Risiken eines Gefäßeingriffs.

  • Lungenarterienembolie

  • Erhöhtes generalisiertes Blutungsrisiko durch die Lysetherapie

Publikationen

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