Die Thermoablation ist ein minimal-invasiver Eingriff zur Behandlung gut- oder bösartiger Tumore der Leber, Niere, Lunge oder des Knochens. Bei dieser Methode wird durch die Haut eine Ablationssonde im Tumorgewebe platziert und dieser durch Hitzeeinwirkung abladiert (zerstört). In unserem Haus stehen sowohl die Radiofrequenzablation (RFA) als auch die Mikrowellenablation (MWA) zur Verfügung. Die RFA nutzt einen hochfrequenten Wechselstrom zur Erzeugung von Hitze, die MWA elektromagnetische Schwingungen. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile, die bei der Auswahl der geeigneten Technik vor jeder Intervention berücksichtigt werden.
Die Grunderkrankung in Kürze (alternativ „Medizinische Indikationen“)
Die Thermoablation stellt in vielen Fällen eine Alternative zur chirurgischen Behandlung dar. Das Hauptanwendungsfeld ist die Behandlung von Lebertumoren (Hepatozelluläres und Cholangiozelluläres Karzinom sowie Lebermetastasen). Bei ausreichendem Sicherheitsabstand ist das Verfahren kurativ, d.h. der Tumor wird vollständig zerstört. Darüber hinaus können auch Tumoren der Lunge oder der Niere behandelt werden. Bei der Therapie von Osteoidosteomen, einem gutartigen Knochentumor, hat die Ablation mittlerweile die chirurgische Resektion abgelöst.
Vor dem Eingriff
Die Voraussetzung für die Durchführung der Intervention ist das Vorliegen einer aktuellen Bildgebung (Computertomographie; CT, Magnetresonanztomographie; MRT). Die Therapieentscheidung wird in einer interdisziplinären Fallkonferenz (Onkologie, Chirurgie Strahlentherapie, Pathologie, Radiologie) getroffen, um das bestmögliche Therapieregime festzulegen. Die Aufklärung (Link zur Aufklärung in der IR) über den Eingriff wird spätestens am Vortag durch einen Arzt der interventionellen Radiologie durchgeführt. Vor dem Eingriff müssen die Blutgerinnungsparameter (Link zur generellen Vorbereitung) überprüft werden, welche nicht älter als 14 Tage sein dürfen.
Der Eingriff
Der Eingriff kann in Vollnarkose oder unter Analgosedierung (Dämmerschlaf) durchgeführt werden, da die lokale Gewebszerstörung mit Schmerzen verbunden sein kann. Allen thermoablativen Verfahren ist gemein, dass eine spezielle Punktionsnadel respektive Sonde durch die Haut bis zur Zielläsion vorgeführt wird. Die sichere Platzierung der Nadelspitze gelingt entweder mit Hilfe des Ultraschalls oder CT-gesteuert. Anschließend wird die Nadel mit dem Generator verbunden, über welchen dann die Hitze appliziert werden kann. Der gesamte Eingriff dauert in Abhängigkeit von der Anzahl der zu behandelnden Tumore zwischen einer und drei Stunden. Die Ablationssonde wird am Ende des Eingriffs wieder entfernt.

Nach dem Eingriff
Nach der Intervention sollte für mehrere Stunden Bettruhe eingehalten werden. Es darf sowohl gegessen als auch getrunken werden. Bei komplikationsfreiem Verlauf erfolgt die Entlassung nach Hause nach 1-2 Tagen.
Je nach Tumor können im Rahmen der Nachsorge CT- und MRT-Kontrollen erforderlich werden. Zum einen kann mit Hilfe der Bildgebung der Therapieerfolg bestätigt werden. Zum anderen können Rezidive frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ziel der Behandlung ist es, den zu behandelnden Tumor vollständig zu zerstören.
Risiken des Eingriffs (Aufklärung)
Risiken CT-Punktion
Thermische Schädigung von benachbarten Organen